Ein auffällig kompetentes, dabei demütig bescheidenes Buch über Aikido, seine Entstehung von den tiefsten Wurzeln an und die Prinzipien dahinter.
Protin breitet alles interssant und logisch verständlich aus, von der Japanischen Kultur mit Shintoismus, Konfuzianismus und Zen über die Geschichte der Kriegsführung und Gesellschaftspolitik des Landes. Das hört sich trocken an, aber es ist ganz im Gegenteil ein gelungener Versuch, den Zauber einzufangen, ohne Hokuspokus und Kitsch zu produzieren; die Funktionsprinzipien zu erklären, ohne in eins der Extreme "nebulös/mechanisch" zu verfallen. Im zweiten Teil wird das Aikido an sich erklärt, und hierbei wird deutlich, wieso es von seinem Hintergrund nicht zu trennen ist, wenn man wissen und tun will, worauf es ankommt. Wichtig: wissen warum!
Ich war überrascht, am Ende festzustellen, daß Protin nicht eine einzige Technik abgebildet hat und ganz darauf verzichtet, irgendeine Stilrichtung zu vertreten. Aikido will geübt sein, um verstanden zu werden. Wie weise! Auch das macht sein Buch zu einem einzigartigen Standardwerk.
Ein (ent-)spannendes Lesebuch für jeden, der Aikido nicht ausschließlich als Sport betreiben will.