"Zwischen Wasser und Urwald" - geschrieben 1921 - ist vielleicht das bekannteste Werk von Albert Schweitzer. Er schildert darin die Anfangsjahre seines Hospitals im heutigen Gabun, die zahlreichen Schwierigkeiten, aber auch die Erfolge seiner Arbeit. Man kann dieser Buch heute eigentlich nur noch mit dem Blick eines Kulturhistorikers lesen. Platt gesagt: Albert Schweitzer hat 1952 den Friedensnobelpreis bekommen. Würde jemand heute so schreiben wie Albert Schweitzer 1921, bekäme er keinen Preis, sondern eine Anzeige wegen "Volksverhetzung" o.ä. Seine Einstellung zu den Farbigen ist eben geprägt vom Zeitgeist der 20er Jahre. Trotzdem nötigt einem seine Leistung auch heute noch unbedingten Respekt ab, und wenn man das Buch genau liest, so sieht man, wie er sich in einer Zeit, als im Westen die Begeisterung für die Kolonien ihren Höhepunkt erreicht hatte, durchaus auch kritisch mit dem Kolonialismus auseinandersetzt, genauso wie er einer der ganz wenigen war, die auf dem Höhepunkt der Kriegsbegeisterung 1914 Pazifist geblieben sind.
Auf jeden Fall eine wichtige und interessante Quelle zum Thema Afrika und Kolonialismus.