Sicherlich hat Al Emmo seine Schwächen. Die Grafik ist nicht gerade eine Herausforderung für moderne 3D-Karten, die Steuerung ist etwas umständlich, und der Übergang zwischen den Kapiteln in Form von Comicstrips wirkt altbacken. Einstellbare Bildschirmauflösung, mehr animierte Objekte, eine sauber animierte Hauptfigur, ein automatisch einblendbares Inventar und Videos als Übergänge hätten schon ein deutliches Plus an Spielbarkeit gebracht. Auch die Karte, die man im Spiel erstmal finden muss, ist nur bedingt brauchbar. Viele Locations sind hier nicht verzeichnet, dafür teilweise nahe beieinander liegende Orte. So bleibt es einem nicht erspart, sich in der Wüste durch zahllose Screens zu klicken. Aber Schwamm drüber, für einen Adventurefan zählen mehr die inneren Werte eines Spiels, und hier punktet Al Emmo enorm. Zwar wird eine reichlich banale Geschichte erzählt, aber das ausgesprochen witzig. Hotspots gibt es nicht, dafür sind alle Objekte auf dem Schirm anklickbar und werden bei unterschiedlichen Aktionen fast alle jeweils mit einem anderen lustigen Spruch kommentiert. Eine solche Vielfalt gibt's wohl bislang bei keinem anderen Adventure. Auch Sprecher (okay, manche sind ein wenig leiernd) und Musikuntermalung lassen kaum zu Wünschen übrig und passen gut zu dem Spiel. Die Hauptfigur erinnert übrigens stark an Wigald Boning, auch die Stimme ist recht ähnlich. Witzige Situationen und Parodien - wie die Schröderstimme des Bürgermeisters - gibt es zuhauf. Die Rätsel bestehen meist darin, Personen auszufragen und Gegenstände zu finden, anzuwenden und zu kombinieren.
Was den Spielspaß dann aber gewaltig trübt, ist das neunte und letzte Kapitel. Hier gibt es einen radikalen Stilbruch. So sieht man sich zunächst mit einem der verhassten Schiebepuzzles konfrontiert, um nach dessen Lösung plötzlich in einer Art Action-Adventure zu landen. Man muss innerhalb vorgegebener Zeit die richtigen Aktionen ausführen, um zur Lösung zur gelangen. Hat man versagt, kann man nur wiederholen oder das Spiel beenden - speichern ist nicht.
Die Spieldauer ist für ein Spiel dieser Art okay. Ich habe vier Tage gebraucht, was circa 10-12 Stunden entspricht. Teurere Spiele sind manchmal schneller durchgezockt.
Fazit: Trotz kleinerer Schwächen hätte ich dem Spiel die volle Punktzahl gegeben, denn es ist liebevoll gestaltet und macht wirklich Spaß. Durch das vermaledeite letzte Kapitel gibt's bei der Gesamtwertung einen (hier spielt auch der günstige Preis eine Rolle) und beim Spaßfaktor zwei Sterne Abzug.