James Patterson, dem notorischen Vielschreiber, habe ich meine Freundschaft mit Alex Cross zu verdanken. Und Alex ist immer wieder für vergnügliches Thrillerhören gut. Man kennt ihn und seinen Kumpel Samson, seine Kinder und die unausweichliche Mama Nana natürlich schon lange. Sieben Bände, um genau zu sein.
Und der Arme Alex ist nicht geschont worden. Mehrere seiner Lieben, darunter auch die Mutter seiner Kinder, starben eines unnatürlichen Todes oder wurden entführt. Neben einem top-gestählten Body verfügt unser Held also auch über ein ebenso menschelndes wie chaotisches Privatleben. Ein echter Sympath also.
Der auch immer wieder aus der Profiler-Tätigkeit aussteigen will, es aber doch nie schafft, ist auch fast ein Running Gag in der Romanreihe. Dies hier soll nun sein letzter Fall sein: Ein Soldat wird eines grauenhaftes Mordes überführt und hingerichtet. Der mann beteuert bis zum Schluss seine Unschuld. Bis er mit der Todesspritze hingerichtet wird. Dieser Mann war ein Freund von Cross' Buddy Samson, der das Ganze fast nicht erträgt.
Schnell stellt sich heraus, dass dies nicht der einzige Fall war, bei der ein Aermeeangehöriger wegen Morden hingerichtet wurde, die er nicht begangen hatte. Die Spur führt weit zurück nach Vietnam und zu den schrecklichen Verbrechen, die die US-Armee an der Zivilbevölkerung begangen hat. Wer begeht die Verbrechen und lässt andere dafür gezielt zum Tode verurteilen? Während Cross langsam die Fäden aufnimmt, gerät er selbst ins Zentrum eines mörderischen Komplotts. Zumal er bei seinen Ermittlungen innerhalb der Streitkräfte nur auf eine "Mauer des Schweigens" trifft.
Solide Thrillerkost mit einem spannenden Finale. Patterson spielt gekonnt mit Schuld, Vergeltung und Sühne.
Kann man gut anhören. Wie die gesamte Alex-Cross-Reihe.