Objektiv ist dies ein antideutscher Hetzfilm der Stalin-Aera und in dieser Beziehung mit manchem Goebbels-Produkt vergleichbar. Doch-und das macht zum Teil die Genialität aus-muß man sich permanent selbst daran erinnern,um sich der Wirkung zu entziehen, die dieser Film ausübt. Hier haben 2 Genies (Eisenstein&Prokofieff) ein Werk in der Tradition der nationalrussischen Oper geschaffen und brauchen sich vor Mussorgsky,Borodin & Co nicht zu verstecken. Musik und Handlung sind perfekt aufeinander abgestimmt (allerdings ist die techn.Aufnahmequalität eine der schlechtesten aller Zeiten; ich empfehle den Kauf einer CD des Soundtracks). Die Herstellung des Films war abenteuerlich (Die Eisschlacht wurde z.B. während einer Hitzewelle im Hochsommer gedreht).Kurz vor dem Hitler-Stalin-Pakt in die Kinos gekommen, mußte er bis zum deutschen Einfall wieder verschwinden, erwies sich aber als Bombenerfolg. Der Film war auch sonst einflußreich,und Teile wurden oft kopiert(z.B. in Henry V. von Olivier). Diesen Film sollte man gesehen haben, aber man vergesse nie, was sein ursprünglicher Zweck war. PS:Die Nachtszene auf dem Totenfeld gehört meiner Ansicht nach zum besten, was je gedreht wurde.