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Alexis de Tocqueville (Campus Einführungen)
 
 
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Alexis de Tocqueville (Campus Einführungen) [Broschiert]

Karlfriedrich Herb , Oliver Hidalgo
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 176 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (7. März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593376474
  • ISBN-13: 978-3593376479
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

01.10.2005 / Lesart: Politischer Denker der Moderne "Ein kurzer und präziser Überblick über Tocquevilles wissenschaftlich-politologisches Werk."

Kurzbeschreibung

Wenn ein Aristokrat die Demokratie favorisiert, ein Franzose die Amerikaner lobt und ein Freigeist nach Religion verlangt, scheint dies paradox. Tocqueville (1805-1859) beweist, dass der erste Blick oft täuschen kann. Seine Werke werfen Probleme auf, die bis heute ungelöst sind: Wie viel Demokratie darf man wagen? Gibt es einen Konsens zwischen Eigennutz und Gemeinsinn? Und wie viel Bürokratismus und Politikverdrossenheit kann sich die moderne Gesellschaft leisten? Diese Fragen sind auch nach 200 Jahren hoch aktuell. Die Autoren schildern Tocquevilles Leben und seine politische Wissenschaft, in deren Mittelpunkt die Frage nach dem Verhältnis von Freiheit und Gleichheit steht. Im Namen der Freiheit mahnte er zu mehr Selbstbestimmung und Verantwortung. Auf diese Stimme sollten wir heute hören.

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Gelungene Einführung 19. November 2006
Format:Broschiert
Die Einführung erfüllt ihren Zweck, dem Leser in kurzer und präziser Form den politischen Denker und Staatsmann Alexis de Tocqueville vorzustellen. Die Lektüre informiert ebenso klar wie übersichtlich über Tocquevilles Hauptwerke De la démocratie en Amérique und LAncien régime et la révolution, sein Hin- und her gerissen sein zwischen aristokratischer Vergangenheit und demokratischer Zukunft, die (überwiegend erfolglosen) Bemühungen als Politiker sowie seine insgesamt eigenwillige Stellung innerhalb der politischen Ideengeschichte. Nebenbei erfährt man viel über eines der Grundprobleme der Demokratie: die Balance zwischen Freiheit und Gleichheit.

Zur Kritik von Michael Hereth aus Aix-en-Provence aber ist zu sagen, dass sie bezeichnenderweise von einem Autor stammt, der ein vergleichbares Werk verfasst hat (Tocqueville zur Einführung, Hamburg 2001), das in direkter Konkurrenz zur Einführung von Karlfriedrich Herb und Oliver Hidalgo steht

Es überrascht daher nicht, wenn sich die erhobenen Vorwürfe als haltlos erweisen. Auf der von Hereth erwähnten Seite 87 wird ausdrücklich festgestellt, welchen besonderen Stellenwert die Herrschaft über Algerien für Tocqueville gehabt hat, wobei als Beleg ein Zitat dient, das gerade aus jenem Band der Oeuvres complètes stammt, den die Autoren angeblich ignoriert haben.

Das Zitat über die Bewertung von Tocquevilles Imperialismus aber wurde von Hereth aus dem Zusammenhang gerissen und dabei offensichtlich nicht verstanden. Jedenfalls wird hier keineswegs einer Verbindung von Liberalismus und (Sozial-)Darwinismus das Wort geredet, sondern lediglich darauf verwiesen, dass Tocquevilles außenpolitisches Handeln in keinem Widerspruch zu seinen theoretischen Positionen steht. Dass mit dem Vertrauen in die moralische Überlegenheit des Christentums kein Imperialismus zu rechtfertigen ist, versteht sich von selbst; Tocquevilles Überzeugung lässt sich gleichwohl auf diese Prämisse zurückführen, ob es einem gefällt oder nicht.

Unverständlich und höchst widersprüchlich ist es schließlich, wenn Hereth zunächst behauptet, Tocquevilles Wirken als Politiker sei an sich gar kein Gegenstand für eine Einführung, um danach daran herumzumäkeln, die Darstellung gehe diesbezüglich zu wenig ins Detail. In Wirklichkeit sind gerade die Informationen zu Tocquevilles politischer Karriere sehr interessant, zeigen sie doch, wie schwierig es ist, eine überzeugende Theorie in die Praxis umzusetzen.
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hereth
Format:Broschiert
Das Buch von Karlfriedrich Herb und Oliver Hidalgo über den klugen französischen Adeligen versucht die Denk- und Lebenswelt dieses herausragenden und noch dazu verständlich schreibenden Theoretikers der Demokratie nachzuzeichnen. Nach einer kurzen Darstellung der Spannung zwischen Gleichheit und Freiheit, (Kap. 2) die nach den Aussagen der meisten Analytiker von Tocquevilles Werk das Zentrum seiner Untersuchungen der amerikanischen Demokratie sei, behandelt das dritte Kapitel die Hauptgedanken des Buches über Amerika. Das Kapitel 4 gibt einen kurzen Einblick in die politischen Aktivitäten Tocquevilles und das 5. Kapitel behandelt Tocquevilles Analyse der Bedingtheit der Französischen Revolution durch geschichtliche Entwicklungen. An ein Kapitel über den „Liberalismus der neuen Art“, den Tocqueville ins Leben gerufen habe ( 6 ), schliesst sich eine Kurzdarstellung der Rezeptionsgeschichte an. Ein Literaturverzeichnis schliesst die Publikation ab.

