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4.0 von 5 Sternen
Gutgemeint, 15. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Alfred Hitchcock - Sämtliche Filme (Taschenbuch)
Taschen legt hiermit den dritten Band seiner Meister-Filmographien vor. Eigentlich hatte ich mir von diesem Buch versprochen, mehr über die Details in Hitchs Filmen zu erfahren, warum welche Kleidung, warum welche Musik, warum welcher Drehort, warum welche Besetzung etc. Darüber wird allerdings nur am Rande und meines Erachtens auch unzureichend erzählt. Jeder Schaffensperiode wird gleich viel Platz eingeräumt, so das die arbeitsreichste Zeit der 50-60er Jahre hier viel zu kurz kommt. Nicht erwarten darf man außerdem Gossip zu den Beziehungen zwischen ihm und seinen Schauspielerinnen oder ähnlichen Klatsch zu seinem Privatleben. Echtes Highlight sind die vielen, zum Teil bisher unveröffentlichten Fotos ( z.B. wie Grace Kelly ihm die Haare schneidet) und der Anhang, der von Original-Kinoplakaten bis zu allen seinen Cameo-Auftritten wirklich fast alles an Fakten zu allen seinen Filmen bereit hält. Alles in allem also durchaus informativ, wenn man allerdings mehr zu den oben erwähnten Details wissen will, ist man mit Truffauts Buch besser bedient.
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5.0 von 5 Sternen
Hitchcock, the one and only (master of suspense), 19. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Alfred Hitchcock - Sämtliche Filme (Taschenbuch)
Alfred Hitchcock, dem 'Master of suspence' wird in diesem optisch sehr gut gestaltenem Buch Tribut gezollt: Ein Regisseur, der mit legendären Filmen wie "Rebecca", "Vertigo", "Der unsichtbare Dritte" oder "Psycho" nicht nur Weltruhm erlangt hatte, sondern Bildsprache und Schnittechnik (Montage) bis heute prägt. Unzählige andere Regisseure wurden massgeblich beeinflußt, Brian de Palma und Paul Verhoeven etwa berufen sich in ihren Filmen immer wieder auf Hitchcock, wie etwa an "Dressed To Kill" (von de Palma selbst als Hitchcock-Hommage beschrieben) oder "Basic Instinct" (der sich zahlreicher Motive aus "Vertigo" bediente) ersichtlich wird. "The Sixth Sense" Regisseur Night M. Shyamalan widmete Alfred Hitchcock sogar eine eigen Tribut-Dokumentation. Der Motivation seiner Filme versucht dieses Buch von Paul Duncan auf den Grund zu gehen, und dokumentiert ebenso die (filmischen) Reaktionen: In zeitgenössischen Produktionen (nicht nur made in Hollywood) wird man immer wieder auf Anleihen beim großen Meister stoßen, der aber oftmals - wenn nicht stets - weitaus stilvoller und bewußter agierte als seine Nachahmer, die über bloßes Zitieren nicht hinauskommen. Nun, das Zitieren von Hitchcock mag zulässig sein, am Kopieren sollte man sich nicht versuchen, da fährt man den filmischen Karren schon mal mit Bravour in den Graben, wie etwa das abenteuerlich schlechte Remake von "Psycho" under der Regie bewies. Form der Inszenierung, Wahl der Mittel waren oftmals revolutionär, tabubrechend und genreprägend: Ohne Hitchcock würden die Thriller der Neuzeit anders aussehen, aber die Qualität des Meisters erreicht seitdem sowieso kaum jemand. Wie schon mit den Filmbüchern zu Billy Wilder oder Stanley Kubrick überzeugt der Taschen-Verlag auch diesmal mit einem ausgezeichneten Preis- Leistungs-Verhältnis: Die optische Gestaltung dieses Buches ist erstklassig, die Fotos hochwertig und die Beglettexte gut recherchiert.
