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54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Evolution of suspence, 7. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Alfred Hitchcock - The Early Years (6 DVDs) (DVD)
Nachdem inzwischen viele der heute noch berühmten Filmkunstwerke von Alfred Hitchcock als DVD ihre Wiederauferstehung feiern durften, widmet sich ein Filmverlag nunmehr zunächst den Frühwerken des Meister. Sieben englische Produktionen aus den Jahren 1926 bis 1938 sind in diesem Schuber gebündelt, aufgereiht in einer soliden und ansprechend gestalteten Klappschatulle. Sechs DVDs mit einer Gesamtspielzeit von 398 Minuten sowie fast drei Stunden an zusätzlichem Bonusmaterial (= zwei Stummfilme + eine Kurzdoku über Hitchcock), macht zusammen etwa neuneinhalb Stunden. Die Beschriftung der Box, das 12-seitige Beiheft und die DVD-Menüs sind ausschließlich in Deutsch gehalten (Ausnahme: der Titel der Edition). Diejenigen Interessenten, die nun auch deutsche Synchronisationen erwarten, werden glatt enttäuscht: Sämtliche Filme sind (nur) in ihrer Originalsprache enthalten. Allerdings gibt es generell die Möglichkeit, deutsche Untertitel einzublenden. Immerhin. Englische Untertitel werden leider nicht angeboten. Ich erwähne dies detailliert, weil die Amazon-Rezension behauptet: "Alle Filme liegen in der deutschen und englischen Fassung ... vor." (Von einigen Streifen gibt es bislang auch noch gar keine deutsch synchronisierte Version .) Dieser Umstand darf der DVD-Box jedoch nicht als Minuspunkt angelastet werden, denn es ist klar (wenn auch winzig klein) aufgedruckt "Sprachen: Englisch" - also keine Mogelpackung. Die Bildqualität ist durchweg hervorragend: sattes, brillantes Schwarzweiß, digital remastered. Auch der Ton kann sich hören lassen, aber natürlich hat das Remastering von 70 Jahre altem Filmton auch seine Grenzen. HiFi-Qualität ist da nicht drin. Das wird aber wohl auch niemand ernsthaft erwarten. Das gilt nicht für die Musik zum Stummfilm "The Lodger" (Der Mieter); die ist wesentlich neueren Datums. Zum Ausgleich dafür darf man den zweiten Stummfilm "Downhill" (Bergab) dann in völliger Stille einnehmen. Das ist selbst für einen bekennenden Stummfilm-Freund wie mich eine (fast) völlig neue Erfahrung: Ein Kinofilm ganz ohne Ton! Dazu fällt mir nur eine Entschuldigung ein: Einem geschenktem Gaul guckt man nicht ins Maul, soll heißen: Lieber ohne Ton als gar nicht (ist ja als Bonustrack deklariert). Über den Inhalt und Stellenwert der enthaltenen Filme gibt die Amazon-Rezension hinreichend Auskunft. Hierzulande dürfte vor allem "The Lady Vanishes" (Eine Dame verschwindet) allgemein bekannt sein. Dieser Film war in synchronisierter Fassung schon etliche Male im Fernsehen zu sehen. Ansonsten handelt es sich eigentlich durchweg um Premieren (natürlich nicht für den ambitionierten Hitchcock-Fan), die man so leicht nicht an jedem Kiosk finden kann. Fazit: Eine gelungene Box zu einem günstigen Preis. Leider ist sie nicht geeignet, um jüngeren Generationen hierzulande das Phänomen "Hitchcock" näherzubringen. Denn nichtsynchronisierte Schwarzweißfilme mit Untertiteln schrecken erstmal gehörig ab. Dabei bieten viele der hier enthaltenen Produktionen eine atemberaubende Dichte und Intensität, und das ohne jeglichen technischen Schnickschnack. Davon können Matrix & Co wohl doch nur träumen...
