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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschönes, drastisches, gut gespieltes Epos, 1. April 2005
Dieser Film hat es mit seinem Mut zu Drastik, Offenheit und historischer Genauigkeit nicht leicht gehabt; so ist es Oliver Stone - dem Meister der Kontroverse - gelungen ist, sein Publikum in kaum vorstellbarer Weise zu spalten. Der Film setzt von seinem Zuschauer die Fähigkeit voraus, alle Erwartungen fallen zu lassen und sich ganz auf diesen ästhetischen Bilderrausch einzulassen. In Europa ist der Film sehr erfolgreich gewesen und hat die Verluste in den USA wieder kompensiert; im us-amerikanischen Süden war der Film bereits aufgrund vorgeblicher homoerotischer Sexszenen im Vorfeld boykottiert worden und nur wenige Kritiker konnten dem Film Großes abgewinnen (aber immerhin z.B. das "Time"-Magazin). Auch in Griechenland sollte der Start verhindert werden, bis sich allerdings der erste Zuschauer den Film tatsächlich ansah und "grünes Licht" gegeben wurde. Das alles verwundert doch sehr, denn - der Realhistorie folgend - ist zwar Alexanders Beziehung zu seinem General Hephaistion deutlich dargestellt, doch in Sachen Homoerotik verhält sich der Film extrem zurückhaltend. Darüber hinaus sollte festgehalten werden, dass es damals absolut üblich war, bisexuell zu sein; also viel Lärm um fast nichts. Und nun zum eigentlichen Geschehen. Anders als etwa "Troja" präsentiert uns "Alexander" gut ausgefeilte Charaktere, die in ein realhistorisch-präzises Szenario gebettet sind. Oliver Stone ("Platoon", "JFK") orientierte sich an der bis heute besten Biographie des Historikers Robin Lane Fox. Also ist dem Interessierten reichlich Inhalt geboten. Am eindrucksvollsten sind die gewaltigen Bilder des Epos', die höchsten ästhetischen Ansprüchen absolut gerecht werden, etwa die Darstellung Babylons oder andere Naturkulissen. Man kann sich kaum sattsehen an dieser immensen Bilderpracht, die man wohl kaum zuvor so opulent präsentiert bekam. Daneben gibt es zwei gigantische Schlachten, die eine gegen das Perserreich bei Gaugamela, die andere in Indien. Diese erleben wir nicht als durchgestylte Kampfszenen, sondern real und in brutalster Drastik. Die Schauspieler liefern gute Leistungen; herausragend sind Val Kilmer als König Philip und Angelina Jolie als seine Frau, Königin Olympias. Der Newcomer Colin Farrell als Alexander hat gute Momente, in denen er mitreißend spielt, aber phasenweise hätte er noch aggressiver sein dürfen, um dem Publikum wirklich plausibel zu machen, wie dieser Mann 4/5 der damals bekannten Welt erobern konnte. Daneben ist der Film mit weiteren großen Namen gespickt: Anthony Hopkins (Ptolemaios), Christopher Plummer (Aristoteles). Aber was macht Oliver Stones "Alexander" nun so 'besonders'? Der Film liefert uns keine Holzschnittcharaktere nach dem Schema "Gut gegen Böse" und ebenso ist die Handlung äußerst nahe an der realen Historie - was Pluspunkte sind, die "Braveheart" oder "Gladiator" nicht vorzuweisen hatten. Der Film ist außerdem in einzelne Episoden aufgespalten, die allesamt für reichlich Unterhaltung sorgen, aber eben nur in sich selbst Spannungsaufbau leisten, so dass es keine große, allumfassende Dramaturgie gibt, auf die der Zuschauer durch und durch konditioniert ist. Das muss aber auch nicht sein, denn will man der Historie gerecht werden, sollte man nicht künstlich etwas erzeugen, das den hohen inhaltlichen Anspruch - wie im Falle Trojas - dann ins Lächerliche zieht. Stones Schritt war mutig und man darf diesen Mut gerne anerkennen! Abgerundet wird das Ganze durch den kongenialen Soundtrack von Vangelis. Wer sich auf dieses zu unrecht kritisierte Epos einlässt, wird bestimmt in großen Genuss kommen. Denn "Alexander" übertrifft in seinem historischen Gehalt, dem psychologischen Potenzial und auch in darstellerischen Leistungen andere Hollywood-Epen beim Weitem. Man sollte dem Film daher die Gelegenheit geben, seine Geschichte zu erzählen und dabei vielleicht auf hollywoodtypisches Entertainment etwas verzichten. Lässt man sich von den Bildern fesseln, lauscht man den intensiven Dialogen und folgt der Symbolik, merkt man schnell, dass dieser Streifen sehr viel zu sagen hat und einen Platz als großes Epos beanspruchen darf.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Länger muß nicht besser sein..., 14. November 2009
Nun ist sie auch in deutscher Sprache verfügbar, die Revisited Uncut Version von Oliver Stones ALEXANDER.
Für die DVD bzw. BLU-RAY Veröffentlichung ist eine komplette Neusynchro angefertigt worden.
Der Film selbst wurde weitgehenst umstrukturiert...
Die große und hier mit noch mehr Gewaltszenen angereicherte Gaugamela-Schlacht, die in der Kinofassung etwa in der Mitte des Films zu sehen war, setzt schon viel früher ein.
Nach dem Filmbeginn mit Alexanders Tod folgt die Einleitung von Ptolemeiaos und nach einer Strategiebesprechung beginnt bereits das große Gemetzel.
Viele Szenen sind diesmal aus einem völlig anderen Blickwinkel zu sehen.
Einige Charakteure werden tiefergehender beleuchtet, Alexanders Homosexualität deutlicher hervorgehoben...
