Im Jahre 1236 wurde der Rurikide Alexander Jaroslawitsch (1120 - 1263) vom Wetsche (Bürgerversammlung) der Stadt Nowgorod zum Knjas (Herzog) berufen. Nachdem er am 15.07.1240 seine Druschina (Gefolgschaft) siegreich aus der Schlacht an der Newa gegen ein schwedisches Invasionsheer unter Birger Magnusson von Bjälbo (1210 - 1266) geführt hatte, erhielt er seinen Beinamen "Newski". Mit einem weiteren militärischen Sieg am 5. April 1242 auf dem Eis des zugefrorenen Peipusees gelang es Alexander Newski ein Heer des Deutschen Ordens samt verbündeter Dänen und Esten vernichtend zu schlagen und dadurch den katholischen Missionsplänen für das orthodoxe Russland endgültig ein Ende zu setzen. Als Großfürst gelang ihm auch ein friedlicher Ausgleich mit den Mongolen. Im Jahre 1547 wurde er von der russisch-orthodoxen Kirche heilig gesprochen und gilt bis heute als Nationalheld.....
....vor dem Hintergrund dieser historischen Fakten hat der Regisseur Igor Kalenov seinen "Aleksandr. Nevskaya bitva" in Szene gesetzt, der am 1. Mai 2008 in Russland uraufgeführt wurde. Aus dem treffenden englischen Titel "Alexander: The Neva Battle" wurde für die deutsche DVD schließlich der irreführende Titel "Alexander der Kreuzritter".....
.....denn dessen west- und nordeuropäischen Gegner, Eric XI. (der Lispelnde & Lahme) von Schweden und der Deutsche Ritterorden wollten gewaltsam die orthodoxen "Ketzer" zum "rechten", d. h. dem römisch-katholischen Glauben bekehren. Im Film wird Alexander von römisch-katholischen Mönchen ein Buch über die "Ruhmestaten während Kreuzzüge in Palästina" überreicht, das er empört zurück gibt. Der Film zeigt die Vorgeschichte und die eigentliche Schlacht an der Newa. Wichtige Einzelereignisse werden mit Datums- und Ortsangabe besonders herausgestellt. Hierzu gehören Verrat und Kollaboration mit den Schweden und ein Attentatsversuch auf Alexander. Während Anton Pampushny (Alexander) und sein Freund Igor Botvin (Ratmir) überzeugen können, ist der 52jährige Valeri Kukhareshim als König Eric eine Fehlbesetzung, da dieser damals erst 34 Jahre gewesen ist. Ein gute schauspielerische Leistung zeigt Andrey Fyodortsov der als taubstummer Hofnarr Kornily seinen Fürtsen vor einem Giftanschlag warnen will. Zur 110minütigen Handlung zählt auch die unglückliche Liebe Ratmirs zu Aleksandra Bryachislavna, bei der er für Alexander als Brautwerber auftrat. Ratmir wird der Verschwörung verdächtigt und fällt beim Fürsten in Ungnade. Rehabilitiert findet auch er sich auf dem Schlachtfeld ein. Das russische Szenario mit Nowgoroder Kreml, Bojaren, ihrer Kleidung, Waffen, Rüstungen pp. hebt sich gelungen von gewohnten Standards des mittelalterlichen Westeuropa ab. Die Kampfszenen werden durch eine schnelle Kameraführung bestimmt....
.....die spätere Schlacht auf dem zugefrorenen Peipusee wird lediglich im Abspann erzählt, so dass "Alexander der Kreuzritter" zwar nicht zu einem Remake des sowjetischen Propagandafilms Alexander Newski aus dem Jahre 1938 geraten ist. Dennoch wird er von einem nationalen Pathos, mit dem "guten" Alexander einerseits und den "bösen" Schweden und Deutschordensrittern andererseits getragen.
Neben der deutsch synchronisierten, kann man sich den Film auch in der russischen Originalversion mit oder ohne deutsche Untertitel anschauen. 3 - Amazonsterne für einen unterhaltsamen Film, der sich - trotz irreführendem deutschen Titel - bis auf wenige, kleine Details (wie Blockhäuser, Langboote pp.) an die historischen Fakten hält.