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Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe
 
 
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Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe [Gebundene Ausgabe]

Ernst Piper
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 832 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (10. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896671480
  • ISBN-13: 978-3896671486
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 16 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Ernst Piper
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Auch mehr als sechzig Jahre nach Ende des "Dritten Reichs" und des von ihm entfesselten Zweiten Weltkriegs weist die Forschung hinsichtlich der ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus noch immer Lücken auf. Die vielleicht wichtigste hat Ernst Piper nun mit einer bravourösen biografischen Arbeit über Alfred Rosenberg geschlossen!

Während in den vergangenen Jahrzehnten eine Unzahl von Studien das Leben und das Denken Alfred Hitlers bis in die verborgensten Winkel ausgeleuchtet haben, hatte man dessen "Chefideologen" Rosenberg erstaunlicherweise sträflich vernachlässigt. Dabei ist die Bedeutung Rosenbergs für das Denken und Handeln "des Führers" kaum zu überschätzten. Zeitgenössische Beobachter, wie etwa die Autoren einer von Piper zitierten Exilschrift aus dem Jahre 1934, gingen in ihrem Urteil sogar so weit, zu behaupten, dass "Hitler befiehlt, was Rosenberg will". Dass man von Rosenberg gemessen an seiner Bedeutung gleichwohl kaum Notiz nahm, hat vielerlei Gründe. Der wichtigste liegt in Rosenbergs Persönlichkeit selbst. Er drängte sich nie in den Vordergrund. Im Gegenteil, den scheute er. "Er ging am 9. November 1923 nur einen Meter hinter Hitler, doch niemand nahm es zur Kenntnis; er gehörte auch nicht zu den Angeklagten im folgenden Prozess. Zu beschreiben, wie die deutsche Gesellschaft auf sein Auftreten reagierte, wäre nicht möglich, denn Rosenberg trat nicht auf." Außer hier und da auf einem Parteitag wurde er nie als Redner eingesetzt. Auch verkehrte er, anders als Hitler, auch nicht in den Münchner Salons. "Seine Bühne war der Schreibtisch." Alle anderen Naziführer haben zusammen nicht annähernd soviel nazistisches Schrifttum produziert, wie Rosenberg, der mit seinen Kommentaren zum Parteiprogramm sowie der Herausgabe und Redaktion beinahe aller nationalsozialistischen Periodika das ideologische Fundament der Partei immer wieder erneuerte.

Kurzum: Eine längst überfällige Studie, zu der wir dem Autor (und verdienten Verleger), der damit seine Habilitationsschrift vorlegt, von Herzen gratulieren! -- Andreas Vierecke

Pressestimmen

"Piper erzählt dieses Leben nicht im Stil der klassischen Biographie, die möglichst nah an ihr Objekt heran will, sondern aus ironischer Distanz, die Rosenbergs moralische Beurteilung ebenso im Blick behält wie sie dem historischen Umfeld viel Platz einräumt. Quasi ein Porträt im Weitwinkel, das sich auch als Geschichte der NSDAP betrachten lässt." (Süddeutsche Zeitung )

"Ernst Piper liefert die ultimative Geschichte eines Aufsteigers, dessen Fanatismus seine Zeit maßgeblich prägte." (Rheinischer Merkur )

"Wenn auch Piper wie viele Biographen dem Gegenstand seiner Arbeit zuviel Bedeutung beimißt und manches in ein vorgefertigtes Deutungsmuster zu pressen versucht, so wird doch niemand an seinem Buch vorbeigehen können. Die Fülle des darin verarbeiteten Materials macht es gewiß zur abschließenden Biographie des wohl eigenartigsten Weggefährten des Menschheitsverbrechers Hitler." (Ralf Georg Reuth, Welt am Sonntag )