Vieles wird nun in Rückblenden gezeigt...
Doch all diese Veränderungen machen den Film für mich auch nicht viel besser als die ohnehin schon langatmige Kinofassung.
Die 206 Min wurden leider nur auf einer DVD untergebracht, dennoch kann die Bildqualität als gut bezeichnet werden.
Der 5.1 Ton klingt kräftig und ist meiner Meinung nach gut abgemischt.
Für die Neusynchro konnte weitgehenst auf die Originalsprecher der Kinofassung zurückgegriffen werden.
Anthony Hopkins z. B. wird hier nicht mehr von Joachim Kerzel gesprochen...
Zwar ist diese Neuynchro nicht schlecht ausgefallen aber dennoch gewöhnungsbedürftig.
Es gibt bessere und unterhaltsamere Monumentalfilme aus der Neuzeit Hollywoods.
P.S.: Kein Wendecover
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29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bildgewaltiges Epos für Anspruchsvolle !, 14. Juli 2006
Ich habe mir Alexander auch mit großen Erwartungen im Kino angesehen und wurde nicht enttäuscht den für mich war es einer der besten Historienfilm überhaupt. Der Film ist um Längen besser als Troja" der für mich eine einzige Enttäuschung war. In Troja sehen aller Krieger auch nach dem Kampf aus als kämen Sie frisch aus der Maske, Blut fliesst überhaupt nicht und die Darsteller sahen auch noch in den extremsten Situationen richtig cool aus. Nein Troja" ist definitiv kein guter Historienfilm, maximal durchschnittliches Popcornkino.
Mit großer Leidenschaft inszenierte Oliver Stone die Geschichte des makedonischen Feldherrn Alexander der nach dem Tod seines Vaters knapp 90% der damals bekannten Welt eroberte. Historisch gesehen hält sich Stone meist an die Fakten und Ihm gelang ein bildgewaltiges Epos mit großartigen Darstellern. Für mich ist die Rolle des Alexander mit Colin Farell auch ideal besetzt, auch wenn ich mir jetzt den Zorn von anderen Kritikern zuziehen werde.
Im Jahre 356 vor Christus wird Alexander im kleinen Reich Makedonien als Sohn von König Philipp II (Val Kilmer) und Olympias (Angelina Jolie) geboren. Zartbesaitet in jungen Jahren wird er nach der Ermordung seines Vaters im Jahre 336 v. Chr. zu einem der größen Feldherrn überhaupt. Die Hintergründe zu Philipps Tod beleuchtet Stone nicht näher und das ist gut so, den das ganze ist bis heute rein spekulativ und niemand weiss wie weit Olypimias und Alexander an der Ermordung beteiligt waren. Zumindest ist bekannt das Alexander alle, die dies behaupteteten umgehend exekutieren liess. Die Schlacht bei Gaugamela im Jahre 331 v. Chr. als Alexander die Perser besiegte ist wohl eine ganz entscheindene im Leben des Alexander und so wurde Sie von Stone auch dementsprechend in Szene gesetzt. Der Einzug in Babylon ist einer der Höhepunkte des Films und die Bilder laden zum träumen ein. Stone stellt in seinem kanpp dreistündigen Film die Person des Alexanders in den Mittelpunkt und liefert gleichzeig großartige Schlachten und exotische Schauplätze. Erzählt wird uns Alexanders Geschichte von seinem Weggefährten Ptolemäus der uns alles vor der wunderschönen Kullisse Alexandrias erzählt. Stone beleuchtet die Figur des Alexander aufs genaueste und legt auch ein Augenmerk auf dessen Sexualität und dabei besonders auf die vermutete Homosexualität. Die Beziehung zu seinem Freund Hephaistion (Jared Leto) steht hierbei im Vordergrund genauso wie seine überrachende Hochzeit mit Roxane.
Stone ist um historische Genauigkeit und Authenzität bemüht und das gelingt Ihm auch fast immer im Vergleich zu anderen Sandalenfilmen die in dieser Hinsicht vollkommen versagen. Wer sich die Mühe macht die historischen Fakten nachzulesen der wird mir zustimmen müssen. Zwar gibt es auch hier Momente die so nicht den Tatsachen entsprechen aber das ist zu verschmerzen. Die Darsteller hat Stone perfekt ausgewählt und so ist der Film mit Colin Farell (Alexander), Val Kilmer (Philipp II), Angelina Jolie (Olympias), Anthony Hopkins (Phtolemäus), Jared Leto (Hephaistion), Christopher Plummer (Aristoteles) und Rosario Dawson (Roxane) sehr prominent besetzt. Die Kulissen, allen voran Alexandria und Babylon sind wunderbar gewählt.
Kleiner Kritikpunkt ist die Filmmusik von Vangelis, den dieser hatte definitiv schon ein glücklicheres Händchen mit seiner Musik, den da ganze wirkt an manchen Stellen etwas zu hektisch. Das knapp dreistündige Epos ist ganz großes Kino aber nichts für die Action- und Popcornfans, den Alexander ist anspruchsvolles Kino, das nicht wie Troja durch überflüssige Special Effects sondern durch großartige Darsteller und tolle Bilder besticht. Stone setzt die Effekte gezielt ein und in den inszenierten Schlachten sieht man wie brutal und grausam diese waren.
Leider blieb diesem wunderbaren Epos der ganz große Erfolg an den Kinokassen verwehrt. Die Single DVD bietet als Bonus lediglich ein paar Trailer während die Special Edition mit einer randvollen Bonusdisc aufwarten kann. Bild- und Tonqualität sind vom Feinsten. Ich kann jedem Filmliebhaber und Freund von anspruchsvollen Filmen dieses Meisterwerk empfehlen.
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