Aufgrund eines Defekts meiner Denon AH C 252, begann ich die Suche nach ein paar neuen In-Ear Kopfhörern. Eigentlich sehr zufrieden mit den Denon konzentrierte ich mich auch wieder auf diese Marke. Jedoch überkam mich ebenso die Neugier nach mir unbekannten Modellen zu suchen und so stieß ich nach einiger Zeit auf diese In-Ear Holzkopfhörer...Moment Holzkopfhörer? Alsgleich stellte ich mir zwei Sinnfragen. Handelt es sich hierbei nur mal wieder um einen Marketing-Trick der Industrie zur Steigerung der Absatzzahlen ohne wirkliche Innovation? Oder werden hiermit wirklich neue innovative Wege bestritten? Letztendlich konnte ich diese Fragen nur beantworten indem ich mir die Kopfhörer bestellte.
Dabei habe ich mich nach einigen Recherchen für die Walnuss-Ausführung entschieden. Dieses Holz genießt wohl höchstes Ansehen in der Fachwelt des Boxen- und Gitarrenbaus. Ist nun das Prinzip der Resonanz auch auf kleine Holzkopfhörer übertragbar?
Nun ich kann nicht beurteilen ob es wirklich am Holz liegt oder nicht, jedoch fiel mir beim Anschließen der Kopfhörer an meinen MP3-Player sofort ein qualitativer Unterschied zu den Denon auf. Ich habe bis jetzt noch nie In-Ears gehört die den Ton so klar wiedergeben. Es ist wirklich erstaunlich wie klar sich die Instrumente voneinander abgrenzen. Somit hörte ich Klänge in Titeln, die mit den Denon nicht wahrzunehmen waren. Die Bässe kommen unglaublich präzise und neigen in keinster Weise zum überziehen, trotz einer starken Bassbetonung der Kopfhörer. Auch die Mitten werden äußerst klar ausgegeben. Ebenso ist an den Höhen nichts zu kritisieren, sie fallen dennoch etwas ab. Insgesamt ist der Klang der Vivanco Acoustics Wod Val ein bis zwei Niveaustufen über dem der Denon. Wie es sich mit der Kirschholz- und der Buchenholzausführung verhält kann ich nicht beurteilen, jedoch denke ich, dass es durchaus Klangunterschiede geben kann.
Zur Passform gibt es zu sagen, dass die Kopfhörer wie Oropax in den Ohren kleben. Diese Abgeschottetheit von der Außenwelt ist sicher nicht jedermanns Sache, mich stört es aber nicht. Damit zusammenhängend sei zu erwähnen, dass die In-Ears wirklich tief in den Gehörgang hineinragen. Es empfiehlt sich vor allem die Ohren vorher gründlich zu reinigen, sonst übernehmen das die Kopfhörer. Geliefert werden die Vivanco mit drei verschiedenen Gummiaufsätzen zur Anpassung an die Größe, allerdings finde ich das sie insgesamt realtiv groß ausfallen. Wer also recht enge Gehörgänge besitzt, könnte hier Passform- und Komfortprobleme bekommen. Der Sitz ist insgesamt bequem und fest, wenn auch nicht überragend.
Zu guter Letzt sei noch was zur Qualität des Kabel und des Klinkenanschlusses gesagt. Das Kabel ist mit einer stabilisierenden und schützenden Karkasse ummantelt, wodurch es auch recht steif daherkommt. Kabelgeräusche sind beim Laufen und Bewegungen nicht wahrzunehmen. Der Klinkenanschluss ist vergoldet, jedoch mündet des Kabel in unflexible Plastik, hier ist die Gefahr eines Kabelbruchs durchaus gegeben.
Zusammenfassend kann ich die Vivanco Aircoustics Wod Wal jedem guten Gewissens weiter empfehlen. Der Sound ist in seiner Klarheit und Klangbreite wirklich beeindruckend. Auch der Bass ist ungemein druckvoll. Für noch bessere Höhen würde ich jedoch zu den Buchenholzhörern raten. Die Kopfhörer waren wirklich mal wieder eine lohnenswerte Investition.