INTRO
Schlafzimmermusik nennt Klaus Ammitzboll aus Dänemark seinen Soundmix aus PC, Gitarre und Amp. Das klingt etwas langweilig, trifft aber positiv zu, denn das Ein-Mann-Projekt des Silo-Bruders ist geschaffen für die kurzen Tage des Herbstes. Schlafzimmer bedeutet hier nicht etwa Müdigkeit oder Sex, sondern Ort der Besinnung und der losgelösten Katharsis am Sound. In den eigenen vier Wänden sitzen und vor sich hin basteln, während es draußen kühl wird, das setzt Symptoms sympathisch persönlich um. Baßläufe und Rhythmik erinnern stark an PostRock-Gefilde, wirken aber längst nicht so intellektuell wie manch anderes Künstlerkollektiv auf jenem Terrain. Symptoms ist auch eine putzige Einfluß-Kombination der Achtziger (u. a. Nine Inch Nails, frühe Labradford und Sonic Youth), die sich dem Hörenden bei Songs wie dem wundervollen "Burn' oder dem betrübten "Coupling' öffnet. Dieses Album erinnert stark an späte "Touch&Go'-Veröffentlichungen wie Brick Layer Cake, allerdings gekleidet in neueres elektronisches Musikverständnis. Würden Depeche Mode, Big Black und Tortoise einen flotten Dreier hinlegen, müßte ein spannender, gesangsloser Klangkörper wie Symptoms gezeugt werden. Musik, die Zeit braucht und Wärme zurückgibt. Christoph Jacke
Christoph Jacke / © Intro - Musik & so
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