4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Atemberaubend, 2. Dezember 2009
Dr. Michael Crichtons Werke sind nicht nur Bücherfreunden ein Begriff: Der Ende 2008 verstorbene Autor, Regisseur und Produzent (Bachelor of Arts B.A. in Harvard 1964) und Mediziner (Promotion 1969) war der ungekrönte Meister der Spannung.
Das Geheimnis des Erfolgs: Crichton wühlte sich tief in die Thematik eines Romans und baute die Umgebung so geschickt und realistisch ein, dass der Leser sich in die Welt des Buchs versetzt fühlt. Bei Crichtons besten Werken, zu denen "Airframe" sicher zählt, muss man sich nicht fallen lassen - man wird einfach mitgerissen.
Die Reise führt in die US-amerikanische Luftfahrtindustrie.
"Airframe" spielt beim großen US-Flugzeughersteller "Norton". Der Captain des Fluges TPA 545 meldet einen Notfall mit 49 Verletzten und 3 Toten "aufgrund von Turbulenzen". Es gelingt, die Maschine ohne weitere Schäden in L.A. zu landen - aber niemand ist zu diesem Zeitpunkt auf die Katastrophe vorbereitet, die nun auf Norton und das Untersuchungsterm zurast.
Casey Singleton erhält die Chance, die mysteriösen Umstände des Vorfalls zu untersuchen; doch sie hat nur eine Woche Zeit - denn ein für den Konzern lebenswichtiger Großauftrag einer chinesischen Fluggesellschaft steht unmittelbar vor dem Abschluss.
Als wäre das noch nicht genug, plant auch noch eine bekannt unseriöse TV-Enthüllungsjournalistin, die Firma anzuprangern. Und militante Gewerkschaftler fürchten, man wolle ihnen die Arbeitsplätze stehlen: sie reagieren auf die harte Tour.
Wieder versteht es Crichton, die Kontrahenten behutsam zu entwickeln. Die Logik der Handlungsstränge baut sich fast unbemerkt und ohne vordergründige Effekte auf. Eingebettet in die faszinierende Welt der gigantischen Flugzeugfabrik entwickelt die Handlung schnell einen Sog, der den Leser geradezu in das Buch hineinzieht.
Dazu trägt auch die souveräne Sprache des Autors bei.
Manchen Romanen (oder Filmen) gelingt es, zunächst in faszinierender Umgebung eine gute Spannung aufzubauen - sie enttäuschen aber in der Auflösung. Solches wird z.B.
Fräulein Smillas Gespür für Schnee ebenso nachgesagt wie Schätzings "
Der Schwarm", obwohl ich das selbst nicht so stark empfunden habe wie manche Kritiker.
"Airframe" jedenfalls genügt auch in diesem Punkt höchsten Maßstäben. Ich verspreche: Hier wird niemand enttäuscht. Crichton belegt meisterhaft, dass überraschende Wendungen wie selbstverständlich eintreten können, dass sich Spannung und Logik nicht ausschließen, dass die Aufklärung nicht das enttäuschende Gefühl hinterlässt: Nee, das soll es jetzt gewesen sein?
Es gibt sogar noch einen kleinen "Nachtisch": Der Ausklang nach dem Höhepunkt, gekonnt "getimed" und dimensioniert, hilft dem Leser, angenehm aus dem Buch herauszufinden.
Es würde mich schon sehr überraschen, wenn mir jemals im Suspense-Bereich ein besseres Buch unterkommen würde...
jury 5* A0030 8.4.2011e 12 A + E
John Michael Crichton (* 23. Oktober 1942 in Chicago)
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1973:
Westworld1978:
Coma1979:
Der erste große Eisenbahnraub1993:
Jurassic Park1993:
Die Wiege der Sonne1994:
ER - Emergency Room ( - 2009, 326 Folgen)
1996:
Twister1999:
Der 13te Krieger *****
Michael Crichton starb am 4. November 2008 in Los Angeles.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wie man selbst aus Klischees und Vorurteilen einen spannenden Roman macht ..., 2. Januar 2007
Michael Crichton zeigt, wie man selbst mit der dicken amerikanischen Brille, deren eines Glas Klischee und deren anderes Glas Vorurteil heißt, einen superspannenden Roman schreiben kann.
Die Geschichte über Casey Singleton, der nur eine Woche Zeit bleibt, um die Ursachen eines Flugunfalls zu klären, ist technisch gut recherchiert und auch für Laien weitgehend verständlich dargestellt. Bis auf wenige Passagen, in denen die Handlung etwas unkontrolliert hin und her zu schwappen scheint oder in denen die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Protagonistin ein anderes Verhalten nahelegen würden, treibt die Handlung kontinuierlich vorwärts und zieht den Leser in seinen Bann. Einzig kurz vor der überraschenden Wende gibt es eine Szene, in der ich mich rückblickend vom Autor für "dumm verkauft" fühlte.
Ob man die dargestellten Sichtweisen nun mag oder nicht, ändert nichts daran, daß es sich handwerklich jedenfalls um ein Meisterwerk handelt. Wer spricht noch über deutsche Möchtegern-Michael Crichtons wie Andreas Eschbach und David Kenlock, wenn man das Original gelesen hat.
FAZIT: Wer über die amerikanische Brille hinwegsehen kann, wird einen schlüssigen, spannenden und gut erzählten Roman über die Tücken der Technik, die Machtkämpfe des Wirtschaftslebens und die Sensationsgier der Medien lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Super spannend - aber bestimmt nicht für jeden, 28. Juni 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Airframe. (Taschenbuch)
Mal was anderes - die Welt der Boings, Airbuses und ... wen gibt eigentlich noch? Norton Aircraft Industries in LA? Spannung von Beginn bis zum Ende. Klare Charaktere und sehr realitätsnah. Besonders gefallen hat mir das Analogon zur Geschichte der McDonald Douglas DC-10. Damals wurde aus Angst vor der Wahrheit eines der modernsten und besten Flugzeuge Opfer der Medien. Diesmal werden die Medien so richtig vorgeführt und trotz Intrigen, Eitelkeiten und Machthunger kommt die Wahrheit heraus. Was mich an dem Buch fasziniert ist, dass immer wieder etwas passiert, mit dem man nicht rechnet. Und jedes Mal, wenn man glaubt zu wissen, was Sache ist, geschieht wieder etwas ganz anderes.
Wer Technik liebt, Spannung sucht und auch mal gerne auf Romantik verzichtet - für den ist Airframe erste Wahl. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass viele damit überhaupt nichts anfangen können. Ich hab das Buch verschlungen und finde es super = 5 Sternchen!
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