Akte X - Jenseits der Wahrheit ist der zweite Film des legendären FBI-Ermittlerduos Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson), die in 9 Serien-Staffeln und einem Kinofilm in den 90iger Jahren und Anfang des vergangenen Jahrzehnts im Auftrag des FBI paranormalen Phänomenen und heimtückischen Verschwörungen hinterher jagten. Oft kopiert (neuerdings durch FRINGE), aber trotzdem unerreicht, konnten die Geschichten des Ermittlerduos durch eine überzeugende Mischung aus Spannung, Thrill, Horror, Sci-Fi und manchmal sogar Humor sehr überzeugen. So wundert es nicht, dass die Serie heute Kultstatus hat, und zu Recht als Mutter aller modernen Mysterieserien bezeichnet wird.
Der vorliegende zweite Kinofilm aus dem Jahr 2008 spielt 7 Jahre nach dem Ende der Serie. Mulder und Scully haben sich aus dem aktiven Dienst des FBI zurückgezogen und leben ein mehr oder weniger unbeschwertes Leben. Als jedoch eine Serie mysteriöser Morde die ermittelnden FBI Agenten gehörig ins Schwitzen bringt, werden Mulder und Scully wieder reaktiviert. Mit der Hilfe eines hellsehenden Priesters kommen sie einer Organmafia auf die Schliche, die einen perfiden Plan verfolgt...
Im Grunde handelt es sich bei dem Film um einen soliden, spannenden Thriller, der weit weniger mit Action, als viel mehr mit Dialogen überzeugen kann. Wie in so vielen Stand-Alone Episoden der Serie wird hier kein Bezug auf die große Staffel-umspannende Alien-Verschwörung genommen. Der Film beinhaltet eine abgeschlossene Geschichte, und man benötigt kaum Vorwissen, um ihn sich angucken zu können.
Was zunächst wie ein Segen aussieht, ist auf der anderen Seite (auch) das Problem an dem Film. Im Grunde hätte er auch ohne Mulder und Scully funktioniert. Das eigentliche X in diesem Film, sind die hellseherischen Fähigkeiten des pädophilen Priesters, die bis zum Ende nicht hinreichend geklärt werden. Vielen Fans und Zuschauern war das zu wenig, weshalb der Film an den Kinokassen wohl unterging und den Erfolg seines Vorgängers um Längen verfehlte.
Leider fehlt es der Geschichte an so mancher Stelle an Tempo. Gerade die Interaktion und die Dialoge der Protagonisten wirken in manchen Szenen unnötig in die Länge gezogen.
Schön anzusehen sind die Landschaftsaufnahmen, auch die Kameraführung ist erfrischend klassisch gehalten, so dass manche Einstellungen durchaus länger dauern, als die heutzutage üblichen hektischen Schnittmassaker dieses Genres.
Wer einen kurzweiligen, eher dialoglastigen Thriller im Stil von ROTER DRACHE sucht, wird hier fündig.
Eher 3,5 Sterne. Aufgerundet sind es 4.