Ich finde, dass "Aimée und Jaguar" ein sehr beeindruckender und dramatischer Film ist, den sich wirklich jeder ansehen sollte. Die Schauspielerinnen, insbesondere natürlich Maria Schrader und Juliane Köhler, sind einfach brilliant und derartige Leistungen bekommt man wirklich nur selten zu sehen. Zum Glück wurden die beiden Hauptdarstellerinnen mit Preisen ausgezeichnet, denn wohl kaum jemand anders hätte das so verdient wie sie. Trotz meines Lobs muss ich "Aimée und Jaguar" leider nur vier Sterne geben, denn um perfekt zu sein, fehlt es dem Film meiner Meinung nach an Tiefgang. Darum empfehle ich unbedingt, auch das gleichnamige Buch von Erica Fischer zu lesen, indem man die "echte" Geschichte der beiden nachlesen kann. Wenn man Buch und Film miteinander vergleicht, wird man feststellen, dass die Beziehung zwischen Lilly und Felice wesentlich inniger und zärtlicher war als im Film gezeigt wird. Im Film erhält der Zuschauer den Eindruck, dass sich die beiden zwar lieben, aber sich nicht so bedingungslos vergöttert haben wie in Wirklichkeit. Besonders der Charakter von Felice ist meiner Meinung nach zu oberflächlich dargestellt. Im Film scheint es, als wäre Lilly nur eines ihrer vielen Abenteuer, das ihr vielleicht noch ein bisschen mehr bedeutet als die anderen zuvor. Dass Felice Lilly aber mindestens ebenso geliebt hat wie Lilly sie, davon bekommt der Zuschauer bei dem Film meiner Meinung nach eher wenig zu spüren. Auch war Felice nicht ganz so unbeherrscht und "zickig", im Buch von Erica Fischer bekommt man einen viel liebevolleren und weicheren Eindruck von ihr. Ich finde es schade, dass der Regisseur seinen Film etwas oberflächlich inszeniert hat, da die Story einiges mehr an Gefühl hergegeben hätte. Jedoch will ich auch nicht zu viel meckern, da der Film sonst wirklich super ist, vier Sterne muss er schon haben! Wie schon gesagt, alleine wegen der schauspielerischen Leistung lohnt es sich, den Film zehnmal zu sehen. Jedoch bitte auch das Buch lesen, sonst bekommt man womöglich einen etwas falschen Eindruck!