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolle Box - mit einem kleinen Makel, 9. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Alfred Hitchcock - The Early Years (6 DVDs) (DVD)
Um zunächst einem der Vor-Rezensenten zu widersprechen: Alle Filme, die in diesem Box-Set enthalten sind, liefen bereits im deutschen Fernsehen, mit Ausnahme der 1934er Fassung von "The Man who knew too much" und "Downhill" (obwohl ich mir auch beim letztgenannten nicht ganz sicher bin). "The Lodger" ist erst vor wenigen Jahren mit Musik unterlegt worden, ich besitze ihn noch in einer VHS-Edition ohne Ton. Was diese Kollektion in einem fast strahlenden Licht erscheinen lässt, ist der traurige Umstand, dass Hitchcocks Frühphase im TV sträflich vernachlässigt wird. Auch wenn sie noch so toll sind, aber irgendwann ist gut gewesen mit der x-ten Wiederholung von "Die Vögel", "Der unsichtbare Dritte (North by Northwest)" oder "Psycho". Ich konnte kaum glauben, wie mager das Sonderprogramm zu seinem 100. Geburtstag war - immerhin wurden damals seine TV-Kurzfilme in den dritten Programmen gezeigt. Immerhin drehte Hitch in den 30er Jahren - im Nachhinein auch seine "englische Phase" genannt - mehrere Filme, die zu seinen großartigsten überhaupt zählen, nämlich "Sabotage" und "The Lady Vanishes" (Eine Dame verschwindet). "Young and Innocent" ist einer meiner absoluten Lieblings-Hitchcocks, ein köstlich-leichter, humorvoller Streifen mit einer berühmten Schlusssequenz (die mit dem Jazz-Trommler und dem auffälligen Augenzwinkern). Für Hitchcock-Interessierte ist dieses Box-Set eine hervorragende Gelegenheit, den Meister des Suspense in einer seiner stärksten Schaffensperioden zu erleben. Die Kenner nehmen dankbar an, dass hier hervorragende Werke in exzellenter Qualität und im Originalton zu sehen sind. Das gute Bonusmaterial inklusive zweier seltener Stummfilme ist ebenfalls ein überzeugendes Kaufargument. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch (ob ich es jemals erlebe, dass ein makelloses Hitchcock-Set auf den Markt kommt?): Warum fehlt, verdammich noch mal, "Die 39 Stufen"? Das ist unlogisch, denn es ist der einzige Film, der aus dem hier präsentierten Zeitraum 1934-38 fehlt, ein herausragender noch dazu. Die sechs Filme, die Hitch in diesen 5 Jahren drehte, bilden quasi das englische Pendant zu seinen amerikanischen Meisterwerken zwischen 1958 und 1964 (Vertigo, Der unsichtbare Dritte, Psycho, Die Vögel, Marnie). Dafür gibt's einen halben Stern Abzug. Macht aufgerundet trotzdem 5 - eine lohnende Anschaffung.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klassiker, die nie Staub ansetzen..., 14. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Alfred Hitchcock - The Early Years (6 DVDs) (DVD)
Zunächst eine kleine Anmerkung, bzw. ein Hinweis: Der Bezeichnung "Early Years" trifft im Rahmen dieser Box in erster Linie auf die beiden Stummfilme zu, die fünf Tonfilme würde ich allenfalls als "sehr fortgeschrittenes Frühwerk" gelten lassen, da Hitchcock zu dieser Zeit bereits voll auf der Höhe war, was Ausdruckskraft und Innovation anging. Tatsächlich ist, mit Ausnahme von "Die 39 Stufen" (ist Bestandteil der hellgrauen 5 DVD-Box), die eindrucksvollste Phase seiner 30er-Jahre-Werke komplett abgedeckt: Ein Gesamtwerk in seiner eigenen Weise, kurze, aber prägnante Filme, fast Stimmungsbildern gleich, deren jugendlicher Witz niemals völlig über die teilweise abgründigen Themen hinwegtäuschen kann, etwa die Dekadenz der Spionagewelt, der Verlust der persönlichen Unschuld und die tödliche Täuschung, die es bedeuten kann, wenn ein vertrauter Mensch (wie in "Sabotage") nicht der ist, der er zu sein schien. "Jung und Unschuldig" ersetzt zwar nicht "Die 39 Stufen", hat aber ein vergleichbares Thema um einen unschuldig Verfolgten, diesmal ins Provinzielle verlagert, mit eher jugendlichen Protagonisten, die innerhalb von zwei Tagen erwachsener werden, als alle schrulligen Personen es sind, denen sie auf ihrem Weg begegnen. "Secret Agent" ist quasi die Mutter aller James-Bond-Filme, aber viel interessanter: Das Töten von Menschen erscheint als negatives Ziel, bei dem die "Helden" auf die Unschuld von "Jung und Unschuldig" freiwillig verzichten, in dem Irrglauben, Töten sei der Zugang in eine glamouröse Abenteuerwelt, eine Frage der Ehre. Noch tiefer dringt der Stachel bei "Sabotage" ein, dem Film, in dem Hitchcock endgültig klarmacht, daß er kein "freundlicher" Regisseur ist: Der "Held" ist diesmal ein krimineller Kinobesitzer mit fragwürdigen Freunden, der dem kleinen Bruder seiner Ehefrau ein seltsam tickendes Päckchen mit auf den Weg gibt, das dieser in einem Schließfach deponieren soll. Der Junge verspätet sich... "Eine Dame verschwindet" ist vielleicht (neben "Immer Ärger mit Harry", 1955) der lustigste Hitchcock-Film überhaupt, dazu eine geniale Metapher über die Bewegung, die Monotonie und Fehlleitung von Zügen, die - ganz unlustig! - in einer großen Schießerei endet, ebenso wie die Erstfassung von "Der Mann, der zuviel wußte", bei der ein Vergleich mit dem 56er Remake so spannend wie sinnlos ist: Beide Filme sind sehr eigenständig, die Frühversion gewagter und origineller, die Fassung mit James Stewart emotionaler, thematisch anspruchsvoller. Die beiden Stummfilme sind sozusagen ein Extrageschenk: "Der Mieter" gilt als erster "echte" Hitchcock-Film, wegen seiner Unheimlichkeit, der Zwiespältigkeit des Helden und der Ironie, die sanft darüberschwebt. "Downhill" ist ein interessanter Film über die geteilte Schuld zweier Collegekameraden. Ein letzter Hinweis: Es gibt weitere interessante Stummfilme von Hitchcock, wie "The Ring" und "The Manxman", außerdem spannende frühe Tonfilme wie "Blackmail", "Murder!", "Rich & Strange" und "Number Seventeen", allesamt Werke, die ich, im Rahmen einer Hitchcock-Magisterarbeit, zu sichten das Glück hatte. Das sind wahrscheinlich die echten "Early Years", die es bislang (bis auf "Blackmail") leider höchstens als Auslandsversand gibt, aber wer weiß... kommt Zeit, kommt vielleicht auch deutsche DVD!
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