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Auf Video sind im Laufe der Jahre vor allem die Doppelepisoden erschienen, die in der Regel die Verschwörung zum Inhalt haben, mit der sich die Agenten Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson) seit der ersten Episode herumärgern müssen. Die anthologischen Monster-der-Woche-Episoden blieben dabei auf der Strecke. Dieses Manko wird mit dieser Box endlich getilgt. Diese Sammlerbox umfasst die gesamte erste Staffel, inklusive solcher Meisterstücke wie Lazarus (die Seele eines brutalen Bankräubers übernimmt den Körper eines FBI-Beamten) und Die Botschaft (zum Tode verurteilter Mörder erreicht einen Hinrichtungsaufschub, da er telepathisch mit den Entführern zweier Studenten in Kontakt steht). Episoden, deren visuelle und atmosphärische Intensität beispielhaft für den Erfolg von Akte X sind. Sämtliche Folgen erscheinen in der Sammlerbox in chronologischer Reihenfolge. Alle Episoden sind ungeschnitten, auf jeder der sechs Kassetten befinden sich vier Folgen.
Akte X hat in Deutschland übrigens auch den Buchmarkt erobert. Nicht nur Dutzende von Romanen zur Serie sind im Laufe der Jahre erschienen, Akte X ist die Serie, die Episodenführer in Deutschland populär gemacht hat: Bücher, die nicht nur Inhalte nacherzählen, sondern auch Hintergründe offenbaren und sich kritisch mit dem Kult auseinander setzen. Was die erste Staffel betrifft, sei das erste Buch deutscher Autoren zur Serie empfohlen: Die X-Akten von Roland Heep, Jörg Alberts und Kai Krick. Bei Erscheinen ein Muss für alle Fans, bietet es aus heutiger Sicht betrachtet einen nostalgischen Rückblick auf die Anfänge einer großen Serie. --Christian Lukas
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1. Pilotfilm "Gezeichnet"
Mulder und Scully's erste Begegnung und erster Fall. Mythologie, Note 1
2. Die Warnung
Handelt von geheimen Flugzeugen, die mit UFO-Technologie gebaut werden, erstes Auftreten des Informanten "Deep Throat". Recht interessante Geschichte, reichlich Spannung.
Mythologie, Note 2+
3. Das Nest
Handelt vom leberfressenden Mutanten Tooms. Ein erster Höhepunkt. Sehr spannend, düster und unheimlich.
Einzelfolge, Note 1+
4. Signale
Ein Mädchen wird von Außerirdischen entführt, welche ihren Bruder anschließend als Medium verwenden, um ihre baldige Rückkehr anzukündigen. Wirft einen Blick auf Mulder's Gefühlswelt und vor Allem daher interessant.
Mythologie, Note 2
5. Der Teufel von Jersey
Handelt von einem Paar wilder Menschen in der Umgebung Atlantic City's. Nicht allzu spannend, hat aber streckenweise gewisse Stärken.
Einzelfolge, Note 3
6. Schatten
Handelt von einer Frau, ihrem für ihre Umwelt gefährlichen Schutzengel und einem Betrug, den dieser aufzudecken hilft. Ebenfalls nur streckenweise spannend.
Einzelfolge, Note 3+
7. Die Maschine
Handelt von einem lernfähigen Supercomputer, der eine zerstörerische Persönlichkeit entwickelt. Etwas hanebüchene Geschichte, aber durchaus spannend.
Einzelfolge, Note 3
8. Eis
Mulder und Scully reisen mit drei weiteren Personen zu einer Forschungsstation im hohen Norden, wo sie auf einen gefährlichen Organismus treffen. Eine der besten Akte-X-Folgen überhaupt, vor allem dank erstklassiger klaustrophobischer Atmosphäre.
Einzelfolge, Note 1+
9. Besessen
Ein bekannter Astronaut wird von einem Geistwesen heimgesucht, welches dem Marsgesicht zu entspringen scheint. Langweilig, einer der Tiefpunkte der Serie trotz eines Riesen Budgets.
Einzelfolge, Note 5
10. Gefallener Engel
Ein UFO stürzt ins Wisconsin ab und die Regierung setzt Alles daran, den flüchtigen Insassen zu finden. Sehr spannend; ein neuer Charakter, Max Fenig, wird eingeführt.
Mythologie, Note 1-
11. Eve
Handelt von einem Kloning-Projekt, das hochintelligente, aber geisteskranke Superhirne hervorgebracht hat. Im Mittelpunkt stehen zwei sich exakt gleichende Mädchen mit tödlicher Mordlust. Interessante Handlung, bösartige Mädchen.