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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Paradigmenwechsel in der Beurteilung, 11. November 2005
Von 
Holger Freiherr von Dobeneck (Heidelberg, Baden Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe (Gebundene Ausgabe)
Wie überall bemerkbar ist der Zeitgeist in starker Veränderung begriffen . Das sieht man auch in der Beurteilung des Nationalsozialismus. Unmittelbar nach 1945 wurde der Nationalsozialismus als ein ausschließlich Blut und Boden verhaftetes rückwärtsgewandtes Phänomen gesehen bis Zitelmann auf die starken Modernisierungsschübe hinwies.Auch die Studie Pipers über Rosenberg bringt einen Perspektivenwechsel. Bislang sah man in Rosenberg ein beinahe unwichtiges Epiphänomen , der in der NS-Hierarchie nirgends ernstgenommen wurde.Piper aber macht deutlich , daß Rosenberg noch vor Himmler und Hitler der eigentlich antisemitische Stichwortgeber des Systems war.Rosenberg glaubte tatsächlich beinahe religiös an ein jüdisches Weltverschwörungssyndrom .Mir selbst machte die ausführliche Pipersche Recherche deutlich , daß der psychologische Hintergrund eine tiefliegende Identitätsproblematik Rosenbergs war , das beginnt schon mit seinem jüdisch klingenden Namen und findet enorme Verstärkung in dem ethnischen Gemisch aus Polen , Russen , Balten , Deutschen und Juden , in das Rosenberg im Baltikum hineinsozialisiert wurde . Die Suche nach völkischer Homogenität ist ja letztlich eine verzweifelte Identitätssuche , wie sie überall in den stark konfliktuösen Multikulturstaatsverbänden anzutreffen ist , die nicht mehr durch gemeinsame religiöse Identitäten aufgefangen werden können.Piper wendet sich gegen Noltes Interpretation hinter dem Nationalsozialismus läge ein letztlich liberaler Europagedanken , wie er aus den europäischen Verbänden der Waffen SS herauszulesen meint. Es ist daher sehr naheliegend den Nationalsozialismus eher als quasi religiöses Phänomen zu deuten.Piper wendet sich nur mit Entschiedenheit dagegen , Rosenberg als eigentlich Liberalen sehen zu wollen , Rosenberg war nach Piper leicht nachvollziehbar von ganzem Herzen illiberal.Eigentlich ist es nicht zu verstehen , daß in der Zeitgeschichtsschreibung bislang Rosenberg weitgehend übersehen wurde. Mit gutem Recht hat sich Piper mit seiner umfangreichen Studie habilitiert.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schluss mit Soldaten-Zählen, 2. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe (Gebundene Ausgabe)
Pipers Darstellung geht weit über eine reine Rosenberg-Biographie hinaus. Er beleuchtet das gesamte nationalsozialistische Umfeld so ausführlich und stilsicher, dass das Buch eigentlich als Standard-Lektüre für den Geschichtsuntericht im Themenbereich Nationalsozialismus zu empfehlen ist. Zuviele Darstellungen haben es bisher dabei belassen, Daten und Fakten zu benennen, und dabei die ideengeschichtlich zu benennenden Motive vernachlässigt.

Es gibt m. E. nur ein kleines Manko: Die wohl zurzeit spannendste Frage, die nach der politischen Religion des Nationalsozialismus, wird von Piper nur gestreift. Da wo er konkreter wird, wird er widersprüchlich. So schreibt er zwar: "Rosenbergs Mythos war ein zutiefst gnostischer Mythos." (206) und: "Die Judenvernichtung war gewissermaßen Arbeit am Mythos, am Mythos des Blutes", aber andererseits zieht er die Conclusio: "Festzuhalten bleibt, dass der Nationalsozialismus, wenn nicht Ersatzreligion, doch mindestens Religionsersatz sein wollte. Lassen wir das letzte Wort einem Zeitgenossen. Konrad Algermissen schrieb 1934: 'Religionspsychologisch bedeutet diese von Rosenberg verkündete Zukunftsreligion die Relativierung des Absoluten und die Entwertung alles Religiösen.'" (231) Zudem bezeichnet er das NS-Feierjahr als "pseudoreligiöse Selbstinszenierung des totalitären Staates". (226) Wenn aber die Judenvernichtung das herausragende Merkmal dieses Staates war, und diese durch den gnostischen Mythos, die Religionsphilosophie der Gnosis, befeuert wurde, dann kann dieser Staat nicht als "pseudoreligiös" bezeichnet werden. Piper hätte hier durchaus in Sachen Gnosis und Nationalsozialismus deutlicher werden können und müssen.

