Gilles Leroy Alabama Song Kein& Aber
ISBN 3036955224
Die zwanziger Jahre hatten es in sich, in Europa wie anderswo.
In Montgomery, Alabama, wird das Ende des zweiten Weltkriegs gefeiert. Zelda, die aufmüpfige und viel geliebte Tochter ihrer Mutter und eines strengen Vaters schlägt über die Stränge. Sie lernt mit 18 Jahren den bildschönen F. Scott Fitzgerald kennen und eine unsterbliche und zerstörerische Liebe beginnt.
Hin und her gerissen zwischen ihren Amouren fliegt Zelda auf Scott, der ein Säufer und Träumer ist und zielstrebig auf eine Schriftstellerkarriere zusteuert. Sie entflieht ihrem bürgerlichen Elternhaus, erfüllt die Träume ihrer Mutter, die gerne mehr geworden wäre und anders gelebt hätte, und fängt mit Scott ein Leben in Eleganz, Trunksucht und voller Ausschreitungen an.
Scott, berühmt geworden durch verschiedene große Romantitel wie < Diesseits vom Paradies > und < Der große Gatsby>, entnahm den Stoff zu seinen Romanen dem Leben, das er mit Zelda im Luxus und überdrehten Auswüchsen führte. Sie wurde krank darüber.
Leroy erzählt ihren Lebensweg, der an den Ansprüchen zerbrach, die sie hatten. In Frankreich, wo das berühmte Liebespaar in Saus und Braus im Kreise vieler bekannter Persönlichkeiten das Leben der Bohème auskostete, geht sie ihrer Wege und löst sich aus der einengenden Beziehung von Scott. Sexuelle Exzesse und brutale Auseinandersetzungen zwischen den beiden bieten ein Abbild dessen, wie es wirklich um diese große Liebe stand. Zeldas vielseitige Fähigkeiten als Malerin und Schriftstellerin wurden begraben unter seiner Eifersucht und seinem Anspruch, ihr gemeinsames Leben schriftstellerisch in seinen Werken zu vermarkten.
Die zwanziger Jahre waren eine Zeit künstlerischen, sozialen und gesellschaftlichen Wandels. Leroy erzählt in seinem fiktiven Roman über Zelda und ihren zerstörerischen Lebenswandel, der sie schließlich scheitern ließ. Vieles ist erfunden, in anderen Teilen hat er sich an Zeugnisse aus dem Leben der beiden Liebenden gehalten. Er entwirft glaubwürdig und atmosphärisch eindringlich die Roaring Twenties in Amerika und Europa. Die Art seiner Erzählung gemahnt an Skizzen, mit denen Abschnitte aus dem Leben Zeldas aufgegriffen und in assoziativen Szenen, teilweise in der Ichform, aufgezeichnet werden. Der Charakter Zeldas, einer außergewöhnlich begabten, exzentrischen und auffälligen Erscheinung, gewinnt lebhaft Konturen. Die von Eifersucht, Machthunger und von Zeldas psychotischen Krankheitsschüben gequälte Beziehung beinhaltet Liebe und Zerstörung zugleich.
Gebannt folgt man ihrer Lebensspur, die Risse hatte und doch für alle, die sie kannten, unvergesslich blieb.
Leroy hat ihr Bild relativiert und ihre Unsterblichkeit in der Erinnerung gefestigt.