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[...] Aufgedeckt hat diese Zusammenhänge nun Ralph Jentsch, der Nachlaßverwalter von George Grosz. Seit rund 19 Jahren ist der ehemalige Galerist damit beschäftigt, einen Werkkatalog zusammenzustellen. Damit wären endlich die Werke von Grosz, ihre Entstehung, Herkunft und deren Verbleib eindeutig benannt. Jentschs Suche nach dem verstreuten und teilweise verschollenen Werk verläuft kreuz und quer durch die Welt. Die verramschten (und unterschlagenen) Gemälde aus jener Amsterdamer Auktion gelangten nach 1945 in angesehenen Museumsbesitz. In New York und New Haven, USA, befinden sich Gemälde, in London, Wien, Tokio und auch in der Bremer Kunsthalle. Gemeint sind die Gemälde "Pompe funèbre" von 1925 und "Stilleben mit Okarina und Muschel" von 1931. Beide Kunstwerke wurden in den siebziger Jahren aus Mitteln der Hansestadt erworben. Die Erben von George Grosz aber beanspruchen die Bilder nun für sich. 2003 stellte Ralph Jentsch im Auftrag der Grosz-Erben einen Restitutionsantrag an alle ausfindig gemachten Museen. Geschehen ist bis heute nichts. Die Museen weisen den Antrag auf Rückgabe als gegenstandslos zurück. Die Ansprüche sind verjährt, das macht das Ganze letztlich zu einer Frage der Moral. (Stefan Berkholz)
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