Walter Lack beschreibt in seinem Buch "Alexander von Humboldt und die botanische Erforschung Amerikas" in kurzen Worten den Verlauf der Südamerikareise von Humboldt und Bonpland und vor allem geht er der Frage nach "welchen Beitrag haben Humboldt und seine Mitarbeiter bei der Erfassung der Mannigfaltigkeit des Pflanzenreiches geleistet?"
Kurz zusammengefaßt: den Hauptpart der Feldarbeit hat Bonpland übernommen, Humboldt war für die Organisation, Finanzierung und die Durchführung der Pubikationen federführend und Kunth der eigentliche wissenschaftliche Bearbeiter der Pflanzen.
Neben dem Textteil, der sich sehr anschaulich, z.T. sogar spannend liest, ist der zweite Teil des Buches der Wiedergabe von Pflanzenillustrationen gewidmet (jede Pflanze ist ganzseitig porträtiert).
Hier gefallen mir besonders die Abbildungen, die nach dem sogennanten Farbpunktstich-Verfahren (wird im Buch erklärt) hergestellt wurden. Ich bin immer wieder begeistert über die Formenvielfalt und Schönheit der Natur.
Den Druckern und Koloristen standen wohl Zeichungen von Bonpland und Humboldt zur Verfügung, diese sind bis auf eine verschollen, warum Lack diese Illustration - hier zum erstenmal veröffentlicht - so klein wiedergibt, bleibt sein Geheimnis.
In der Einleitung lobt Lack Humboldt, weil dieser bei seinen Veröffentlichungen den Goldstandard vorgibt: Beleg, gedruckte Beschreibung, Abbildung, versehen mit ergänzenden Bemerkungen wie Fundortsdaten und anderen Notizen.
Bei seinem eigenem Buch steht lediglich der aktuelle Name, Humboldts etc. Name und der Publikationsort. Es wäre schön gewesen, wenn Lack hier uns etwas über die abgebildete Pflanze (Name, Bedeutung, Fundort etc.) mitgeteilt hätte.
Aber: alles in Allem ein wunderschönes Buch, das bestimmt vielen Pflanzenfreunden ein paar vergnügliche Stunden bereiten wird.