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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 15.01.2002
Das Buch von Franz Alt zur Agrarwende ist für den Rezensenten Manfred Kriener nicht gerade originell oder tiefschürfend. Die Probleme der Bauern, ihr Produktionsalltag, werden von Alt eher theoretisch betrachtet, kritisiert er. Alt propagiere Zukunftsentwürfe einer weitgehend vegetarisch lebenden Gesellschaft. Sein Buch, so Kriener, sei "leidenschaftlich" geschrieben und wolle "entlarven". Das heißt mit anderen Worten:, es predigt Moral und spricht im Brustton der Anklage und Überzeugung.
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Kurzbeschreibung
BSE-infiziertes Rindfleisch, mit Antibiotika vollgepumptes Schweinefleisch, Dioxin-Hühner, genmanipulierter Mais - was kann man heute eigentlich noch gefahrlos essen? BSE-Krise und Schweinemast-Skandal erweisen sich als Super-GAU der Europäischen Landwirtschaftspolitik. Der gesundheitsbewusste Verbraucher geht auf Diät. Und nicht nur verschrobene Wollsockenträger wollen nunmehr den Wahnsinn stoppen. Verbraucher und Politiker kämpfen inzwischen landesweit gegen die Lobbyisten für artgerechte Tierhaltung und umweltbewusst nachhaltiges Wirtschaften. »Schluss mit den Agrarfabriken«, fordert der Kanzler. 20 Prozent Bio-Bauern hat sich die neue Verbraucherministerin Renate Künast zum Ziel gesetzt. Zukunftsforscher Franz Alt ist kühner: Bis 2030 gibt es in der EU nur noch Öko-Bauern, so lautet seine Prognose. Ist das realistisch? Wer bezahlt's? Heute werden 50 Prozent des gesamten EU-Haushalts für Subventionen der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. Das Geld, das heute in die alte industrialisierte Landwirtschaft investiert wird, reicht aus für die ökologische Agrarwende. Franz Alt zeigt, welche Chancen der konsequente Abschied vom maroden agrarindustriellen System birgt und wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen kann: Moderne Technologie im Einklang mit der Natur. Die Agrarwende ist mehr als eine Berufswende für die Bauern, denn Landwirtschaftspolitik ist Gesundheitspolitik und geht uns alle an.
Klappentext
»Mahlzeit! - Industrialisierte Fleischproduktion ist ekelhaft - und lebensgefährlich. Nicht nur die Tiere sind krank - das ganze System ist der Wahnsinn. Wir können damit Schluss machen. Die Verbraucher haben es in der Hand.«
stern
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Über den Autor
Franz Alt, geboren 1938, studierte Politische Wissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie. Seit 1968 arbeitet er beim SWF. 20 Jahre moderierte er das Politmagazin "Report Baden Baden". Seit 1992 Leitung der Sendereihe "Zeitsprung" im SWF und seit 1997 des Magazins "Querdenker" in 3 SAT. 1979 wurde er mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. In den Neunzigerjahren erhielt er für sein Engagement im Zusammenhang mit ökologischen Themen u.a. den "Europäischen Solarpreis". Mit Publikationen wie "Frieden ist möglich" (1983), "Liebe ist möglich" (1985), "Jesus - der erste neue Mann" (1989) und "Die Sonne schickt uns keine Rechnung - Die Energiewende ist möglich" (1995) und "Der ökologische Jesus" (1999) hat sich der bekannte Fernsehmoderator auch als erfolgreicher Buchautor einen Namen gemacht.