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Albert Speer [Gebundene Ausgabe]

Joachim Fest
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Fest; Auflage: 1. Aufl. 539 S. (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3828600638
  • ISBN-13: 978-3828600638
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 15,1 x 4,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 256.267 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Biographien zu Nazi-Größen gibt es viele, warum also diese hier besonders hervorheben? Zunächst, weil ihr Gegenstand Albert Speer eine Ausnahme innerhalb der Hitler-Gefolgsleute darstellt, denn Speer war kein reiner Opportunist wie viele andere Nazi-Oberen und hatte zudem eine tiefgehende persönliche Beziehung zu Hitler. Zum anderen, weil das Buch selbst in hervorragender Form Speers Lebensrätsel auf den Grund geht.

Speers Laufbahn begann als Architekt für die NSDAP, wo er rasch zum Liebling des baubegeisterten Hitler wurde. Bis heute ist Speer vor allem durch seine in nazi-typischer "Despotenarchitektur" entworfenen Gebäude bekannt, weswegen ihn die Nachkriegs-Öffentlichkeit eher selten mit nationalsozialistischen Terrortaten verband.

Doch bereits als "Generalbauinspektor" war Speer in Verbrechen verwickelt. Belegt ist die Beteiligung von Speers Behörde an der Umsiedlung von Juden und die Kenntnis des Amtschefs hierüber. Ein krasser Gegensatz zu früheren Äußerungen Speers, in denen er von den Verbrechen der Nazis nichts gewußt zu haben vorgab. Ab 1942 brachte Speer als Rüstungsminister dann die deutsche Wirtschaft unter Ausbeutung von Zwangsarbeitern auf Kriegskurs.

Zu den Unerklärlichkeiten in Speers Leben gehört seine Verweigerung des "Nero-Befehls" 1945, mit dem Hitler den Alliierten nur zerstörtes Land hinterlassen wollte. Dies und seine Übernahme einer "Gesamtverantwortung" ersparten Speer vermutlich das Todesurteil im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß und brachten ihm statt dessen 20 Jahre Inhaftierung ein.

Fest gelingt es, Speers "merkwürdig ungereimten Charakter" zu erfassen und diese "ambivalente Figur" nachzuzeichnen. Er offenbart eine Persönlichkeit, die gleichermaßen intelligent und realitätsnah wie schwärmerisch war. Sein Realitätsbezug war es wohl auch, der Speer 1966 in den Gesprächen mit Joachim Fest gewisse Dinge schlicht "vergessen" ließ und der die so entstandenen "Erinnerungen" in ein trübes Licht rückte. Fest kann mit diesem Band nun eine wirklich tiefgehende Biographie Speers nachreichen. --Joachim Hohwieler

Über den Autor

Joachim Fest, 1926 in Berlin geboren, ist Publizist und Historiker. Von 1973 bis 1993 war er Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gelungener Überblick zur Person Speers 25. September 2001
Format:Taschenbuch
Die Person Albert Speers ist zweifelsohne eine der umstrittensten Führungspersönlichkeiten des Nationalsozialismus. Auf der einen Seite sah er sich selbst Zeit seines Lebens als durchweg unpolitisch an, auf der anderen Seite leistete er, wie heute auch erwiesen ist oder scheint, seinen Beitrag zum Verbrechen des Nazi-Regimes. Es erfolgte zwar weitesgehend durch Wegschauen, aber das ist, wie er auch selbst rückwirkend sagte, keine Entschuldigung und befreit ihn auch von keiner Schuld. Joachim Fests Aufgabe war es also ein wenig Licht in dieses Dunkel zu bringen; und so konzentriert er sich bei dieser Biografie auch nicht auf Zahlen und Daten, sondern widmet sich der Person Albert Speer. Sicher vernachlässigt er dabei nicht, das Leben und den Aufstieg zu zeichnen, verliert sich eben dort nicht in Details. Allem Anschein nach hat Fest Speer auf irgendeine Weise 'lieb gewonnen', so daß man den Eindruck nicht verliert, daß Fest durch das ganze Buch hindurch versucht Speer zu verteidigen und ihn irgendwie von seiner Verantwortung und auch seiner Schuld zu befreien. Dies ist auch das für mich einzig erkennbare Manko dieser Biografie. Ansonsten ist sie grandios geschrieben. Man verliert nie die Lust zu lesen und ist immer gespannt wie es mit Speer weitergeht. Dabei muß man aufpassen sich nicht zu sehr mit Speer zu identifizieren und eine gewisse distanz einnehmen, da man ansonsten dem doch ernsten historischem Thema nicht gerecht wird. Ebenda liegt die Gefahr, da sich die scheinbar besondere Beziehung Fests zu Speer durch seinen Schreibstil, der das Buch allerdings auch so lesenswert macht, auf den Leser zu projezieren droht, wenn der nicht Acht gibt. Im Zusammenhang mit anderen Büchern über Speer ist dieses eine hervorragende Ergänzung. Für den 'Erstleser' auch sehr zu empfehlen, allerdings unter Rücksichtnahme auf eine gewisse Distanz. Alles in allem ein Genuß dieses Buch zu lesen; es ist es Wert auch mindestens ein zweites mal verschlungen zu werden!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von fantafrau TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der "Speer" von Joachim Fest ist eine sachliche Biographie, die mehr Wert auf objektive Fakten als auf subjektive und persönliche Eigenheiten, psychologische Aspekte oder gar Gefühle der Hauptperson Wert legt. Fests Schreibstil ist gewohnt intellektuell, was sich insbesondere an seiner Vorliebe für Fachbegriffe und Fremdwörter zeigt und ist daher stellenweise manchmal etwas anstrengend. Dies gibt sich aber ab der Mitte des Buches etwas und trotz Ihres Umfangs lässt sich die Biographie dennoch erstaunlich gut lesen.

