24 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein aufschlußreiches Buch über Pressezusammenhänge des 3. Re, 27. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Alfred Rosenberg: Der Ideologe des Nationalsozialismus. Eine politische Biografie (Broschiert)
Ein äußerst gutes Buch über die Pressezusammenhänge der Top-Nazipresse. Sehr gut wird hier auch dargestellt, das ebenso die Presse wie insgesamte Machtstrukturen des Dritten Reiches kein monolithischer Block war, sondern von polykratischen Strukturen und Menschen getragen wurde. Sehr interessant auch die Durchleuchtung des Konfliktes des völkischen Beobachters(Alfred Rosenberg)mit dem Kampf-Verlag (die Brüder Otto und Gregor Strasser)sowie der SA-Presseleitung. Wie gewohnt ist dieses Buch ein Glücksgriff für den verleger S. Bublies, da er damit wieder mal unter Beweis stellt, das sein Verlag in Deutschland führend ist, wenn es um zeitgeschichtliche richtige Darstellung geht, ohne sich um "politische Korrektheit" zu scheren.Einen großen Lob auch an den Autor, Herrn Andreas Molau, der ein solch gutes Buch durch genaue Zeit-und Geschichtsforschung erst möglich macht. Dies zeigt auch das ausführliche Quellenverzeichnis.
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19 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Kritik zu Molaus Buch über Rosenberg, 12. Februar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Alfred Rosenberg: Der Ideologe des Nationalsozialismus. Eine politische Biografie (Broschiert)
Alle von Andreas Molau aufgezählten Autoren, die sich bisher mit Rosenberg beschäftigt haben, hätten den »Fehler begangen, persönliche Wertmaßstäbe vor eine sachliche Auseinandersetzung zu setzen«. So beginnt Molau in seiner durchaus wertorientierten Einleitung. – Den Begriff »Ideologie« lehnt Molau zur Bezeichnung von Rosenbergs nationalistischen und rassistischen Denksystem ab (S. 31 ff.). Er möchte ihn durch den Begriff »Weltanschauung« ersetzt wissen und bezieht seine Defintion von »Weltanschauung« unter anderem aus einem Buch des Rechtsideologen Armin Mohler. Sein Mangel an philosophischer Bildung gibt Molau zu erkennen, indem er eine Kant-Definition von »Weltanschauung« mit dem »Ding an sich« gleichsetzt (S. 32). – Selbstverständlich kann seiner Ansicht und dualistischen Weltsicht nach auf eine »marxistische Faschismustheorie« zur Erfassung der Grundlagen des Nationalsozialismus, insbesondere der »Weltanschauung« von Molau, verzichtet werden und plädiert mit dem Rassisten Rosenberg für Sozialtugenden wie »Sittlichkeit, Ehrlichkeit und Treue« (S. 37). – Schließlich stellt Molau die streng dualistische und säkulare apokalyptische Ideologie von Rosenberg so dar, als hätte er ein pluralistisches Geschichtsbild (vgl. S. 68), räumt aber verhüllend ein, daß Rosenberg dem Topos »europäische Völker« den des »Bolschewismus« (den Rosenberg als eine »Verkörperung des jüdischen Geistes« aufgefaßt hat) entgegengesetzt hätte. – Insgesamt berücksicht Molau keineswegs die Perspektive der Opfer des Nationalsozialismus, sondern schreibt vor allem gegen seine paranoide Welt von angeblich nicht wertneutralen Nachkriegs-autoren, die bisher über Rosenberg geschrieben haben. So erscheint der Ideologe Rosenberg in Molaus Darstellung insgesamt schon fast als »human«, aber vor allem dann, wenn er Rosen-bergs Ideologie mit der von anderen führenden Nationalsozialisten vergleicht und auf Rosen-bergs »letzte Aufzeichnungen«, mit denen Rosenberg in Nürnberg schließlich auch seinen Kopf retten wollte, besonders häufig zur Stützung seiner Thesen über Rosenberg heranzieht. – Rosenbergs Verantwortung für die begangenen Schwerverbrechen in Osteuropa wird von ihm schließlich dadurch ausgeblendet, indem Molau zum Schluß seines Buches - nach all seinen eigensten perspektivischen Darstellungen - seinen Leser »unaufgefordert« dazu auffordert, selbst über das Urteil im Nürnberger Prozeß zu urteilen. – Für den Leser dürfte aber auch von Interesse sein, daß der Rechtsintellektuelle Molau beispielsweise Mitglied in der Burschenschaft DHG Trutzburg-Jena war, sich 1994 zu dem rechtsradikalen Sänger Frank Reinnike bekannt hat (Junge Freiheit, Nr. 36/94, 2. September 1994) und im Mai 1995 einen Vortrag bei der rechtsgerichteten GfP gehalten hat. Daß Molau in seinem Buch indes auf eine Kurzbiographie »verzichtet« hat, beschwört gegebenenfalls um so mehr Nachforschungen herauf. Es wäre als ein Ausdruck des Wunsches nach Kritikfähigkeit bei seinen Lesern zu werten gewesen, wenn er ihnen biographische Daten mitgeteilt hätte. Das hat er aber nicht. Zudem erscheint für die Zukunft wünschenswert, daß sich ein Autor für Rosenbergs Biographie interessiert und eine solche schreibt, der sich weder dem »linken« noch dem »rechten Lager« (so wie Molau) zugehörig fühlt und für den sich eine säkulare dualistisch-apokalytische Weltsicht, die eine »säkulare Religion« begründen soll, als »faschistisch« und im Kern »menschenverachtend« und »selbstverachtend« erwiesen hat. Denn für diese Strukturen moderner Ideologien liefert Rosenbergs Biographie genügend Belege, welche Molau überhaupt nicht zum Thema gemacht hat. Opfer des Nationalsozialismus, wie z.B. Anne Frank, würden diesem fiktiven Autoren vermutlich danken, wenn sie könnten.
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