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4.0 von 5 Sternen
Graphisch gelungene Hommage, 4. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Alfred Hitchcock - Sämtliche Filme (Taschenbuch)
Paul Duncans Buch "Alfred Hitchcock - Sämtliche Filme", das im Jahr 2003 im Verlag Taschen erschien, würde ich eine, vor allen Dingen graphisch sehr gut gelungene, Hommage an den "Master of suspense" nennen. Das Buch im Format 25 x 20 cm zeigt auf 192 Seiten auf hochwertigem Papier gedruckt viele seltene Schwarzweiß- und Farbfotos aus Hitchcocks Filmen in vorzüglicher Qualität. Obwohl ich mich seit dem Jahr 1980, in dem Alfred Hitchcock starb, mit Hitchcock's filmischem Gesamtwerk intensiver beschäftigt habe und bezüglich Fotos und Set-Dokumentationen besonders auch das Citadel-Film-Buch "Alfred Hitchcock und seine Filme" von Harris/Lasky schätze, sah ich in Duncan's Buch viele Standbildfotos und Set-Aufnahmen, vor allem aus der englischen Periode, zum ersten Mal und war begeistert. In diesem Punkt ist das Buch wirklich jeden Cent wert. Auch die gestalterische Aufmachung, die Kombination von Zitaten, Text sowie kleinen und großen Fotos ist sehr gelungen und hat dazu geführt, dass ich an einem Abend erst einmal alle Bilder angesehen und die Untertitel dazu gelesen habe, weil sie einem in ihren Bann ziehen. Die bebilderten Cameo-Auftritte Hitchcocks sind ebenfalls sehr detailliert aufgeführt, wenn auch seltsamerweise einige Bilder fehlen, zu denen Beschreibungen vorliegen. Den redaktionellen Inhalt des Buches halte ich für weniger informativ. Man merkt, dass John Russell Taylors Buch "Die Hitchcock-Biographie" und Donald Spotos umfangreiches Werk "Alfred Hitchcock - Die dunkle Seite des Genies" zu einer Art schneller Zusammenfassung verarbeitet wurden, die oft sehr nüchtern und oberflächlich klingt und einige grobe Schnitzer enthält (z.B. Edith Hearst statt Edith Head, Roger Thornhill soll vom Sprühflugzeug aus vergiftet werden - in Wirklichkeit wird er daraus beschossen, Vilette aus "I confess" ist Richter - in Wirklichkeit ist er im Film Rechtsanwalt). Manche Sätze vereinfachen Sachverhalte sehr plump (z.B. Zitat: "... aber er hatte die Lust am Film verloren und verstarb am 29.04.1980."). Viele Filme werden nur im Schnellverfahren abgehandelt. Hier ist das oben erwähnte ebenfalls großformatige Buch von Harris/Lasky wesentlich besser (Falls Sie dieses günstig antiquarisch kaufen können, sollten Sie nicht zögern. Es ist Klasse.). Abschließend ebenfalls redaktionell eher mäßig gelungen ist die Filmographie, die durch farbige Abbildungen von Filmplakaten zu Hitchcock-Filmen wiederum exzellent graphisch aufgelockert wird. Es ist dabei jedoch unverständlich, warum nur ein Teil der Mitwirkenden an den jeweiligen Filmen genannt wird, so werden z.B. die Verantwortlichen für Kostümentwurf, Filmarchitektur, Spezialeffekte u.a. Sparten häufig nicht genannt. Ein Kuriosum fiel mir auf: Saul Bass wird bei "Der unsichtbare Dritte" als der für das "Zwischentiteldesign" Verantwortliche aufgeführt, jedoch war dies natürlich längst kein Stummfilm mehr, enthielt keine Zwischentitel und Saul Bass entwarf statt dessen den graphisch interessanten Titelvorspann mit den "Credits", an dessen Ende Hitchcock seinen Cameo-Auftritt an einer Bushaltestelle hat. Wer nähere Informationen zu den Crews der Filme braucht, ist bei Spotos Buch, das ich sonst nicht besonders mag, viel besser aufgehoben. Aufgrund dieser Mängel im Textteil würde ich Paul Duncan's Buch nicht die volle Punktzahl geben, kann es aber durchaus sonst zum Kauf sehr empfehlen, weil es rein optisch ein rundum gelungenes Produkt ist.
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