Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Tolle skurrile Figuren, aber die Story ist zu flach..., 2. Januar 2009
Dieses Buch lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Einerseits bin ich ziemlich fasziniert von all den seltsamen Figuren, die mir bei der Lektüre begegneten, denn neben der Hauptfigur Edward Moon, die an sich schon recht schrullig ist, sind da noch sein Assistent, der milchsüchtige und unverwundbare Riese namens Schlafwandler, eine bärtige Hure, ein Albino, zwei Mörder in Schuluniformen, eine Wahrsagerin, ein Fliegenmensch und einige andere seltsame Erscheinungen, die durchs viktorianische London wandeln. Andererseits war mir die Story, der Kriminalfall, der sich als etwas viel größeres herausstellt, als Moon zuerst denkt, etwas zu langatmig und platt. Das Ende war ziemlich blutig und irgendwie auch kitschig. Das passt gar nicht zu der tollen Atmosphäre, die durch die kuriosen Gestalten und die schönen Beschreibungen des nebligen und schaurigen Londons entstanden ist. Irgendwie hätte ich mir da etwas mehr Magie und Geist gewünscht...
Trotzdem ist es auf jeden Fall ein ziemlich schräges Buch, düster und teils fast melancholisch erzählt der Autor seine seltsame Geschichte. Interessant ist auch sein Erzähler, der sich des Öfteren ziemlich kritisch über die Hauptfigur Moon äußert und den Leser immer wieder direkt anspricht. So richtig packen konnte er mich jedoch damit nicht, aber gefallen hat es mir dennoch. Es ist eine interessante Mischung aus Krimi, historischem Roman und Phantastik...
Sein zweites Buch "Das Königshaus der Monster" möchte ich jedenfalls gern lesen, schon weil die beiden Mörder in Schuluniform wieder mitspielen.
Mal sehen, ob der Autor sich steigern kann. Das würd ich mir wünschen, denn seine Charaktere und seine Art die Dinge zu beschreiben haben das gewisse Etwas... :-)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Guter Stil, wirre Geschichte., 23. Juni 2008
Guter Stil, wirre Geschichte.
Jonathan Barnes ist zweifellos ein hervorragender Schreiber, der ebenso hervorragende Charaktere schaffen kann. Leider hat mir seine Geschichte überhaupt nicht behagt, sie wirkte unfertig, bizarr, leblos, andauernd werden allerlei Sichtweisen der verschiedensten Personen aufgezeigt, die zwar manchmal erhellend, oft genug aber lästig sind und mich eher ratlos zurück ließen. Im Ganzen verheißen Auftakt, Aufbau und Andeutungen mehr, als am Ende rauskommt. Im Radio wurde das Buch mit den Werken von Moers verglichen und das ist - was seinen Inhalt angeht - fast eine Beleidigung. Kurz: Fünf Punkte für den Stil und die vielen guten stilistischen Ideen, zwei für die Geschichte, macht dreiundeinenhalben. Abgerundet drei.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Roman mit Selbstironie und Obsession für das Bizarre, 17. März 2009
Wenn der Mond schon im Namen steckt, sind die Albträume oft nicht weit. Dem Bühnenillusionisten und Hobbydetektiv Edward Moon begegnen sie in diesem Buch zuhauf. Dabei steht ihm ein seltsamer Partner zur Seite, der "Schlafwandler": ein stummer, haarloser, scheinbar unverwundbarer Riese mit Rechtschreibschwäche und Suchtverhalten nach Milch.
Das ist aber erst der Anfang an Skurrilitäten. Die beiden Helden - wenn man sie als solche sehen mag - machen sich auf den Weg, einen außergewöhnlichen Mordfall zu untersuchen und werden dabei in dunkle Verschwörungen und Gegenverschwörungen hineingezogen. Dabei kreuzen immer wieder absurde Charaktere ihren Weg: z.B. der Geheimagent Skimpole, ein Albino, oder der aus dem Zeitgefüge fallende Thomas Cribb, ein Sonderling, der sich nicht an die Vergangenheit, sondern an die Zukunft zu erinnern pflegt.
Autor Jonathan Barnes, seines Zeichens Oxford-Absolvent und Zeitungskolumnist, hat mit schlafwandlerischer Sicherheit einen Bestseller gelandet. Zur großen Klasse fehlt es dem Roman aber. Die Gründe:
1) Barnes reizt das Topos Kuriositäten und Monstrositäten zu sehr aus. Kaum eine Figur ist "normal". Selbst die Prostituierten tragen Bärte oder zwei Köpfe. Durch diese übertriebene Skurrilität schrammt das Buch hart am Geschmacklosen vorbei.
2) Der Roman fängt wortgewaltig und witzig an, hat aber im Mittelteil arge erzählerische Schwächen und Hänger, ehe er in den drei Schlusskapiteln wieder ganz ordentlich an Ironie bzw. Tempo zulegt. Manches, wie die Frage nach dem Wer oder Was in Bezug auf den Schlafwandler, kommt dabei zu kurz.
3) Die Mixtur an entlehnten Elementen ist zu überladen: Moon und der Schlafwandler erscheinen als paradoxes Zerrbild von Holmes und Watson, während der Dichter Samuel Coleridge zu einer Mischung aus Frankensteins Monster und ätzendem Alien gerät.
4) Die Schuluniform tragenden "Präfekten" Boon und Hawker liefern sich zwar höllisch gute Dialoge, sind aber leider eine Kopie von Neil Gaimans dämonischen Killern Mr Croup und Mr Vandemar. Überhaupt erinnern die Geschehnisse in den Tunneln unterhalb Londons sehr an Gaimans "Niemalsland", das schon von Christoph Marzi in "Lycidas" schamlos kopiert worden war.
Aber "Das Albtraumreich des Edward Moon" hat auch seine Stärken. So erfährt man unerwartet und auf amüsante Art und Weise am Ende des 17. von 20 Kapiteln, wer eigentlich der wortgewandte Erzähler ist, der schon in den allerersten Zeilen voranstellte: "Seien Sie gewarnt. Dieses Buch besitzt keinen wie auch immer gearteten literarischen Wert. Es ist ein grässliches, gewundenes, zweifelhaftes Konvolut von Unsinnigkeiten, bevölkert von wenig überzeugenden Charakteren, geschrieben in trockener, öder Prosa, des Öfteren lächerlich und gewollt bizarr."
Schön, dass Jonathan Barnes einen ausgeprägten Sinn für Selbstironie besitzt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|