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Alice über alles
 
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Alice über alles [Gebundene Ausgabe]

David R. Slavitt , Heide Sommer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 276 Seiten
  • Verlag: Ab - die Andere Bibliothek; Auflage: 1 (Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821862319
  • ISBN-13: 978-3821862316
  • Originaltitel: Alice at 80
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 12,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 616.612 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Verborgene Wahrheit - Die Geschichte der wahren Alice führt nicht ins Wunderland.« Focus

Kurzbeschreibung

Ein Stück Weltliteratur - und seine verborgene Wahrheit Jeder kennt und liebt Alice im Wunderland - Alice über alles ist der realistisch und zugleich anmutig erzählte, freilich auch kompromittierende Roman über die Beziehung des Autors Lewis Carroll zu seinen Kinderfreundinnen - und was das Leben aus ihnen machte. Im Herbst des Jahres 1932 verlieh die Columbia-Universität in New York in feierlichem Zeremoniell der achtzig-jährigen Alice Liddell die Würde einer Ehrendoktorin für ihre Verdienste um die Literatur, die sie als kleine Anregerin der genial-absurden Märchen von Lewis Carroll sich erworben hatte. Nein, David R. Slavitt, Lyriker, Romancier und Übersetzer, hat diese Szene samt ihrer Komik nicht erfunden. Sie ist historisch verbürgt. Der Dr. h. c. für die würdige Greisin galt natürlich nicht nur dem Charme eines Kindes, das die Phantasie des schüchtern-stotternden Universitätsdozenten beflügelte, sondern dem Kauz selber, der in kurioser Mischung Mathematik, klassische Literatur und Theologie am Christ College in Oxford lehrte. Lewis Carroll war, kein Zweifel, vernarrt in kleine Mädchen, denen auch seine zweite Passion galt: die Photographie. Die akademische Auszeichnung zwang die alte Alice, sich der Wahrheit jener fragwürdigen Liebe des so viel älteren Gelehrten zu ihr und zu ihren Nachfolgerinnen zu öffnen: ein "unkorrektes Sujet", auch und erst recht in einer Epoche, in der "Lolita" zum literarischen Symbol oder die Bilder von Balthus zu Symbolwerken wurden. Die ronische Erzählkunst und der diskret-indiskrete Stil des Romans lösen die Spannung zwischen dem Tabu und der Realität von jeder Scheinheiligkeit.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alice im Wunderland wird erwachsen, 18. Juli 2010
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Alice über alles (Gebundene Ausgabe)
Lewis Carroll war vernarrt in kleine Mädchen. Als er Alice sah erfand er sie neu und machte sie und andere Mädchen durch seine Porträts bekannt. Seine Bücher erlangten Weltruhm, auch als ein Meister der Fotografie wurde er bezeichnet.

Im vorliegenden Buch nun hat der Romancier David R. Slavitt kein Märchen geschrieben, auch wenn es sich beinah so anhört. Er hat beschrieben wie die inzwischen achtzigjährige Alice die Ehrendoktorwürde der Columbia University von New York verliehen bekommt. In der Begründung der Universität hies es 1932, dass sie wegen ihrer Verdienste, die sie sich als Vorbild der titelgebenden Figur im genial - absurden Märchen von Carroll erworben hätte.

Das Buch von Slavitt ist vielleicht nicht geeignet als großer Enthüllungsbericht gehandelt zu werden. Er zeigt dem Leser jedoch sehr gut, auch in einer sprachlich verzaubernden Weise, wie Lewis Carroll aus der kleinen Alice die weltbekannte Alice im Wunderland erschuf. Man kann dieses Buch vielleicht als Abrechnung des Objektes Alice mit ihrem Schöpfer Carroll bezeichnen, auch wenn der 1932 bereits 34 Jahre lang tot war.

Slavitt tritt Carroll sehr nahe, schaut sozusagen hinter die Kulissen des schüchternen Herrn Universitätsdozenten und er schaut sehr genau auf die Art, die Intensität der Beziehung des Machers Carroll zur kleinen Alice, warum will ich wohl immer Opfer schreiben? Vielleicht wäre es zu hart verurteilt . . .

