Sie war eine geborene "Alix von und zu Darmstadt und Hessen" und zog, als die Mutter starb zu ihrer Großmutter Queen Victoria nach England. Dort begegnete sie als Teenager dem zukünftigen Zaren von Russland Nikolai Romanow. Damit sollte eine Liebe beginnen aus der vier Töchter und 1904 endlich der ersehnte Thronfolger Alexeij hervorgingen. Doch mit seiner Geburt legten sich auch Schatten auf das Glück. Alix hatte die Hämophilie an den Sohn vererbt und zu jener Zeit bedeutete dies ein kurzes Leben geprägt von Schmerzen. Die Sorge um den Sohn, der ständig vor den kleinsten Verletzungen geschützt werden mußte, ließ sie chronisch an einem Rückenleiden erkranken und Hilfe in Rasputin suchen. Entgegen aller Meinungen hat sie nie ein Verhältnis mit ihm gehabt, sie war ihrem Mann "Nicky" treu bis in die Revolution, die zur Verbannung der Familie nach Sibirien führte. Ihr Tagebuch ist der Beweis ihrer Liebe an ihre Familie, ihr ständiges Hoffen auf Hilfe aus dem Ausland. Doch bevor die Verwandten reagieren konnten, wurde die Zarenfamilie 1918 erschossen. Überlebt hat niemand, auch nicht Anastasia, doch geblieben ist "Alickys", wie Nikolai seine Frau zärtlich nannte, Tagebuch und die verbliebenen leeren Seiten nach dem Todestag fordern Gerechtigkeit.
Russland hat diese erfüllt und die Überreste der Familie würdig bestattet und sie "heilig" gesprochen.
Das Buch übertrifft die teilweise recht langatmigen und schlecht recherchierten Biographien von Elisabeth Heresch über Alix und Alexeij. Die 400 Seiten reißen mit und machen am Schluß traurig und nachdenklich zugleich, weiß man doch um das Schicksal der Familie.
Ich kann die Biographie allen Interessierten nur sehr empfehlen, nicht nur, weil auf einem Friedhof unserer Stadt Alix`Kindermädchen aus Zeiten am englischen Hof begraben liegt und dies meine Interesse geweckt hat.;)