Hier haben wir für mich das Album von SQ, was am meisten nach den 80er Jahren klingt - was nicht unbedingt schlecht sein muss, wie viele meinen.
Anno 1988 wollten Status Quo nach der Reunion 2 Jahre zuvor mit neuem Drummer und Bassisten eine neue Stilrichtung einschlagen, was sie auch taten, deshalb kann man ihnen nicht übel nehmen, das sie auf "Ain't Complaining" nicht mehr so hart rocken wie noch in den 70ern. Die 80er waren ja bekanntlich auch nicht das goldene Zeitalter von erdigem, purem Rock n Roll.
Die Songs des Albums präsentieren sich im typischen Synthie-Sound, es werden jede Menge Keyboards eingesetzt (Andy Bown kam hier voll auf seine Kosten...) und die Songstrukturen sind komplexer als in den Jahren zuvor.
Der Titeltrack erweist sich als echter Ohrwurm mit interessanten Anfang, Songs wie "Everytime I Think of You" und "Don't Mind If I Do" sind wirklich hörenswert und einfach gute Songs.
Leider gibts es auch ein paar Songs, die ich persönlich nicht als "Ausfälle" bezeichnen will, aber auch nicht wirklich gute Songs sind. Einer davon ist z.B. "One for the Money" (einfach zu viel Synthie-Gequietsche mit drin, das passt nicht zu Quo).
Als besonders gut gelungen finde ich das fröhlich-flotte Stück "Burning Bridges", was sicher dem ein oder anderen durch Chart-Erfolg bekannt sein dürfte (Single-Auskoplung),
und im Zuge der Remaster-Reihe der Quo-Alben, der Bonustrack "Running All Over The World", die Version des (fast) gleichnahmigen Songs, nur wesentlich härter rockend und mit leicht veraendertem Text.
Nun, Fans werden sicherlich nicht enttäuscht sein mit "Ain't Complaining", aber wer Status Quo lieber als Boogie-Rock Band der 70er hören will, der sollte lieber zu "Hello" oder "On The Level" zurückgreifen. Aber insgesamt ein doch mehr als akzeptables Album.
Btw: Im bilder- und inforeichen Booklet sieht man Rick Parfitt zum ersten und einzigen Mal mit einem Bart...nett! ;-)