Erst 1980, an ihrem Todestag im Alter von 83. Jahren, endet das Buch, in dem die russisch-deutsche Schauspielerin Olga Tschchowa zentral steht. Im Mittelpunkt natürlich die Kriegsjahre, Vor,- und Nachkriegszeit eingeschlossen. Ein Stück Geschichte, basiert auf dem Schicksal einzelner Familienmitglieder, die sich allein und doch gemeinsam durch die Kriegsjahre schlagen. Sicherlich hat Hitler Olga Tschechova als Schauspielerin bewundert, aber damit ist auch alles gesagt. Der deutsche Titel suggeriert ein Beziehung zwischen beiden, die jedoch aus dem Buch nicht hervorgeht. Gefallen haben mir die Beschreibungen der harten Kriegsjahre (die ich Gott sei Dank nicht erlebt habe), Familiensinn, russische "extended family", und die Art und Weise wie der Einzelne in diesen harten Jahren seinen Weg wählt. Gefallen hat mir auch die Tatsache, dass Beevors Buch objektiv bleibt. Vielleicht hat er vor Anfang seiner Recherchen gehofft, mehr über die Beziehung zwischen Hitler und Olga zu erfahren. Es spricht für ihn, dass er nur das wirklich behauptet, was er anhand von Dokumenten und Interviews beweisen kann. Und das ist diesbezüglich nicht viel. Beevor interpretiert nichts hinein, sondern belässt es bei sachlichen Schilderungen. Prima !
PS: das englische Original hat im Übrigen den weniger suggestiven Titel "The mystery of Olga Chechova - a true story of a family torn apart by revolution and war". Dieser Titel trifft den Inhalt des Buches viel besser, denn genau darum geht es.