Wenn man schon einmal mit damit konfrontiert war, dass die Aussage eines Unfallgegeners sich überhaupt nicht mit dem Unfallhergang deckt, dann versteht man auch den Bedarf nach einer Kamera wie der Aiptek X1.
Die Kamera ist bestens geeignet für alle, die sie nur einmal installieren wollen und dann nicht mehr darüber nachdenken ob ist funktioniert. Denn letzteres tut sie völlig unauffällig. Die X1 nimmt das Verkehrsgeschehen in 5 Minuten Blöcken (Bei FullHD ca. 330MB) auf und löscht bei Platzmangel die jeweils älteste Aufnahme. Ein Knopfdruck reicht aus um die letzten 30 Sekunden und die folgenden Aufnahmen mit einem Schreibschutz zu versehen. Auch wenn die automatische Aufnahme nicht eingeschaltet ist kann man auf diesem Wege die letzten 30 Sekunden "retten".
Die Bildqualität ist (gemessen am Preis) sehr gut. Der Sensor wird nicht (wie bei vielen billigen Kameras) zeilenweise abgetastet, es entstehen tatsächlich echte Vollbilder. Man darf (speziell bei schlechten Lichtverhältnissen) natürlich keine Wunder erwarten, Rauschen und Bewegungsunschärfe sind dann unvermeidbar. Das Ultraweitwinkelobjektiv gepaart mit FullHD Auflösung gibt einen guten Überblick ohne auf Details verzichten zu müssen. Allerdings arbeitet die Kamera mit fester Bitrate, wodurch bei Bildern mit vielen Details (z.B. Bäume mit feinen Ästen) deutliche Kompressionsartefakte entstehen. Das ändert aber nichts daran, dass man auf den Videos viele Dinge sieht, die man als Fahrer nicht wahrgenommen hat.
Entgegen der Anleitung ließ sich die Kamera auch mit einer Class4 SD Karte betreiben, einen Unterschied zu Class6 oder Class10 Karten konnte ich nicht feststellen.
Vergleichsweise schlecht gelöst ist leider die Saugnapfbefestigung. Diese baut viel größer als notwendig, weswegen die Kamera eigentlich nur auf der Beifahrerseite sinnvoll befestigt werden kann. Immerhin fixiert das Stück Plastik die Kamera erstaunlich vibrationsarm.
Eine kurze Anmerkung noch zur Stromversorgung: Das automatische Einschalten und Aufnehmen funktioniert nur mit dem Original 12V Adapter. Beliebige Mini USB-Lader versorgen die Kamera zwar mit Strom, aber einschalten muss man sie dann manuell. Das ist etwas schade, da ich mir einen kleinen USB Lader in die Dachkonsole einbauen wollte.
Einen eingebauten Akku hat die Kamera überings nicht, ein kleiner Pufferkondensator stellt das korrekte Speichern der aktuellen Aufnahme sicher sobald keine Stromversorgung mehr vorhanden ist.
Insgesamt kann ich die X1 bedenkenlos empfehlen, mit einer besseren Befestigung hätte es auch den fünften Stern gegeben.