zumindest bei vielen Algebraikern, aber das Risiko gehe ich gerne ein. In meinem Studium hat man uns die Lektüre der beiden Bände der "Modernen Algebra" (so hieß das früher!) von van der Waerden dringend empfohlen und ich habe mich daran so abgearbeitet, dass mir Algebra immer fremd blieb. Erst durch Zureden von klugen Kollegen, die sich mit Computeralgebra befassten (Dank an meinen früheren großen Kollegen Klaus Glashoff in Hamburg!), habe ich mich über andere Bücher der Algebra wieder angenähert und inzwischen kann ich Algebra richtig schön und interessant finden. Geholfen hat mir Wilhelm Webers monumentales Werk aus dem ausgehenden 19ten Jahrhundert und viele moderne Bücher (Tignol, Cox). Van der Waerdens Algebra halte ich, der ich der Didaktik äußerst skeptisch gegenüberstehe, für ein didaktisches Desaster. Aus irgendeinem Grund wurde zu van der Waerdens Zeiten die Axt an die Entwicklungsgeschichte der Algebra gelegt, wodurch viele Zusammenhänge undurchschaubar wurden.