Aufklappen und losfilmen: Die Aiptek H5 etreme ist für die einfache schnelle Anwendung konzipiert. Einstellmöglichkeiten beschränken sich deshalb auf Basisfunktionen, weder Fokus noch Blende sind beeinflussbar. In der Praxis funktionieren alle Automatiken in Standardsituationen zufriedenstellend, auch wenn der Fokus etwas schneller sein könnte.
Der Zoombereich ist mit 5x nicht gerade überdimensioniert, aber ausreichend. Die Zoomgeschwindigkeit lässt sich nicht steuern. Überraschend gut ist die Makroleistung. Die Kamera stellt in der Normalstellung ohne Probleme auch auf zentimeternahe Objekte scharf. Es gibt überdies eine spezielle Makroeinstellung, deren Sinn sich mir bislang nicht erschlossen hat. Sie erweitert offenbar den Bildwinkel ein wenig.
Die Bildqualität ist recht ordentlich, auch in schwächer beleuchteten Innenräumen liefert die Kamera noch Bilder, wenn auch mit starkem Rauschen. Als Manko bei HD-Aufnahmen fällt auf, dass in 1080p-Auflösung die Optik keine Weitwinkelperspektive mehr bietet, man braucht schon 6-8 Meter Abstand um eine stehende Person vollständig aufs Bild zu bekommen. Ab 720p abwärts wird die Perspektive deutlich praxistauglicher.
Der Ton dagegen ist für meinen Geschmack lausig, offenbar auf Sprache optimiert. Tiefere Frequenzen (geschätzt: bis 100 Hz) gelangen gar nicht auf den Film, so lässt sich leider selbst später beim Schnitt nicht viel am Klangbild verbessern. Auch die Hoffnung, über ein extern anschließbares Mikrofon zu besseren Ergebnissen zu kommen, trügt. Zumal über die externe Buchse auch mit Stereo-Mikro nur ein Mono-Ton aufs Bild kommt. Ich behelfe mich einstweilen damit, den Ton parallel über einen Minirekorder (Zoom H2) mitzuschneiden und bei der Nachbearbeitung zu synchronisieren.
Die Verarbeitungsqualität erscheint recht ordentlich, die Bedienelementen sind zumindest für meine Hand gut zu erreichen. Nur dem Joystick für die Menü-Navigation traut man keine allzu großen Beanspruchungen zu.
Wer mit den genannten Einschränkungen leben kann und an das "HD"-Zeichen keine allzu großartigen Erwartungen knüpft, bekommt mit diesem Aiptek Camcorder insgesamt trotzdem ein brauchbares, leichtes und gut einsetzbares Gerät, das vor allem durch seinen Preis überzeugt.
Wer erstmals auf eine HD-Kamera umsteigt, sollte sich allerdings auch darüber im klaren sein, dass man die aufgenommenen Szenen zwar einzeln aus der Kamera via HDMI direkt auf einen HD-Fernseher bekommt. Um jedoch einen geschnittenen Film in HD aufzuführen, bedarf es nicht nur einer H.264-tauglichen Software, sondern auch eines entsprechenden Zuspielers. In der Regel werden vermutlich viele das HD-Material wieder herunterrechnen und auf DVD brennen.