Einzelfolge, aber nicht ganz von der Mythologie zu trennen, Note 1
12. Feuer
Eine Reihe unerklärlicher Brandstiftungen gibt Rätsel auf. Sie scheinen auf einen Mann, der bei ihnen immer anwesend war, zurückzuführen sein. Vor allem das Psychospiel von Mulder's englischen Ex-Geliebten, die ihn in diesem Fall um Hilfe bittet, macht den Reiz dieser Episode aus.
Einzelfolge, Note 1
13. Die Botschaft
Ein Serienmörder empfängt angeblich Botschaften, die zur Lösung eines Entführungsfalles beitragen können . Doch er will einen Deal, da ihm die Todesstrafe bevorsteht. Ein Meisterwerk, anstrengend, aber schauspielerisch von erster Güte (vor Allem Brad Dourif, der den Verurteilten spielt). In dieser Folge stirbt Scully's Vater, der durch den Mörder mit Scully zu kommunizieren scheint (ebenfalls tolle schausp. Leistungen).
Einzelfolge, Note 1+
14. Verlockungen
Ungeklärt Todesfälle nach dem Liebesspiel führen Scully und Mulder zu einer geheimnisvollen Sekte. Überraschendes Ende, spannende Momente, doch insgesamt eher durchschnittlich.
Einzelfolge, Note 3
15. Lazarus
Im leblosen Körper eines Freundes von Scully wird die Seele eines Bankräubers wiedergeboren. Es beginnt ein gefährliches Verwirrspiel. Interessante Geschichte, man erfährt etwas über Scully's Vergangenheit.
Einzelfolge, Note 2+
16. Ewige Jugend
Ein totgeglaubte Schwerverbrecher scheint unerklärlicherweise doch zu leben und in Freiheit zu sein und beginnt ein fieses Spiel mit Mulder, das Opfer fordert und diesen fertig macht. Doch es steckt noch mehr hinter dieser Geschichte. Böses Psychospiel, interessante Einblicke in Mulder's Anfangszeit beim FBI.
Einzelfolge, Note 1+
17. Täuschungsmanöver
Der Insasse eines abgestürzten UFO's wird offenbar in einem LKW zu einer geheimen Basis befördert. Mulder und Scully nehmen die Verfolgung auf. Höchst spannend, die bisher beste Mythologie-Folge.
Mythologie, Note 1+
18. Der Wunderheiler
Die Hände eines Wunderheilers scheinen mit einem Male nur noch tödlich zu wirken. Insgesamt durchschnittlich, doch Mulder's Dialoge mit dem Wunderheiler sind stark.
Einzelfolge, Note 2-
19. Verwandlungen
Ein Biest scheint in einem ländlichen Gebiet zu wüten, doch steckt wesentlich mehr dahinter. Cowboy- und Indianergeschichte, die gewisse Stärken und ein unheimliches Monster zu bieten hat.
Einzelfolge, Note 2
20. Der Kokon
Eine Gruppe Holzfäller verschwindet spurlos in einem Wald. Vor Ort kommen Scully und Mulder der Sache auf die Spur. Diese Folge um tödliche Insekten ist nach dem selben Schema wie das brilliante "Eis" aufgebaut, sie ist sogar ein regelrechter Klon. Aber ein sehr spannender und gelungener Klon.
Einzelfolge, Note 1+
21. Ein neues Nest
Der leberfressende Mutant Tooms kehrt zurück. Einführung von AD Skinner, einer der wichtigsten Figuren der Serie, auch ansonsten gelungene Fortsetzung.
Einzelfolge, Note 2+
22. Wiedergeboren
Ein ermordeter Polizist rächt sich an seinen Mördern, indem er sich des Körpers eines kleinen Mädchens bemächtigt. Mittelmäßig.
Einzelfolge, Note 3
23. Roland
Mehrere Todesfälle in einem Institut für Antriebstechnologie geben Rätsel auf. Der geistig behinderte Roland scheint irgendwie daran beteiligt zu sein. Intensiv und hervorragend gespielt, jedoch manchmal etwas langatmig.
Einzelfolge, Note 2
24. Das Labor
Ein scheinbar unkaputtbarer Mann verschwindet spurlos nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei. Doch die Geschichte entwickelt sich in eine'Richtung, mit der wohl niemand gerechnet hat... Eine rasante Folge, in der Vieles für die Mythologie eingeführt wird. Tod von Deep Throat, am Ende werden die X-Akten geschlossen. Eine Folge die Lust auf mehr macht.
