Aus der Amazon.de-Redaktion
Beim deutschen Publikum war Ali G. bisher lediglich als Randfigur in einem Madonna-Videoclip etwa oder bei den MTV Music Awards in Erscheinung getreten. Mit seinem Kinodebüt findet Ali G. endlich auch hier zu Lande statt und haut in die allseits beliebte Proll-Komödien-Kerbe à la Erkan und Stefan, mit dem Unterschied, dass Baron Cohen deutlich harschere Töne anschlägt und auffallend respektlos zu Werke geht.
Ali G. und seine Posse leben in dem traurigen Londoner Vorort Staines. Als der lokale Jugendclub schließt, demonstriert Ali G. leidenschaftlich gegen die kulturelle Ausdünnung und wird von einem machthungrigen Politiker (Charles Dance) instrumentalisiert, bis er plötzlich, zur Überraschung aller, als gewählter Volksvertreter im House of Parliament landet. Hier hat er nach bester Genrekonvention allerlei Gelegenheiten für mächtigen Wirbel zu sorgen. So sediert er mittels Marihuana-Tees die gesamte UN-Vollversammlung oder bringt endlich die wirklich wichtigen Dinge auf die Agenda: Penislängen, die goldenen Felgen am Renault, seine Braut und alle Bräute und überhaupt.
Ali G. Indahouse The Movie ist schmerzhaft blödsinnig, sexistisch bis zum Abwinken und dabei zum Brüllen komisch. Der Film wirkt neben dem familienkompatiblen Geblödel von Erkan und Stefan gnadenlos und bissig und es verwundert nicht, dass die britische Kinopremiere nicht ohne Buhrufe und Schmach abging. Ali G. blieb unbeeindruckt. Er trat mit einer Königskrone und jeder Menge Miezen unters Volk. --Thomas Reuthebuch
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Ali G versucht ein Jugendzentrum zu erhalten und erklimmt dabei auch politische Ämter im gelben Joggingdress und mit der typischen Strassensprache, die ach so cool macht. Doch Alistair G ist zugleich ein armer Loser, für den man auch Mitleid empfinden darf. Der Audiokommentar ist ein praktisch informationsloses geistiges Vakuum, in dem dafür ununterbrochen "wicked" gesagt wird. Echt cool und ungefähr so abgelutscht wie Erkan und Stefan. 22 Minuten Extraszenen sind, wie Ali in der Einleitung schon bekundet, so schlecht, daß man sie nicht im Film zeigen wollte. Erfreulich ist, daß alle Extras mehrsprachig untertitelbar sind. Wer es versteht, der sollte sich die englische O-Fassung anhören, da die deutsche Synchro in seiner Bemühtheit, den Slang richtig hinzubekommen, kläglich scheitert.
Bild: Alis gelber Trainingsanzug erscheint hoch gesättigt und so ist es auch mit den Autos, den Bäumen pp. Sehr erfreulich ist das nahezu völlige Ausbleiben von Rauschen und Kompressionsrückständen. Absolut ruhig und geschmeidig laufen Kameraschwenks sowohl horizontal, als auch vertikal ab. Nur kurz grieselt es mal bei 00.30.40. Schärfe und Kontrastwerte bewegen sich auf hohem, nicht aber höchstem Niveau. Vor allem in Hintergründen weichen Häuserkanten und andere Konturen auf, was nicht nur durch kurze Brennweiten bei den Dreharbeiten begründet werden kann.
Ton: Die rappigen Rhythmen bieten einen kurzen, knackigen Tiefbass auf, der "nur kurz und tief zuckt", um dann ohne erkennbares Ausschwingen verhallt. Auch die Stimmwiedergabe ist kräftig voluminiert, in der englischen ein wenig besser, als in der deutschen, nicht immer als glücklich zu bezeichnenden, Synchro. Vor allem sind einige Übersetzungsschwächen erkennbar. Dies wird deutlich, wenn man die deutschen Untertitel zuschaltet, die von der englischen Fassung gefertigt wurden und stellenweise eklatant von der deutschen Übersetzung abweichen. Surroundeindrücke halten sich bedeckt. --movieman.de