Dieses Album beweist mindestens ebenso eindrucksvoll wie "Flags", dass Brooke Fraser mehr kann, als Ohrwürmer wie "Something in the water" zu komponieren. Es bietet Singer-Songwriter-Pop vom Feinsten mit schönen, hauptsächlich von Klavier und Akustikgitarre getragenen Melodien sowie gehaltvollen Texten, von denen einige tief im christlichen Glauben verwurzelt sind, vorgetragen mit samtweicher Stimme. An Brooke Frasers Gesang gefällt mir besonders, dass sie nicht nur eine Gangart kennt, sondern über ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, von pianissimo ("The Thief") bis volle Power.
Höhepunkte des Albums sind aus meiner Sicht der Titeltrack und Track 6/7 "CS Lewis Song/Epilogue", die allein die Anschaffung des Albums wert sind. "Albertine" ist eines der bewegendsten Lieder, die ich kenne. Es erzählt von Brooke Frasers Begegnung mit einem Kriegswaisenkind in Ruanda, und man bekommt unweigerlich Gänsehaut, wenn sie singt "Now that I have seen, I am responsible...". Das Lied beginnt mit einem ganz einfachen Gitarrenmotiv und steigert sich zu einem unwiderstehlichen Folkrocksong. Auch der "CS Lewis Song" fängt verhalten an, nur ein paar Klavierakkorde, aber wie Brookes Stimme im Brückenteil des Liedes Flügel bekommt, muss man einfach gehört haben. Die anderen Stücke haben es dagegen ein bisschen schwer (vor allem das zarte "Faithful" direkt nach dem grandiosen "CS Lewis Song/Epilogue"), obwohl sie nicht schlecht sind. Weitere Anspieltipps sind... ach egal, eigentlich alle. Wem "Flags" gefiel, der sollte sich auch die beiden anderen Alben von Brooke Fraser gönnen.