Diese Verfilmung hat mit der ursprünglichen Geschichte von Ali Baba und den 40 Räubern aus 1001 Nacht praktisch gar nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, mit anderen Kostümen, anderen Hintergrundbildern und anderen Namen könnte sie gut und gerne auch als Ritterfilm oder als Robin-Hood-Schinken durchgehen.
In diesem Drehbuch ist Ali Baba nicht der junge gewitzte Mann, der die 40 bösen Räuber mit List und Tücke besiegt, sondern er ist vielmehr der adelige Anführer der 40 Räuber, die wiederum gefeierte Widerständler im Kampf gegen die mongolischen (!) Eroberer von Bagdad sind.
Abgesehen davon, dass nach meinem Kenntnisstand in den Geschichten aus 1001 Nacht kein einziges Mal die Mongolen auftauchen (Dschingis Khan war eben doch viel später), kommt mir die ganze Handlung eher wie eine Mischung aus Errol-Flynn-Klischees und amerikanischer Propaganda gegen den Feind aus dem Osten vor. Dass Ali Baba ein Freiheitskämpfer gegen die bösen Mongolen gewesen sein soll, hat jedenfalls mit der literarischen Vorlage nichts gemeinsam, von der historischen Wahrheit ganz zu schweigen.
Dem Geschmack von Fans alter Hollywood-Schinken aus der Technicolor-Zeit mag dieser Film entsprechen, ich konnte ihm jedoch nicht viel abgewinnen. Die - sehr US-amerikanisch aussehenden - Freiheitskämpfer aus Bagdad gegen ein mongolisches Terrorregime, das auffällige Ähnlichkeiten mit russischen Kosaken aufweist, haben auf mich eher unfreiwillig komisch gewirkt.