Airport ist wohl der ultimative Flugzeug-Katastrophenfilm und brachte drei Fortsetzungen zu Tage. Gedreht 1970 konnte eine namhafte Riege hochkarätiger Stars wie Burt Lancaster, Dean Martin, George Kennedy, Van Heflin und andere gewonnen werden. Im Allgemeinen bürgt dies prompt für die gute Qualität eines Films. So auch hier.
Burt Lancaster spielt den Manager Mel Bakersfield des Flughafens Lincoln, der mit allerlei Problemen zu kämpfen hat. Es gibt quasi keine Atempause für ihn. Der Flughafen im Hochbetrieb hat mit einem heftigen Schneesturm zu kämpfen, als ein Flugzeug die wichtige Landebahn 29 blockiert. Zu allem Unglück nämlich benötigt diese Pilot Vernon Demerest (Dean Martin), der sich im Anflug auf Lincoln befindet. Dieser wiederrum war eigentlich schon auf dem Weg nach Rom, bis ihm der Passagier D. O. Guerrero (gut gespielt von Van Heflin) mit einer Bombe im Koffer zur Rückkehr zwingt. Flughafen-Techniker Joe Patroni (lässig dargestellt von George Kennedy) unternimmt einen letzten Versuch, die Landebahn freizukriegen. Wird es ihm gelingen?
Bis der Film so richtig spannend, ja nahezu dramatisch wird, vergeht eine Zeit. Insgesamt läuft er immerhin 130 min. Dieser Spannungsbogen wird vorher jedoch nach und nach langsam aufgebaut. Man ahnt die Katastrophe, sieht sie quasi kommen, doch wir verfolgen das bunte Treiben ahnungsloser Passagiere und Angestellte des Flughafens. So erfährt man einiges aus dem Umfeld des Flughafens. So z. B., dass Manager Bakersfield sich privat mit einer Ehekrise herumschlagen muss. Nebenher muss er sich mit Anwohnerprotesten beschäftigen, deren Wände stets wackeln, so bald ein Flugzeug über die Landesbahn 22 startet - deshalb ist Landebahn 29 so wichtig. Außerdem ist da noch die dreiste Oma (exzellent gespielt von Helen Hayes), die stets als blinder Passagier reist und dies angesichts ihrer Lage als Rentnerin als fast selbstverständlich ansieht, jedoch auf eine so liebenswerte Art, dass man ihr nicht wirklich böse sein kann.
Schließlich bekommen wir einen kleinen Einblick in das Leben des D. O. Guerrero und seinem verzweifelten Motiv, dass ihn zum Bombenleger werden lässt. Nicht zu vergessen die Einweisung von Pilot Vernon Demerest, der privat mit Bakersfield nicht so gut kann, weil er mit dessen Schwester verheiratet ist. Tatsächlich birgt er ein Geheimnis in sich, was wir aber erst später erfahren werden. Seinen großen Auftritt hat er ohnehin nach dem Start der Maschine nach Rom.
Diese Handlung zieht sich bisweilen in die Länge, ja es vergeht über eine Stunde, bis die Ereignisse sich überschlagen. Aus dem Übeltäter wird von Anfang an kein Geheimnis gemacht, über sämtliche Probleme des Managers weiß man Bescheid und auch welch Schlingel Pilot Demerest ist. Vielleicht wäre der Film bis dahin - angesichts der Erwartungshaltung an ihm - sogar langweilig geworden, wenn es die Filmmacher nicht verstanden hätten, dem Film die richtige Würze zu geben. Die bezieht er vor allem aus kleinen ironischen Einlagen, z. B. die der Oma. Oder auch, wenn Dean Martin in seiner gewohnt lockeren Art einem jungen studierten Möchtergern-Professor die Rückkehr des Flugzeugs nach Lincoln in Worten verpackt, die niemand verstehen kann, um keine Panik an Bord auszulösen. Des Weiteren ist immer irgendwo Leben im Film, ganz so wie es auf einem stark frequentierten Flughafen eben so ist. Das Meisterstück des Films besteht darin, dass zwischen all diesen Passagen die eigentliche Spannung so völlig unscheinbar daherkommt, so ganz nebenbei, bis sie sich in einem langen Finale entlädt, in dem der Film ungeheuer an Spannung und Fahrt zulegt. Das Finale ist zweigeteilt. Nämlich, ob und wie die Bombe hochgeht, und wenn ja, wie die Maschine trotz Schäden und blockierter Bahn einigermaßen sicher landen kann.
Leider beinhaltet die DVD-Ausgabe von 2002 außer dem Trailer keine nennenswerten Extras. Das Bild ist allerdings in schönem 2,35:1-Widescreen-Format, auch wenn auf der Packung 4:3 steht.