Am 29.Juli 2005 jährt sich der Tag der Geburt des Alexis de Tocqueville zum 200sten Male. Es wird also sicher nicht an Gedenken und Rückblicken ermangeln, und so ist es gut, dass man sich über Tocqueville informiert.
Als eine Einführung in die Gedankenwelt von Alexis de Tocqueville und damit in die Gedankenwelt des ersten Denkers, der die moderne Grossflächendemokratie der Vereinigten Staaten von Amerika einer Analyse unterwarf, ist dieses Buch brauchbar, auch wenn die Autoren für den Geschmack des Rezensenten ein wenig mühsam mit der Einordnung Tocquevilles in die Denkschulen der modernen politischen Wissenschaft beschäftigt sind.

Die Frage, ob eine derartige Untersuchung auch den praktischen Politiker
( Tocqueville war von 1837 bis zum Putsch von Napoleon III aktiver Parlamentarier, nach 1848 sogar kurze Zeit Aussenminister ) umfassen sollte, muss anlässlich dieses Buches allerdings gestellt werden. Wenn man die bürgerlich – politischen Aktivitäten Tocquevilles tatsächlich in einer Einführung behandelt, kann man dies nicht wie Herb und Hidalgo locker über die Probleme hinweghuschend und unter Aussparung des in der Tat äusserst problematischen Teils seines politischen Handelns tun: Tocqueville war davon überzeugt, dass das Zentrum seines politischen Wirkens die Algerien-Frage war. Er war eine der Hauptfiguren in den Debatten der Nationalversammlung um die Eroberung Algeriens. Er hat zu diesem Bereich mehrere grosse, teilweise in Zeitungen veröffentlichte, Abhandlungen geschrieben; er ist der Kopf mehrerer Parlamentskommissionen und Verfasser ihrer Berichte. Tocqueville hat im Parlament mehrmals zu Algerien geredet. Herb/Hidalgo erwecken in einer Fussnote (S.87) den Eindruck, die einschlägigen Dokumente, zumindest die Notizen einer Reise durch Algerien, seien verloren gegangen. Dies ist irreführend. Beträchtliche Fragmente sind in der Pléijade-Ausgabe der Werke, die eigenartigerweise bei Herb/Hidalgo gar nicht erwähnt oder bibliographiert ist, veröffentlicht. Der dritte Band der vollständigen Werke veröffentlicht zudem auf über 300 Seiten Dokumente zur Algerien-Politik Tocquevilles, die von Herb/Hidalgo ignoriert werden. Die Autoren reden nur von einem Reisebericht, der im fünften Band veröffentlicht ist.
Kein Wunder also, dass die gesamte Algerien-Frage im Buch nicht behandelt wird. Diese ist aber nicht ohne Bedeutung. Im Gegensatz zu seinen besonders im Amerika-Buch entwickelten Gedanken bürgerlicher Gleichheit hat Alexis de Tocqueville die Eroberung Algeriens sowie die Unterwerfung der Völker dieses Landstriches ebenso befürwortet wie die dann ja von Frankreich geschaffene Gesellschaftsordnung: Das Land beherrschende, besitzende, regierende und verwaltende Europäer, denen die „Eingeborenen“ als Ungleiche dienten. Bei Herb/Hidalgo liest sich das so: „Sogar Tocquevilles imperialistische Vorstellungen korrespondieren bei näherem Hinsehen einer Überzeugung, die er schon in seinem Amerikabuch äussert. Gemeint ist das Vertrauen in die Überlegenheit der christlichen gegenüber der islamischen oder hinduistischen Kultur. Die Eroberung Asiens und Afrikas durch das christliche Abendland scheint unter dieser Prämisse wenig problematisch.“ ( S. 91)
Problematisch scheint mir an dieser Aussage einmal, ob es das „christliche“ Abendland war, das da eroberte oder nicht vielmehr ein aus den Fugen geratenes nicht mehr christliches Europa; zum anderen aber ist es eine flotte Konklusion, zu meinen, wer überlegen sei, dürfe auch erobern. Vielleicht liegt hier ( man kann offen lassen, ob dies nur für die Autoren oder auch für Tocqueville gilt ) eine problematische Gleichsetzung von Liberalismus und Darwinismus vor

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