Dr. Michael Crichtons Werke sind nicht nur Bücherfreunden ein Begriff: Der Ende 2008 verstorbene Autor, Regisseur und Produzent (Bachelor of Arts B.A. in Harvard 1964) und Mediziner (Promotion 1969) war der ungekrönte Meister der Spannung.
Das Geheimnis des Erfolgs: Crichton wühlte sich tief in die Thematik eines Romans und baute die Umgebung so geschickt und realistisch ein, dass der Leser sich in die Welt des Buchs versetzt fühlt. Bei Crichtons besten Werken, zu denen "Airframe" sicher zählt, muss man sich nicht fallen lassen - man wird einfach mitgerissen.
Die Reise führt in die US-amerikanische Luftfahrtindustrie.
"Airframe" spielt beim großen US-Flugzeughersteller "Norton". Der Captain des Fluges TPA 545 meldet einen Notfall mit 49 Verletzten und 3 Toten "aufgrund von Turbulenzen". Es gelingt, die Maschine ohne weitere Schäden in L.A. zu landen - aber niemand ist zu diesem Zeitpunkt auf die Katastrophe vorbereitet, die nun auf Norton und das Untersuchungsterm zurast.
Casey Singleton erhält die Chance, die mysteriösen Umstände des Vorfalls zu untersuchen; doch sie hat nur eine Woche Zeit - denn ein für den Konzern lebenswichtiger Großauftrag einer chinesischen Fluggesellschaft steht unmittelbar vor dem Abschluss.
Als wäre das noch nicht genug, plant auch noch eine bekannt unseriöse TV-Enthüllungsjournalistin, die Firma anzuprangern. Und militante Gewerkschaftler fürchten, man wolle ihnen die Arbeitsplätze stehlen: sie reagieren auf die harte Tour.
Wieder versteht es Crichton, die Kontrahenten behutsam zu entwickeln. Die Logik der Handlungsstränge baut sich fast unbemerkt und ohne vordergründige Effekte auf. Eingebettet in die faszinierende Welt der gigantischen Flugzeugfabrik entwickelt die Handlung schnell einen Sog, der den Leser geradezu in das Buch hineinzieht.
Dazu trägt auch die souveräne Sprache des Autors bei.
Manchen Romanen (oder Filmen) gelingt es, zunächst in faszinierender Umgebung eine gute Spannung aufzubauen - sie enttäuschen aber in der Auflösung. Solches wird z.B.
Fräulein Smillas Gespür für Schnee ebenso nachgesagt wie Schätzings "
Der Schwarm", obwohl ich das selbst nicht so stark empfunden habe wie manche Kritiker.
"Airframe" jedenfalls genügt auch in diesem Punkt höchsten Maßstäben. Ich verspreche: Hier wird niemand enttäuscht. Crichton belegt meisterhaft, dass überraschende Wendungen wie selbstverständlich eintreten können, dass sich Spannung und Logik nicht ausschließen, dass die Aufklärung nicht das enttäuschende Gefühl hinterlässt: Nee, das soll es jetzt gewesen sein?
Es gibt sogar noch einen kleinen "Nachtisch": Der Ausklang nach dem Höhepunkt, gekonnt "getimed" und dimensioniert, hilft dem Leser, angenehm aus dem Buch herauszufinden.
Es würde mich schon sehr überraschen, wenn mir jemals im Suspense-Bereich ein besseres Buch unterkommen würde...
jury 5* A0030 8.4.2011e 12 A + E
John Michael Crichton (* 23. Oktober 1942 in Chicago)
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1973:
Westworld1978:
Coma1979:
Der erste große Eisenbahnraub1993:
Jurassic Park1993:
Die Wiege der Sonne1994:
ER - Emergency Room ( - 2009, 326 Folgen)
1996:
Twister1999:
Der 13te Krieger *****
Michael Crichton starb am 4. November 2008 in Los Angeles.