Im Vergleich zur Speer-Biographie von Gitta Sereny schneidet Fest, der Speer im Vorfeld der Veröffentlichungen der "Erinnerungen" und "Spandauer Tagebücher" als Berater zur Seite gestellt war, hier in meinen Augen jedoch schlechter ab. Sereny ist es besser gelungen, die menschlichen Seiten von Speer zu skizzieren und anzudeuten sowie Erklärungsansätze zu bieten, indem sie immer wieder auch auf Begegnungen und Gespräche mit ihm und vielen weiteren Menschen seiner Umgebung rekurriert. In diesem direkten Vergleich erscheint das Werk Fests auch trotz seiner 500 Seiten als eine ziemlich "knappe" Darstellung.

Zudem konnte ich mich während der Lektüre von Fests Biographie nicht des Eindrucks erwehren, als würde immer latent und suggestiv ein negatives Urteil über die Person Albert Speers mitschwingen. Ganz deutlich kommt diese Ablehnung und Verurteilung schließlich in dem reflektierenden Nachwort Fests heraus.

Mein Rat nach der Lektüre der beiden großen Speer-Biographien wäre der Griff zum 400 Seiten stärkeren Wälzer von Sereny. Dies benötigt zwar ein wenig mehr Zeit und Disziplin, lohnt sich aber in meinen Augen eindeutig! - Wer nicht so viel Wert auf psychologische Hintergründe, sondern mehr auf historische Fakten legt und auch entsprechende Vorkenntnisse mitbringt, ist auch mit Fest gut bedient.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wesen eines Managers der totalen Macht. 9. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Meines Erachtens stellt das Buch von Joachim Fest einen gelungenen Versuch dar, das Wesen des Zauberlehrlings Albert Speer und seine Verstrickung in den Machtapparat des III. Reichs zu ergründen.

Gegen eine sonst mehr beschreibende Geschichtsforschung für die breite Masse in Guido-Knopp-Manier, quasi Geschichte-light, setzt er seine analytischen Fähigkeiten als Soziologe.

Beginnend mit der Beschreibung des Elternhauses, zeigt Fest die Mitschuld des deutschen Bürgertums an der "Machtergreifung" Adolf Hitlers und seiner braunen Satrapen. Über die anfängliche Erfolglosigkeit Speers und die ersten Aufträge, bsp.weise die Planung der Reichsparteitage bis hin zum allmählichen Aufstieg der beschriebenen Figur wird kein Detail vergessen. Die besondere Art und Weise der Machtausübung, die ganz gegen die Manier des "1000-jährigen Reiches" in klarer Linie Verantwortlichkeiten in die Hände von Experten und nicht treuen Parteimännern übergibt, kommt ebenfalls zum Ausdruck.

Auch der Hinweis auf die Teilnamhe Speers an der Vertreibung der Berliner Juden, die dieser in seinen Memoiren unterschlagen hat, fehlt nicht.

Für mich von weit größerem Interesse als die Nennung dieser historischen Tatsachen ist die Analyse des Gewissenkonfliks, in dem sich Speer befindet. Er hat gegen Ende des Krieges das wahre Wesen seines "Herrn und Meisters" erkannt und versucht sich allmählich davon zu lösen. Dies führt ihn im letzten Schritt zum Eingeständnis seiner Schuld im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß.

Dieses Buch erscheint mir deshalb so lesenswert, weil der Typus des gewissenlosen Technokraten nicht an ein bestimmtes System gebunden ist. Man wird ihn in jeder industrialisierten Staatsform erblicken können, egal ob Demokratie oder Diktatur.

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5.0 von 5 Sternen Talentierter Ignorant!
Fest zeichnet das Bild eines eigentlich eher unpolitischen Künstlers, dem über den Kontakt zu den Nazis die Gelegenheit geboten wird, aus den gutbürgerlichen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. April 2010 von Joachim Klotz
4.0 von 5 Sternen "Who is Speer?"
In all den Büchern, die ich über das 3. Reich gelesen habe, kam Speer zwar vor, aber eher als "Nebendarsteller", der angeblich intellektuell den anderen Nazi -... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Februar 2009 von Thomas Schwalb
4.0 von 5 Sternen Lesen, aber bitte mit Wissen um die Schwächen...
Ausgezeichnet zu lesen, sehr kurzweilig. Jedoch wie schon oft beschrieben, nimmt Fest die Version von Speer, von einem Holocaust "nur geahnt" zu haben und letztlich nur ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. November 2007 von Gro-man
4.0 von 5 Sternen Architekt und Kriegswirtschaftsmanager ' der Technokrat in Hitlers...
Man kann es sich leicht machen mit dieser virtuos geschriebenen Speer-Biographie: Fest ging Speer auf den Leim. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Oktober 2006 von Christian Herweg
3.0 von 5 Sternen Viele historische Informationen, wenig Persönliches
Joachim Fest kannte Albert Speer persönlich und hat ihn unter anderem bei seiner Arbeit an den "Erinnerungen" und den "Spandauer Tagebüchern" unterstützt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juli 2002 von "maike-domke"
1.0 von 5 Sternen Zu kompliziert geschrieben !
Ich kann mich meinen Vorrezensenten anschließen, muß jedoch bemängeln, daß der Text unnötig kompliziert geschrieben wurde. Kein Satz ohne mind. Lesen Sie weiter...
Am 14. Juli 2001 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Ansatz und Still gut, Ausführung teilweise problematisch
Nun ist sie da, die erste umfassende wissenschaftliche Biographie Speers von einem deutschen Historiker. Lesen Sie weiter...
Am 20. Oktober 1999 veröffentlicht
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