Ich kenne Claus Boesser (noch ohne den Zusatz Ferrari) schon viele Jahre und habe damals einige Konzerte mit ihm und seinen Bands erlebt. Dann hatte ich ihn irgendwie aus den Augen (besser gesagt Ohren) verloren. Nun habe ich ihn wiederentdeckt und festgestellt, dass sich Claus in den Jahren musikalisch deutlich verändert / weiterentwicklet hat und mir noch besser als schon damals gefällt.
Ganz besonders die Zusammenarbeit mit Jutta Glaser hat es mir sehr angetan. Ajoi ist sicher, wie alle neueren Boesser-Alben, keine Easy-Listening-Musik. Aber muss es das sein? Ich möchte von Musik berührt werden und nicht nebenbei irgendein paar Töne plätschern haben. Bei Ajoi sollte man sich die Zeit nehmen sich hinzusetzen und die Musik einfach zu genießen und auf sich wirken zu lassen. Das Album hat es auf Anhieb geschafft mich im Herzen zu berühren. Es hat ruhige Momente, überraschende Wendungen, rhytmisch mitreißende Stücke und im Zusammenspiel der beiden Musiker kommt nie Langeweile auf. Selten war ein gitarrenorientiertes Album im positiven Sinn so weit entfernt von einem Gitarrengeklimper, wie man es nach meiner Meinung auf vielen Scheiben hat, wo technisch perfektes Gitarrenspiel ausgebreitet wird, aber einen beim Hören nicht wirklch berührt. Claus ist sicher ein toller Gitarrist. Das besondere hier finde ich, dass das ganz egal ist, da bei dem Album einfach die Musik als solches im Vordergrund steht und Claus und Jutta hier ein wunderbar lebendiges Album herausgebracht haben. Leider habe ich die zwei noch nicht live hören können, aber hoffe doch, dass ich dazu noch Gelegenheit finde :)