Puh, ich bin noch immer absolut fasziniert von der Art und Weise, wie Sebastian Krämer es schafft, sich die deutsche Sprache und ihre Facetten Untertan zu machen, um sinnvoll abstrakt und vollkommen losgelöst von komödiantischer Festgefahrenheit einfach vom ersten bis zum letzten Ton zu unterhalten.
Dabei lässt sich Herr Krämer in keine Schublade stecken, außer vielleicht die eigenes geschaffene Krämer'sche Schublade. Sprich, er ist eigen.
Thematisch geht es um Sehnsucht im weitesten Sinne, dabei erzählt Sebastian Krämer Geschichten aus dem Alltag. Betrachtet man die Handarbeit die den Stücken zugrunde liegt, so stellt man fest, dass Krämer es wirklich versteht die deutsche Sprache sprichwörtlich zu verbiegen um direkt oder im ironischen Unterton seine Beobachtungen mitzuteilen.
Es ist ein Spass sich das anzuhören. Ich bin nur am staunen wie man soetwas geniales erschaffen kann, vor allem im Zusammenspiel der schönen Klavierbegleitung.
Krämer erzählt in seinem aktuellen Programm über 80er Jahre, Religionskonflikte, Mini Riesenräder, Darmstadt, Krähen die sich unterhalten - kurzum, über das ganze Spektrum aller möglichen Sehnsüchte.
Das geniale daran ist, wie er es schafft Dinge miteinander zu verquicken, angefangen bei den Überleitungen bis hin zum eigentlichen Inhalt der Stücke, hier zieht sich Kärmer-typisch ein roter Faden als Konzept.
Sebastian Krämer ist Chanson mit Humor, Tiefgang und Anspruch. Unbedingte Kaufempfehlung, ebenso empfehle ich, sich das Spektakel live anzusehen. Wie der Künstler auf das Publikum eingeht ist absolut einzigartig faszinierend.
Jetzt fehlt nur noch eine DVD!