Wer von diesem Buch eine Hilfe für die Gestaltung des Algera- und Arithmetikunterrichts erwartet, wird enttäuscht. Das Werk ist ein überaus schwaches Beispiel für die nutzlose Stoffdidaktik alter Schule: Es wird ein überbordender Begriffsapparat aufgebaut, mit dem schulmathematische Aufgaben und Themen auf die eine oder andere Weise klassifizieren kann. Das ist weitgehend nutzlos und für die Unterrichtspraxis unbrauchbar. Über die dort entscheidenden Themen erfährt man leider nichts, z.B. über typische Schülerfehler, über Gegenmaßnahmen, über die Strukturierung von Lehr- und Lerneinheiten, über Unterrichtsmethoden oder wenigstens über eine Sammlung hilfreicher Aufgaben zu Lern- und Prüfungszwecken.
Zu all diesen Themen gibt es mittlerweile umfangreiche, unter Laborbedingungen oder im Schulalltag geteste Studien mit z.T. belastbaren und für den Unterricht verwertbaren Ergebnissen - aber von Unterrichtserfahrung und empirischen Untersuchungen scheint der Autor generell nichts zu halten, und deshalb bleibt es eine wertlose Aneinanderreihung von Plattitüden und Spekulationen darüber, was Mathematikunterricht gegebenenfalls oder vielleicht auch nicht sein könnte. Ich habe selten ein so nutzloses Buch gelesen. Jedes Schulbuch, jeder noch so dürftige didaktische Leitfaden bietet mehr.