"The Air I Breathe" ist ein bemerkenswerter Debütfilm, dessen Vorproduktion den Autor und den Regisseur mehr als sechs Jahre gekostet haben. In dieser Zeit entstand ein filigran gearbeitetes Skript, das die Chaos-Theorie mit einem chinesischen Sprichwort verbindet und daraus eine mitreißende Geschichte formt - oder besser: deren vier. Auf eine der Geschichten einzugehen hieße, auch die anderen enthüllen zu müssen. Doch gerade einen Film wie diesen sollte man mit so wenig Vorwissen wie möglich sehen, genießen und auf sich wirken lassen. Vier Menschen repräsentieren Glück, Vergnügen, Leid und Liebe. Die vier Emotionen, die jeden Menschen bewegen. Sie sind miteinander verbunden, so wie die Leben von Menschen verbunden sind, ohne dass man sich das an jedem Tag seines eigenen Lebens wirklich bewusst wäre. Im Verlauf der vier Vignetten, die alle Bezugspunkte zueinander haben, gibt es, wenn man so will, eine dem Film zugrunde liegende Botschaft, nach der Glück, Vergnügen und Liebe selbst das größte Leid letzten Endes beenden können. Oberflächlich betrachtet, ist "The Air I Breathe" ein Crime-Drama. Darunter befindet sich jedoch ein Juwel, das mit großen prächtigen Bildern, aber auch Momentaufnahmen kleiner intimer Trauer zu punkten weiß. Es ist ein Film, der Geduld herausfordert. Der vom Zuschauer erwartet, sich Gedanken zu machen. Und zwar nicht über die Geschichte, sondern das Leben selbst. Ein Film, der mehrmaliges Ansehen herausfordert, ist er doch so reich an Details, die sich einem erst im Verlauf seiner Geschichten erschließen. Fazit: Anregender, sehr interessanter Film, visuell blendend umgesetzt.
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine schöne und gute DVD, die zwar leichtere Schwächen mit sich bringt, letzten Endes aber überzeugen kann.
Bild: Die Farben sind schön, aber von Zeit zu Zeit zeigen sie sich doch etwas unnatürlich, etwa bei Gesichtern. So fällt mitunter auch ein grünlicher Ton auf, der aber wohl gewünscht ist. Rauschen tritt durchgehend auf, sticht aber vor allem bei Nachtszenen ins Auge (00:27:54). Die Schärfe ist okay, aber nie ganz überzeugend. Sie sorgt für eine angenehme Darstellung, wirkt aber manchmal etwas zu weich (Sarah Michelle Gellars Gesicht bei 00:43:25). Der Kontrast neigt teils zum Überstrahlen. Schwarzflächen gehen minimal ins Gräuliche über. Die Vorlage ist frei von Schäden.
Ton: Man kann zwischen drei Tonspuren wählen. Die Dialoge sind im Deutschen etwas besser zu verstehen als im Original. Sie sind dabei gut direktional aufgeteilt. Der Film, der eher als Drama zu Bezeichnen ist, hat ein paar akustische Highlights zu bieten. Wenn ein Schuss fällt, dann hallt er deutlich nach. Ein Autounfall hat durchdringende Wucht. Und die Umgebungsgeräusche sind in der Regel immer angenehm aufgeteilt.
Extras: Es gibt ein paar entfallene Szenen mit einer Laufzeit von etwa fünf Minuten. Sie sind nett, bringen den Film aber nicht weiter. Die Outtakes sind eher überflüssig. Der Regisseur und drei der Hauptdarsteller, Gellar, Garcia und Fraser, werden interviewt. Das umfasst knapp eine halbe Stunde und hat eher etwas Werbelastiges an sich, aber ein paar Bonmots gibt es schon, so etwa Sarah Michelle Gellars Gedanken in Bezug auf den Film. --movieman.de