Eines vorab: Man muss sich auf dieses Buch einlassen. Aber dann explodiert es förmlich. Den Leser erwartet ein einziges Wort- oder besser witziges Sprachspiel um die zahllosen Verwicklungen in einem Kunstkrimi, der sich offensichtlich um die umstrittene Entstehung des Arp-Museums rankt. Niemand wird ausgelassen: die Kunsthistoriker, die Juristen, die Händler, vor allem aber auch die Politiker. Wurden um den Preis eines Events alle Bedenken um Original oder billige Kopie fallengelassen? Der Autor baut unzählige Verstecke ein und lässt den Leser bei seiner Suche häufig allein, und der fällt dann auf das Gerede um die Beliebigkeit von Kunst und Fälschung herein. Es gibt schöne Duelle und sogar einen Showdown wie bei einem echten Krimi. Diese Kolportage ( so das Cover ) ist bisweilen bissig und ernst, meistens aber höchst amüsant und manchmal richtig lustig, doch dann kann es immer mal passieren, dass einem das Lachen doch im Hals stecken bleibt. Alles in allem ist Alb träumt ein hintergründiges, unterhaltsames und sehr empfehlenswertes Buch eines ungewöhnlich sprachgewandten Autors. Ein wirklicher Lesespaß, deshalb 5 Sterne.