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Thema des Buches ist im Wesentlichen der Alexanderzug nach Asien. Militärische und machtpolitische Aspekte stehen dabei einseitig im Vordergrund. Immer wieder lässt Hammond Alexanders angebliche Motivation durchscheinen, für Frieden und Wohlstand zu sorgen. So gerät der Eroberer in die Rolle eines frühen kapitalistischen Vorkämpfers des freien Westens, der den asiatischen Osten zu dessen Wohle unterwirft, um eine freie, zivilisierte Welt zu schaffen.
Persönlichkeit Alexanders, Zeitumfeld, Kultur und Geographie verkommen bei Hammond nur zur Folie der Interpretation des Geschehens, wobei der Autor immer wieder die disparate Quellensituation berücksichtigt, aber die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten und Chancen einer abgewogeneren Darstellung dahingehend aufzulösen sucht, der seinen Interessen dienenden Darstellung (vorzugsweise Arrian) den Vorzug zu geben und Alternativen nicht zuzulassen. Was sich zunächst entscheidungsfreudig ausnimmt, gerät ob der einseitigen Interpretation zum Ärgernis und heuchelt Objektivität.
Bewertungen Alexanders als militärisches "Genie", Strahlemann und Paradebeispiel westlicher Tugenden mögen aus dieser limitierten Perspektive noch angehen. Die zum Teil ermüdende intensive Schlachtenanalyse mit Schautafeln entlarvt den Autor ohnehin als Militärhistoriker alter Schule, dem Strategieanalyse und Anführerbewunderung näher liegen als das Schicksal von Krepierenden und Heimatlosen beider Seiten.
Vorzuwerfen ist dieser Darstellung vor allem die Vernachlässigung und systematische Unterschätzung von Perspektiven, die den Makedonen und seine Taten in weitaus ungünstigerem Licht erscheinen lassen.
Auch wenn man dem Autor die vom Empire geprägte britische Geschichte zugute hält, kann eine solche Deutung nicht mehr überzeugen. In einem Land, dass weitgehend in eigener Verblendung und Ignoranz einem wahnsinnigen "Welteroberer" auf den Leim gegangen ist, kann nicht mehr derart einseitig Stellung bezogen werden. Anführer müssen von allen Seiten beleuchtet und kritisch hinterfragt werden! Von Gandhi wäre heute mehr zu lernen, als von Alexander.
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