die Bastionen von Rang und Stand schmettert sie mit einem Feuerblicke darnieder, die Welt ist ihr zu eng und die Ewigkeit zu kurz." ( Zitat: Eichendorff)
Dieser Roman ist in drei Bücher untergliedert. Die Dreiteilung ist nicht rein zufällig, denn sie spiegelt eine zentrale Denkfigur Eichendorffs wieder.
Das erste Buch entwickelt die Protagonisten in der ihnen zugehörigen Umgebung:
Landleben, Jagd, Freundschaft, Liebe, Streifzüge durch die Natur, unschuldige Feste, Wald- aber auch Gutswirtschaft; selbstvergessenes Dichten und ursprüngliche Religiosität gehören dazu wie die obligate Aufbruchsbereitschaft.
Das Zweite Buch zeigt das " wirrende Leben" als Reiz allerdings auch als Betrug:
das tosende, auf Schein gebaute Leben in der Residenz, Liebe als Ware, als verzehrendes Schmachten, aber auch als wilde Leidenschaft, Dichtung als Gegenstand ästhetischer Teegesellschaften, Politik als Kalkül und Macht als Unmoral, Adel als abgelebte Kaste, ernsthafte Gemeinschaftarbeit als Illusion, Naturverbundenheit als Grund zum Wahnsinn, die Jagd als Vorwand für Intrigen und Verräterei.
Das dritte Buch gibt dann schließlich die Lösung an: Romanas Selbstmord, Rosas Heirat mit dem Erbprinzen, Friedrichs und Leontins kämpferischer Einsatz für ihre Ideale, auch die Begründung der künftigen Wege der Protagonisten im Wechselgesang des Schlusses. Beinahe durchgehend sind Wald, Landgut und Gebirge Schauplätze dieses Buches.
Dieser Dreitakt der Gliederung weist auf die romantische Geschichtsauffassung hin.
Bei Eichendorff wird sie zum universellen Strukturprinzip verallgemeinert.
Eine Leitvorstellung scheinen meines Erachtens die Harmonie der Grundkräfte zu sein, die für das Individuum, aber auch für alle Betätigungen und Instituionen , für die Gesellschaft und das damalige Zeitalter gilt.
Der Roman enthält übrigens über 50 Gedichte, darunter: " In einem kühlen Grunde".
Eichendorf die Absicht zu haben die Dissonanzen der Wirklichkeit aufzulösen, wie etwa den Hochmut des Subjekts und die Verdinglichung der Natur.