Ich habe das Radio für meinen 10-jährigen Sohn gekauft. Auf wundersame Weise fand er das klassische Radiodesign "cool", ebenso wie ich. Nachdem sein Taschengeld für den halben Preis reichte sponsorte ich den Rest dazu. Die Spannung war natürlich groß als dann endlich das Paket eintraf. Der erste Eindruck ist "wow". Sehr hochwertiges Aussehen, relativ schwer, und einfach ein schönes Design. Die Inbetriebnahme war recht einfach, mein Sohn hat das mit freundlicher Unterstützung meinerseits bequem hinbekommen. WLAN brauchten wir nicht, da Sohnemann für seinen PC eh eine Ethernetdose im Zimmer hat.
Dann der Klang, der wirklich gut und satt klingt und eine beachtliche Lautstärke erreichen kann ohne zu scheppern. Die Drehregler sind eine geniale Sache, damit lassen sich Lautstärke und Sender viel besser einstellen als mit den sonst üblichen Tasten. Ich habe in der Küche ein Grundig Sonoclock Internetradio und da ist die Senderauswahl wirklich eine Qual. Hier dagegen macht es sogar richtig Spaß. Mein Sohn begab sich daraufhin sogleich auf Weltreise und präsentierte exotische Sender aus exotischen Ländern, welche aber leider musikalisch alle ähnlich klingen, ganz wie die heimischen. Lediglich ein namibischer Bibelsender stach etwas heraus. Aber da gibt es sicherlich manche Perle - auf jeden Fall ist das um Längen besser als die bescheidene Auswahl von Sendern über Funk, von denen die Hälfte dann noch nicht mal eine gute Empfangsqualität hat. Die weiteren Radiofunktionen wie UKW und DAB haben wir weiter auch nicht ausprobiert, da uns das Internetradio reicht und DAB hier bei uns noch nicht zu empfangen ist.
Den Zugriff auf den heimischen DLNA Musikserver, auf dem meine CD-Sammlung in MP3-Form eine neue Heimat gefunden hat, verwende ich selbst immer wieder. Auch hier ist die Auswahl von Liedern kein Thema mehr, durch beherztes Drehen des Drehreglers sprintet der Cursor zügig durch die üppige Musiksammlung. Die Übersicht ist dank vierzeiligem Display auch recht gut. Leider kannn ich das immer nur machen wenn mein Sohn nicht zuhause ist, da dieser mit meinem Musikgeschmack nichts anfangen kann.
Leider ist der Standby-Verbrauch mit gemessenen 3-4W recht hoch aber das Gerät verträgt es auch an einer schaltbaren Steckdosenleiste zu hängen. Eine Wiederinbetriebnahme dauert zwar, aber so eine halbe Minute nach einschalten des Stromes ist der zuletzt gehörte Sender wieder zu hören.
Ach ja - eine Fernbedienung hat das Gerät leider auch, damit musste der Sohnemann auch gleich die ganze Familie nerven. Die funktioniert sogar so gut, dass eine "geisterhafte" Fernbedinung des Radios von der Toilette aus möglich ist. Eine direkte Sichtverbindung scheint also nicht nötig zu sein. Und ich dachte schon das Radio wäre kaputt - kaputt hat sich mein Sohn gelacht...
Nun ja, ich denke für die Werkstatt brauche ich demnächst auch mal ein Radio und da wird es dann wohl auch ein Albrecht DR 315 sein.
Ein paar kritische Anmerkungen habe ich aber doch noch. Mein Sohn wollte eigentlich ein Radio welches auch gehörtes als MP3 auf einen Stick o.ä. speichern kann. Sein popeliger MP3-Player für 25 EUR konnte das problemlos. Sowas bei Internetradios zu finden ist aber wirklich nicht einfach. Liebe Entwickler bei Albrecht, spendiert dem Gerät doch einen SD-Kartenschlitz und eine USB Buchse vorne, schafft eine Aufnahmemöglichkeit von gehörtem in den Speicher, senkt den Standby-Verbrauch auf unter ein Watt, verlangt von mir aus dafür 50 Euro mehr aber dann wäre es ein sechs Sterne Sahnestückchen und in dieser Preisklasse konkurrenzlos!