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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Kein großer Wurf, 27. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe (Gebundene Ausgabe)
Eine materialreiche Biographie, gewiss. Aber: Piper ertrinkt in der Stofffülle, er bewältigt sie nicht. Der Autor springt zwischen den Themenbereichen und verliert dabei nicht selten den Gegenstand seiner Biographie völlig aus den Augen. Nach der Schilderung der Ereignisse zwischen der Novemberrevolution und der Niederschlagung der Räterepublik in München, stellt er z. B. lediglich lakonisch fest: "Alfred Rosenberg bewegte sich am Rande all dieser Ereignisse. Wie sie auf ihn gewirkt haben, ist nicht überliefert." (34) Und das passiert des öfteren. Positiv ausgedrückt: das Buch geht weit über eine Biographie hinaus. Etwa ein geschätztes Viertel bis maximal ein Drittel von gut 600 Seiten (ohne Anhang) beschäftigen sich mit Rosenberg; das ist aber nicht das, was ich von einer Biographie erwarte. Es kann also gar keine Rede davon sein, dass Piper Rosenbergs Lebensweg "umfassend rekonstruiert" (Klappentext).

Die Beschreibung und Rezeption des "Mythus des Zwanzigsten Jahrhunderts", Rosenbergs "Hauptwerk", nimmt breiten Raum ein, aber dessen Inhalt wird nicht so recht deutlich. Piper scheut sich, klar Stellung zu beziehen. "Auch wenn Hutchinsons Urteil, Rosenberg sei ein halbgebildeter, intellektueller Scharlatan gewesen, am Ende nicht unberechtigt ist, so hat er sich doch mit vielerlei Autoren auseinandergesetzt." (191) Was soll diese gewundene Formulierung? Und mit welchen Autoren hat sich R. auseinandergesetzt? Piper nennt Houston Stewart Chamberlain, de Lagarde, Richard Wagner, Ernst Moritz Arndt, Othmar Spann, Oswald Spengler, Herman(n) Wirth u.v.m. die meisten jedenfalls ausgewiesene Antisemiten und Wegbereiter des Faschismus. Falls das "vielerlei" intellektuelle Vielseitigkeit meinen sollte, so liegt Piper sicherlich falsch.

Gern dagegen äußert er nebulöse Vermutungen: "Der Abgeordnete Heuck, der R. so provoziert hatte, wurde ... 1934 ... im Gefängnis ermordet. Wir wissen nicht, ob R. etwas mit diesem Mord zu tun hatte." (242) Oder: "Immerhin wird es Letzterem [gemeint ist R.; Anm. des Verf.] eine gewisse Befriedigung gewesen sein, dass von den in diesen Vorfall involvierten SA-Führern ein Jahr später nicht ein einziger mehr am Leben war." (247)

Geradezu absurd wird es, wenn er an einer Stelle schreibt: "In den letzten Jahren ist es ... in Mode gekommen, über Nationalsozialismus als politische Religion zu diskutieren. Diese Diskussion soll hier nicht geführt werden" (226), um nur vier Seiten weiter festzustellen: "War der Nationalsozialismus nun eine politische Religion? Viele Indizien für diese These lassen sich zusammentragen." (240)

Alles in allem: Kein großer Wurf. Die Figur Rosenberg bleibt vor dem Hintergrund einer Unmenge fleißig zusammengetragenen Materials merkwürdig blass und schemenhaft. Wesentlich tiefere Einsichten, sowohl in die Person Rosenbergs als auch sein Denken, vermittelt die biographische Skizze, die Reinhard Bollmus im Rahmen des Sammelbands "Die Braune Elite" verfasst hat. "Bis heute fehlt eine umfassende Biographie Rosenbergs", schreibt Piper in der Einleitung - ich kann ihm nur beipflichten!
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