3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Highlight von Comic und Endzeitliteratur, 16. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Alexander Nikopol. Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
Nach dem großen Krieg: In Paris herrscht eine Diktatur. Über der Stadt trifft ein Raumschiff ein. An Bord die ägyptischen Götter, Unsterbliche auf Reisen durch Raum und Zeit - leider ohne Benzin, denn das ist Ihnen ausgegangen. Während so Götter mit Sterblichen um eine Lösung schachern, gibt es Friktionen auf beiden Seiten, ein Gott macht sich selbständig, während auf der Erde das System durch einen Astronauten (Nikopol) ins wanken gerät.
Im zweiten Teil taucht dann eine Frau auf, die etwas zuviel mit Ihrer eigenen Erinnerung gespielt hat. Als Journalisten versucht sie Ereignisse zu verstehen, die kaum zu verstehen sind. Schließlich wird mit dem Gott (in Nikopol) ein Kind gezeugt.
Der letzte Teil zeigt schließlich den Drehort eines Films in Afrika, der Sohn der Frau und des Gottes taucht kurz auf und der Nikopol gewinnt mit Unterstützung des Gottes, von dem er nach wie vor besessen ist, die Weltmeisterschaft im Schachboxen.
Wer diese Rezension bis hierher gelesen hat, wird sie möglicherweise nicht für hilfreich halten. Aber so rätselhaft die Handlung hier erscheint, ist sie auch im Buch. Vieles scheint offenkundig und gerade heraus erzählt zu sein, aber umso weiter man in die Geschichte einsteigt, um so mehr wird es rätselhaft, myteriös, Wege von Göttern und Menschen verschlingen sich zu einem undurchschaubaren Dickicht. Die Stärke der Geschichte: Weiterhin fühlt man aber mit den Protagonisten, man leidet mit ihnen, man freut sich für sie, man erlebt Liebe, ein bißchen Erotik und ganz viel Sehnsucht. Am Ende hat man Tränen in den Augen.
Generell ist Bilal als Autor wohl einer der Höhepunkte der europäischen Comicliteratur. Er verbindet hervorragende Zeichnungen mit einer besonderen, vielleicht sogar typisch osteuropäischen Melankolie. Die Bilder sind kleine Kunstwerke für sich. Oft hat man den Reflex, sie vergrößern, rahmen und sofort an die Wand hängen zu wollen. Gesichter erscheinen of versteinert, als ob das Leben alle Gefühle aus ihnen herausgetrieben hätte. Nicht zuletzt wird in dem Buch eine Krankheit beschrieben: Zementitis, die Gesichtszüge in Stein verwandelt.
Das Buch hat inzwischen nicht nur einen Film nach sich gezogen, sondern inzwischen gibt es sogar eine Meisterschaft der für das Buch erfundenen Sportart Schachboxen. So wird die Geschichte um Nikopol langsam zu einem kleinen, aber wesentlichen Bestandteil unserer Kultur. Schauen, lesen und rätseln! Es lohnt sich.
Es gibt das ganze übrigens auch als Sammlerstück, eine gebundene Ausgabe mit Leinen und einem "Bilal" Schriftzug über dem Bild von Nikopol. Dies hier scheint aber die Taschenbuchausgabe zu sein.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schön traurig, 15. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Alexander Nikopol. Gesamtausgabe (Gebundene Ausgabe)
Niemand zeichnet schönere Gemälde - oder malt schönere Zeichnungen wie Enki Bilal. Diese Trilogie gehört sicher zum Wunderbarsten, was uns das Comicschaffen der letzten Jahrzehnte beschert hat. Gerade oder obwohl sie so düster ist und die Hauptfigur irgendwie an Bruno Ganz erinnert...
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