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Der kanadische Tenor Ben Heppner, bisher mit Opern von Mozart, Wagner und Rollen aus dem italienischen Fach und mit Liedern hervorgetreten, wendet sich jetzt dem französischen Repertoire zu.
Airs francais heißt seine neue CD mit Opernarien von Berlioz, Halévy, Massenet, Meyerbeer und anderen. Vieles singt Heppner zum ersten Mal. Im Booklet erläutert er: "Ich war von jeher überzeugt, dass meine Stimme lyrische Qualitäten hat, die ich im großen dramatischen Heldenfach nicht immer zur Geltung bringen kann. Es tat daher gut, Musik von Komponisten wie Massenet oder Meyerbeer zu singen und einmal eine andere Seite von mir zu zeigen als die monumentalen Rollen, in denen das Publikum mich kennt."
Maßstab bleibt Heppner dennoch die Bühne. Das stählerne, heroische Timbre seiner Stimme beeindruckt, doch er protzt nicht damit herum, auch nicht mit seiner Höhensicherheit. Da sämtliche Partien dieser Aufnahme im hohen Register liegen, scheinen sie wie geschaffen für ihn. Doch Heppner ist klug genug, sich nicht nur auf seine stimmlichen Möglichkeiten zu verlassen. Besonders waren ihm die Schwierigkeiten um die Phonetik der französischen Sprache bewusst: "Als anglophoner Kanadier musste ich hart arbeiten, um französisch singen zu können. Aber ich merkte, dass man die Nuancen der Vokallinie nur richtig erfasst, wenn man die Sprache beherrscht. Die melodische Linie dieser französischen Arien hat ein ganz spezifisches Metrum, und die Syntax der Wörter gibt ihm einen Rhythmus von Hebungen und Senkungen, der ganz anders ist als im deutschen oder italienischen Repertoire. Hier lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass die Worte Vorrang haben!" Das Ergebnis ist mehr als eindrucksvoll. --Teresa Pieschacón Raphael