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Alchemilla: Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen
 
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Alchemilla: Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen [Taschenbuch]

Margret Madejsky
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Über die durchgreifenden Heilwirkungen von Frauenmantel + Co.

Der Frauenmantel (Alchemilla) trägt zu Recht auch den Namen "Allerfrauenheil". Denn er ist eine unserer wertvollsten Heilpflanzen. Die in ihm enthaltenen Wirkstoffe bieten natürliche Hilfe bei fast allen Frauenleiden. Die Heilpraktikerin Margret Madejsky integriert die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in ein ganzheitliches Konzept moderner Frauenheilkunde. Dabei berücksichtigt sie auch neue Indikationsgebiete wie die Behandlung von Antibabypillenschäden und Schwermetallvergiftungen im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung.

Über den Autor

Margret Madejsky, geboren 1966 in Esslingen am Neckar, sammelte bereits in ihrer Kindheit erste Erfahrungen mit volksmedizinischen Pflanzenanwendungen. Seit 1992 ist sie als Heilpraktikerin in München tätig. Sie hält Vorträge, veranstaltet Fortbildungsseminare und publiziert regelmäßig in naturheilkundlichen Fachzeitschriften. Ihr Anliegen ist es, das heimische Heilpflanzenwissen zu bewahren und mit modernen Erkenntnissen zu verbinden. 1997 erschien von ihr das Buch "Heilmittel der Sonne".

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Nomen est omen: Der Frauenmantel und seine Namen

»Die Alten kannten die Heilkraft dieser Pflanze ganz wohl und gaben ihr den Namen Alchymilla (Zauberkraut).«
Kräuterpfarrer Künzle

Namen, die eine der Göttin geweihte Pflanze bezeichnen: Friggas Blume, Liebfrauenmantel, Marienblümli, Marienkraut, Marienmantel, Muttergottesmantel, Unser Frowen Mantel, Venusmantel.
Namen, die auf die Heilkraft bei Frauenleiden deuten: Aller Fraue Heil, Frauehilf, Frauenmänteli, Frauentrost, Jungfernmantel, Jungfernwurz, Milchkraut, Mutterkraut (Mutter = Gebärmutter).
Namen, die auf die Verwendung in der Alchimie hinweisen: Alchemilla, Alchemille (frz.), Alchemillenkraut, Alchemistenkraut, Alchimilla, Alchymilla (= kleine Alchimistin).
Namen, die sich auf die Blattform beziehen: Bettlersmantel, Frauenhäuble, Frauenmänteli, Gänselatschen, Gänseplatschel, Herrgottsmäntelchen, Jungfernmantel, Ladies Mantle (engl.), Lieb Frauen Mantel, Lewendopen, Löwenfuß, Löwentatzen, Mäntli, Mäntlichrut, Mantelkraut, Marienmantel, Muttergottesmäntli, Neunlappkraut, Planta Leonis, Trauermantel, Weiberkittel.
Namen, die sich auf das Guttationsphänomen beziehen (Guttation = Wasserausscheidung): Collatenna (= Tränenhalterin), Himmelstau, Perlkraut, Regendachl, Sinäugl, Sin(n)au (sin = immer, au = Wasser), Sindau, Sindouwe, Sintau, Sonnenthau, Synauwe, Syn(n)aw, Taubecher, Taublatt, Taubletter, Taufänger, Tauhaltauf, Taukräutl, Taumantel, Taumänteli, Taurose, Tauschüsselchen, Tränenschön, Wiesensinau.
Sonstige Namen:
Der Frauenmantel hieß auch »Gewittergras«, weil man ihn einst, zu Kränzen gewunden, an Fenstern, Türen oder auf dem Dachfirst angebracht hat, um sich vor Blitzschlag zu schützen.
Der Beiname »Nimm-ma-nix« deutet auf die Verwendung im Gegenzauber hin; wenn eine Kuh »verhext« war und keine Milch mehr gab, dann gab man ihr Frauenmantel zu fressen.
Der Name »O(h)mkraut« bezieht sich auf die entzündungswidrigen und wundheilenden Kräfte; das Wort O(h)m bezeichnete einst eine entzündete Hautstelle bzw. eine Geschwulst.

