Ich konnte dem Film nur deswegen etwas abgewinnen, weil ich extrem geschichtlich interessiert bin und es mich folglich einigermaßen fesselt, die Lebensweise und besonders die Kampfart der früheren Jahrhunterte (in diesem Fall 1622 - 1650) zu sehen. Unter diesem Aspekt war auch positiv, daß Kulissen, Kostüme und Waffen authentisch und markant waren.
Die schauspielerischen Leistungen waren gut, die Kameraführung sehr gut, die Geräusche brillant.
Trotzdem kann man diesen "Alatriste" als Film nicht der Mehrheit der Zuschauer empfehlen, weil er zu sprunghaft und brüchig ist. Die Szenen folgen oft abruppt hintereinander. Eine flüssige Linie besteht nicht.
Grundsätzlich ist er eigentlich nicht zu lang für ein Historienwerk, aber durch die ungeschickte Erzählweise wird er langatmig. Ein Spannungsbogen kann sich nicht aufbauen, weil jedes mal, wenn es anfängt, interessant zu werden, die Thematik abgebrochen und etwas Neues angefangen wird.
Bester Aspekt sind die Kämpfe, die besonders realistisch und sehr hart (blutig) sind. Die Taktik und die spezielle Kampfweise der Renaissance werden deutlich.
Wer jedoch ein aufregendes Historienspektakel oder einen schönen Viggo Mortensen sehen will, ist bei "Alatriste" schlecht aufgehoben. Spannend ist das Ganze nicht und Viggo sieht mit dem historisch korrekten Bart nicht gerade attraktiv aus.
Habe es zwar nicht bereut, den Film zusehen und wurde dabei mehr gefesselt als von den immer wieder gleichen Hollywood-Cop-Action-Krimis, aber ich muß Leute warnen, die einen unterhaltsamen Film sehen wollen.