Mythologie, Note 1+
Fazit: Ein Meilenstein des Fernsehens.
Diese Mythologie beginnt bereits in dem für damalige Verhältnisse wahrhaft erschreckenden Pilotfilm "Gezeichnet", der in nur 45 Minuten die beiden Helden einführt, die Hintergrundgeschichte um das Verschwinden von Mulders Schwester Samantha etabliert und mit den bizarren Ereignissen um die mutmaßliche Entführung von Teenagern durch Außerirdische eine spannende wie mysteriöse Handlung erzählt. Die weiteren UFO-Verschwörungs-Episoden sollten sich zu den großen Höhepunkten der Staffel entwickeln: "Die Warnung", "Signale", "Gefallener Engel", "Täuschungsmanöver" und das grandiose Staffelfinale "Das Labor" gehören allesamt zu den klassischen "Akte-X"-Folgen und sind schlicht Pflichtprogramm für alle, die sich mit der Serie beschäftigen. Daneben wird mit dem Thema illegaler Menschenversuche ein weiterer Erzählstrang aufgebaut, der für die UFO-Geschichten in "Akte X" noch wichtig werden sollte, insbesondere die Klone aus "Eve" oder die Suche nach dem Jungbrunnen in "Ewige Jugend".
Aber auch viele der "Monster-der-Woche"-Episoden, die zwischen den Mythologie-Folgen plaziert sind, sind auch heute noch genauso faszinierend wie damals 1993/94: "Das Nest" und "Ein neues Nest" mit dem unheimlichen Mutanten Eugene Tooms, "Eis", "Der Wunderheiler", "Der Kokon" oder "Roland". Mit "Die Botschaft" findet sich gar eine mutige Episode, die sich ganz der Charakterentwicklung Dana Scullys aufgrund des Todes ihres Vaters beschäftigt.
Es gibt gerade in dieser Kategorie der "Monster der Woche" auch einige Geschichten, die nicht überzeugen können, aber für eine Serie, die erst ihren Stil finden mußte und absolutes Neuland betrat, ist die Masse an großartigen Ideen ungemein beeindruckend. Jede Episode wirkt wie ein Kinofilm, die Atmosphäre ist unheimlich und betont grundsätzlich das Unbekannte oder Unsichtbare. Die Spezialeffekte waren in diesem ersten Jahr zwar oft genug noch reichlich primitiv, konnten aber immer überzeugen: Aufgrund des damals äußerst knappen Budgets war es nötig, die Schatten und die Dunkelheit zu betonen, was schließlich zum Markenzeichen der Serie wurde. Die bedeutendsten Autoren in dieser 1. Staffel - Chris Carter, Glen Morgan und James Wong, Alex Gansa und Howard Gordon - kreierten Woche für Woche neue unheimliche Geschichten, über die noch heute ehrfürchtig gesprochen wird, vielleicht auch, weil sie nicht wie sonst im Fernsehen üblich ein abgeschlossenes Ende boten, sondern am Ende immer Fragen offenblieben. Die Fantasie des Zuschauers war immer gefordert und sorgte so für mannigfaltigen Gesprächsstoff unter den Fans.
Wenn es denn einen echten Schwachpunkt im Konzept der Serie gab, dann die Figur Scully, die zu oft Mulders bizarren aber sich meist als richtig herausstellenden Theorien ablehnend gegenüberstand und so beinahe zu einer ewig "nein" sagenden Furie mutiert wäre. Allein Gillian Andersons überragendem Schauspiel ist es zu verdanken, daß Scully nie unsympathisch wird; ganz im Gegenteil entwickelt sich zwischen den beiden Agenten eine großartige Partnerschaft. David Duchovnys Mulder ist in dieser 1. Staffel noch bedeutend naiver und unbekümmerter als in späteren Jahren, was heute diesen Folgen einen besonderen Charme verleiht.
Diese DVD-Box präsentiert neben den 24 Episoden der Staffel eine 10-minütige Dokumentation über die erste Staffel, Interviews mit Chris Carter über 12 Folgen, Werbespots für jede einzelne Folge sowie zwei unveröffentlichte Szenen aus "Gezeichnet", die Scullys geplantem Freund Ethan gewidmet waren aber herausgeschnitten wurden. Die 1. Staffel ist sicher nicht perfekt und einige Episoden sind schlicht unlogisch oder auch mal langweilig ("Besessen"), aber insgesamt ist die Box auf jeden Fall empfehlenswert.
Und das gibt volle Punktzahl. :)
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