Aus der Amazon.de-Redaktion
Wer ihn einmal live gesehen hat, kann durchaus den Eindruck bekommen, dass der Schlagzeuger Jim Black ein kleines bisschen "verrückt" ist. Im überaus positiven Sinne: Black drückt in seiner Körperhaltung eben das aus was er spielt -- komplexe polyrhythmische Passagen neben eigenwillig soundorientiertem Spiel und vulkanartigen free-Ausbrüchen. Dabei hängt er mit vollster Konzentration über Trommeln und Becken und scheint geradezu in seine verschiedenen Klangkörper hineinzukriechen.
Er hat mit seinen 33 Jahren bei vielen berühmten Musikern mitgemischt -- von Uri Caine über Dave Douglas und Louis Sclavis, Ellery Eskelin oder Tim Berne. Jetzt erscheint mit AlasNoAxis sein erstes Album als Bandleader. Und was für eins: So schwer es ist, bei all den vielen Musikstilgemischen noch etwas ansatzweise Neues auf den Markt zu bringen, etwas wirklich eigenes -- hier scheint es gelungen zu sein. Gemeinsam mit dem Bassisten Skuli Sverisson, dem Gitarristen Hilmar Jensson und Saxophonist Chris Speed bringt Black Wunderschönes zu Gehör: Einfache, klare Themen, oft nur aus wenigen Tönen bestehend, von einer schlichten Schönheit und Melancholie, dazu sensible Klangkreationen auf verschiedenen Becken und Toms mit zarten Filz-Schlegeln und Besen.
Manchmal aber auch geradezu punkig anmutende Gitarrenriffs und hymnisch-stampfende Rhythmen neben sehr freien Teilen, die allen Spielern größtmöglichen Raum geben und an die oben erwähnte "Verrücktheit" des Schlagzeugers und Bandleaders erinnern. Dieses Album ist grandios, ein Feuerwerk an Intensität, ein Meisterstück von Nachdenklichkeit und Einfühlungsvermögen, das jeden Psychotherapeuten vor Neid erblassen ließe. Musik für ganz intensive 72 Minuten. --Anja Buchmann
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