Alexandria in den Jahren um 40 n. Chr.: Der Makedonier Alexander der Grosse hat seine Duftmarken hinterlassen, seine sterblichen Überreste liegen dort im Mausoleum. Die Stadt, eigentlich zum Imperium Romanum" gehörig, also unter der römischen Herrschaft Gaius Iulius Caesars (genannt Caligula), bildet einen Tiegel der Völkervermischungen. Ägypter, Nordafrikaner, Vorderasiaten, Griechen, Hellenen, Römer, Gallier, Britannier... Jedes Volk dient seinen eigenen Gottheiten, es herrscht die Vielgötterei. Dazwischen Randgruppen, die ihren Weg im Monotheismus suchen, nach dem einen wahren Gott, vordergründig die Juden und eine seltsam anmutende "Eremiten-Randgruppe am See", welche die Lehre eines gewissen Jesus von Nazareth vertritt. Alexandrias Handel blüht, dank der außerordentlichen Geschäftstüchtigkeit der jüdischen Stadtbewohner, es wird viel philosophiert, noch mehr geschlemmt und den fleischlichen Lüsten gefrönt Es herrscht quasi Frieden und Eintracht in der multikulturellen Buntheit. Gäbe es da nicht den römischen Imperator Caligula, der sein Abbild in die Tempel der Juden, zwecks Vergötterung aufstellen möchte, gäbe es da nicht die Griechen, denen die römische Vorherrschaft (nach dem Zusammenbruch des Imperiums von Alexander dem Großen) ein Dorn im Auge ist, gäbe es da nicht die Ägypter als Ureinwohner, die der Ansicht sind, dass Fremde in einem Gastland ihre Rechtsansprüche nicht überdehnen sollten.
Das Buch ist ein inhaltlicher und sprachlicher Hochgenuss. Gerald Messadié versteht es, politisch-historisch brisante Themen bildreich zu verpacken. Man greift zum Geschichtsbuch und recherchiert Hintergründe. Viele der philosophischen Grundsatz-Diskussionen sind rhetorisch-kunstvolle Leckerbissen. Empfehlenswert.