Von den 1001 Frauenmantelarten

Selbst Botaniker geraten ins Schwitzen, wenn es um die Gattung Alchemilla geht, denn zu den Frauenmantelgewächsen gehören über tausend Arten, die nicht immer leicht voneinander zu unterscheiden sind. Auch der gemeine Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) variiert sehr stark. Er ist je nach Standort mehr oder weniger behaart, hat hier halbkreisförmig abgerundete und dort eher dreieckig zulaufende Blätter.
Schon im Tertiär, also vor rund 65 Millionen Jahren, haben die ersten Grundsippen begonnen, beinah die gesamte nördliche Hemisphäre zu besiedeln - wie man sieht, erfolgreich. Frauenmantelarten gibt es bis heute in ganz Ost-, West- und Nordeuropa. Sie konnten sogar das karge Grönland und das raue Sibirien erobern und kommen auch in Asien und Nordamerika vor.
Obwohl der Frauenmantel zu den heimischen Heilpflanzen zählt, stammt das getrocknete Kraut, das wir in Kräuterläden oder Apotheken erhalten, meist aus Polen, Tschechien, Bulgarien oder Ungarn. Das Land ist dort eben noch weniger zersiedelt als bei uns und bietet dem anspruchsvollen Gewächs noch ausreichend Lebensräume.
Wer die Vorlieben des Frauenmantels kennt, wird aber auch hierzulande schnell fündig. Die Pflanze bevorzugt nämlich leicht feuchten, humösen und dungkräftigen Boden. Wir treffen sie meist auf saftigen Kuh- oder Pferdeweiden, auf halbschattigen Wiesen, an Waldrändern, an Bachufern und in der Nähe von Quellen.
Um dem Frauenmantel auf die Spur zu kommen, muss man eigentlich nur ein Gespür für lieblich-venusische Plätze entwickeln, deren Anblick dem Auge wohl tut. Das sind Plätze, die Harmonie ausstrahlen und Seelenfrieden spenden. So gedeiht der Frauenmantel z. B. gerne auf den fruchtbaren Kalkböden der Schwäbischen Alb und des Altmühltals oder in den sanften Hügellandschaften des Voralpenlandes.
Oft findet er sich in Gesellschaft anderer venusischer Heilpflanzen wie etwa Gänseblümchen oder Schafgarbe. Eine zuverlässige Zeigerpflanze ist auch die Bachnelkenwurz: Wo sie vorkommt, trifft man stets ihre Schwester, die Alchemilla.
Die große Freundin der Alchemilla ist aber die Lärche, der lichteste aller Nadelbäume. Der Frauenmantel bevölkert den gehaltvollen Boden lichter Lärchenwälder. Dadurch, dass die Lärche im Herbst ihre goldenen Nadeln abwirft, düngt sie den Waldboden für den Frauenmantel und schafft überhaupt fruchtbaren Boden für eine artenreiche Flora.
Die geheimnisvolle Schwester der Rose

»Es ist ein anmutiges Kraut,
dessen Anblick sofort das Herz erfreut.«
Wilhelm Pelikan

Im Frauenmantel fließt blaues Pflanzenblut, denn er entstammt dem edlen Geschlecht der Rosengewächse (Rosazeen). Kaum zu glauben, dass ein auf den ersten Blick so unscheinbares Kräutlein mit der Königin der Blumen verwandt sein soll. Lockt es uns doch weder mit der Farbenpracht noch mit dem betörenden Duft seiner adeligen Schwester.
An seinen Naturstandorten zeigt sich der Frauenmantel zunächst eher bescheiden. Meist verbirgt er sich im dichten Grün saftiger Wiesen, besiedelt aber auch lichtdurchflutete Lärchenwälder und sonnige Almwiesen. Es bedarf jedoch eines geübten Blickes, um das grüne Kraut mit den winzigen Blüten inmitten von Gräsern und blühenden Wiesenpflanzen zu entdecken.
Ab Frühlingsbeginn schieben sich die edel gefächerten Blätter aus der Erde hervor und recken sich an schlanken Stielen der Sonne entgegen. Die Geste erinnert dabei ein wenig an Seerosen (Nymphazeen), deren lang gestielte Blätter vom dunklen Grund eines Teiches zur Oberfläche emporstreben. Wie sich in Seerosen Wasser und Himmel vereinen, so verbindet der Frauenmantel Erd- und Himmelskräfte miteinander. Analog vermittelt die Heilpflanze auch im Menschen zwischen Oben und Unten. Wie wir später sehen werden, nimmt der Frauenmantel über die oberen Hormonzentren (Hypothalamus/Hypophyse) Einfluss auf die unteren Hormondrüsen (Eierstöcke), auf den Stoffwechsel und die Vitalkräfte.
Im Mai erheben sich dann die zarten Blütenstände wie eine Schar erwachender Wiesennymphen - nur bleiben sie meist unerkannt, weil sie sich ebenfalls in sanftes Grün hüllen. Ihr Anblick ist wohltuend für das Auge und regenerierend für die Seele.
Von der Nymphenpflanze geht noch ein ganz besonderer Zauber aus. Spätestens wenn Sonnenstrahlen auf die »betauten« Blätter treffen, offenbart sich ihre wahre Schönheit, die der Rose in nichts nachsteht. In der Sonne funkeln die Tröpfchen am Blattrand wie Edelsteine. Und selbst wenn der Morgentau längst abgetrocknet ist, behält die »Taurose« noch lange ihre geheimnisvoll glitzernden Wasserperlen, deren bezauberndes Lichtspiel wohl schon die Kräuterfrauen der Vorzeit in den Bann gezogen haben muss. Doch um dieses magische Pflanzenwasser geht es erst später …

Das Wesen der Rosengewächse
Zuerst wollen wir die Verwandtschaft unserer anmutigen Wiesennymphe etwas näher kennen lernen. In den Angehörigen einer Pflanzenfamilie wirken nämlich meist ganz ähnliche Prinzipien.
So tragen die Korbblütler, zu denen bekannte Heilpflanzen wie die Kamille oder die Ringelblume gehören, ihr erhellendes Wesen bereits mit den sonnenhaften Blüten zur Schau. Doldengewächse wie Bärenklau oder Engelwurz offenbaren ihre Lichtnatur u. a. durch die gelblichen und feurig schmeckenden Pflanzensäfte. Lippenblütler bringen Heil- und Gewürzkräuter wie Lavendel, Majoran, Salbei oder Thymian hervor und speichern Licht und Wärme in Form von Aromastoffen.
In den Rosazeen wirken dagegen Kräfte, die nur scheinbar so verschieden sind wie die Pflanzen, die dieser Familie entstammen: Vom kleinen Gänsefingerkraut am Wegesrand über die stolze Rose bis hin zum üppig behangenen Apfelbaum reicht die Vielfalt.
Bei den Rosengewächsen, die uns unweigerlich an die Rose denken lassen, sei zuerst das Prinzip von Duft und Sinnlichkeit genannt. Viele...
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