Als Kenner der Alice im Wunderland war es für mich sehr interessant hier der Alice Liddell und ihrem Sohn zu begegnen.
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5.0 von 5 Sternen Heuchelei oder Taktgefühl oder Sozialangst?, 1. Dezember 2010
Von 
Rudi Sander "Bad Schwalbach" (Bad Schwalbach, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alice über alles (Gebundene Ausgabe)
Eine Frau und offensichtlich auch eine Literaturkennerin, gar Literaturliebhaberin bespricht dieses gut geschriebene Buch vorsichtig und einfühlsam, man ahnt - ach was, man versteht - sofort, was sie meint und was sie so einfühlsam macht, und dann plötzlich zögert sie und fragt sich - rhetorisch - selber, warum ihr das klare Wort "Opfer" denn partout nicht über die weiblichen Lippen kommen wolle. Nun, ich bin nur durch einen Zufall an dieses Buch gekommen, weil ich auf dem laufenden bleiben wollte, was die Andere Bibliothek des grossen HME anlangt. Und jetzt bin ich zwar erst auf Seite 55, und ich lese überraschenderweise viel langsamer, als ich es sonst von mir gewohnt bin, dennoch ahne ich schon, warum meine weibliche Vor-Rezensentin semantisch so zögerlich sich verhält. Denn im ersten polternden männlichen Zugriff als "Gutmensch", für den wir uns ja alle halten, hatte es schon sehr deutlich in meinem - gar nicht so prüden - Hinterkopf scheinbar verstehend gehämmert: Soll das denn hier eine hochaktuelle, wenn auch sehr sprachlich dezentierte Kinderschänder-Geschichte werden? Falls das weibliche Einfühlungsvermögen instinktiv "klarer" sieht, als es mir als einem Mann, der sich gleichwohl für empfindsam hält, "von Natur aus" möglich ist, dann könnte es darauf hinaus laufen, anhand des von diesem klugen Autor vorgelegten Textes irgendwie einsehen zu sollen, das gewisse kleine Mädchen über eine schier übermenschliche Verführungskraft verfügen, oder dass eben doch gewisse Männertypen zuwenig Widerstand solchen kleinen Mädchen gegenüber aufzubringen in der Lage seien.

Wahrscheinlich werde ich mich, wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe werde, hier noch einmal mit einer - wie auch immer gearteten - Ergänzung melden müssen. Schaun mer mal. Mein Nachtrag post festum:

Was man verspricht, soll man halten: Jetzt habe ich das Buch zu Ende gelesen, und ich bin sicher, hierbei wird es nicht bleiben, denn dieser Text ist gedanklich und argumentativ viel zu dicht und nach einsehbarer Klarheit strebend, als dass er sich beim ersten Durchgang vollends erschliessen liesse. Aber ich möchte mich, den Lesefreundinnen zuliebe, jetzt festlegen: bei den gewählten fünf Sternen soll es bleiben. Und zusätzlich sagen möchte ich:

Dieses Buch ist vieles: saubere Sprache, klare Gedankenführung, zum Sachverhalt satter und passender Stil und hochflexible Ausdruckskraft, gerade in den dann doch sehr heiklen Passagen. Aber vor allem ist es auch - gerade weil wir, man/frau möge mir die verbale Deutlichkeit verzeihen, im sogenannten abendländischen Westen alles andere haben, aber gewiss keine Sexualkultur - ein schönes und herzerfrischendes Buch über gelingendes Vögeln, (es ist nicht meine Schuld, wenn unsere Sprache hier entweder arm oder schmutzig ist): "Madeleine war erstaunt, wie er sie mit auf die Reise nahm. Tatsächlich war er schnell, sogar grob, was eigentlich nicht seine Art war. Hinterher - befriedigt, doch wachsam - fragte sie: ..." (Seite 187). Das hat mir sehr zugesagt. Und: "Das Problem mit dem Sex als einem Thema zum Nachdenken ist ja, dass es zwar interessant ist, aber einen nicht weiterbringt." (Seite 197). Jeder sollte diesem Autor dankbar sein für sein Einfühlungsvermögen und seine dezente und dennoch deutliche Ausdruckskaft. Sein resümmierender Schlusstext ist der semantisch überaus elegante Kompositionsversuch, das Unbekannte, das so leicht und schnell zu Verleugnende mit überaus zarter Einfühlung halbwegs begreifbar zu machen, bevor sich die übliche und gewohnte Verdammung über den vermeintlichen oder offenbaren Sünder entlädt, eingedenk der Wahrheit kluger Herzen: alles könnte stets auch vollkommen anders gewesen sein. Kluge Richter wissen das: Zeugen sind wie Wolken am blauen Himmel: scharfes (Aussage)Profil aber keine feste Form. Ein letzter Satz: Der Leser erlebt staunend das engelsgleiche Schweben des Beendens einer historisch vereisten Riesenheuchelei.
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